Ausstellung im Kunsthaus Zug
vom 3. März bis 10. Juni 2018.

 

«Wien zu Europa – Klimt und Schiele
zu Léger und Klee in der Sammlung»


Kein Zufall, dass diese Ausstellung im Jahr 2018 stattfindet: Die Zuger «Stiftung Sammlung Kamm» feiert nämlich ihr 20-jähriges Bestehen, und bei einer Reihe von Wiener Künstlern jährt sich zum hundersten Mal ihr Todestag: Gustav Klimt, Egon Schiele, Koloman Moser, Otto Wagner – sie alle sind 1918 verstorben.

 

Das Zuger Kunsthaus ist zu diesem Anlass tief in die Katakomben gestiegen und hat aus ihrem Depot die schönsten Werke ans Tageslicht geholt – solche, die man nur selten so kompakt zu sehen bekommt. Die Hängung ist grosszügig angelegt, und so kann man sich die Arbeiten in Musse anschauen, ohne Enge, ohne Stress.

 

Eigentümerin dieser prächtigen Sammlung ist die 1998 gegründete «Stiftung Sammlung Kamm», die ihre Bestände dem Kunsthaus Zug als Dauerleihgabe überlassen hat. Aufgebaut wurde die Kollektion in den 1950er- und 1960er-Jahren durch das Zuger Sammlerpaar Fritz und Editha Kamm.

 

Die Sammlung wird als die grösste der Wiener Moderne ausserhalb Österreichs bezeichnet, zumindest für Europa.

 

Zurzeit läuft im Leopold-Museum in Wien die Jubiläumsshow «Der expressionistische Egon Schiele der Jahre 1910-1914» (vom 23. Februar bis 4. November 2018, >mehr). Wer gerade weder Zeit noch Lust auf eine Wienreise hat, dem sei die Zuger Ausstellung ans Herz gelegt: Auch hier bekommt man einen schönen Einblick in Schieles Werke. Und darüberhinaus in die Arbeiten der anderen Wiener Modernen wie Klimt & Co., und erst noch Werke weiterer Künstler aus Deutschland und Frankreich aus dieser Epoche um 1900.

 

 

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Titelbild:

Egon Schiele (1890-1918). Liegender Akt
mit grünen Strümpfen, 1914. Ausschnitt.
Kunsthaus Zug, Legat Armin Haab.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Egon Schiele. Akt mit kariertem Hausschuh, 1917.

Egon Schiele (1890-1918).

Gustav Klimt ist sein grösster Fan und Förderer. Aber Jugendstil ist nicht nach Schieles Geschmack. Er entwickelt seinen ganz eigenen Stil, vor allem in der Abbildung von Körpern – männlichen und weiblichen. Diese erregen Aufruhr, aber sie machen den Künstler bekannt. Ärger handelt er sich aber auch ein, weil er in einer wilden Ehe lebt, ein No-go zu jener Zeit. Den Ersten Weltkrieg überlebt er unbeschadet, stirbt dann aber 1918 an der Spanischen Grippe. >mehr über Schiele

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Gustav Klimt Italienische Gartenlandschaft, 1913.

 

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Gustav Klimt, Studie zu Danae,
1903.

Gustav Klimt (1862-1918).

Natürlich würde man von Klimt gerne seine grossen Werke wie «Der Kuss» oder «Judith» sehen – aber das ist etwas gar viel verlangt. Diese Werke hängen im >Belvedere in Wien. In Zug darf man dafür in einem lichtdurchfluteten grossen Raum seine seltenen Landschaften bestaunen. Wie den italienischen Garten oder die Gartenlandschaft mit Bergkuppe von 1916.

 

Zudem sind aus der Sammlung Kamm eine eindrückliche Anzahl von Zeichnungen ausgestellt. Die meisten sind seinem Lieblingsthema gewidmet: nackte Frauen. Ein Leckerbissen ist die Studie «Weiblicher Halbakt» von 1903, der die Grundlage zu einem seiner berühmten Gemälde bildete: «Danae mit dem Goldregen». >mehr über Danae.

>mehr über Klimt.

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Richard Gerstl (1883-1908). Gruppenbild mit Schönberg, 1908.

Richard Gerstl (1883-1908).

Die Ausstellung präsentiert mehrere Werke dieses jung verstorbenen Künstlers. Sein extrem expressionistischer Stil ist gewöhnungsbedürftig.

 

Er hätte unter Österreichs Künstlern ein Grosser werden können – wie auch seine im >Leopold-Museum in Wien gezeigten Werke belegen. Aber er verstrickt sich als 25-jähriger in eine Liebesaffaire. Dummerweise mit der Gattin seines Freundes Arnold Schönberg (Musiker und Maler). Als die Sache auffliegt, nimmt er sich das Leben.

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Henri de Toulouse-Lautrec Femme au tub, 1896.

 

Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901).

Die Ausstellung zeigt eine Reihe von starken Werken, die im Zusammenhang mit der Mappe von «Elles» entstanden sind. Damit wollen die Zuger Kuratoren die kulturellen Wechselwirkungen zwischen Wien und Paris ansprechen.

picasso

Picasso, 1954.
Ausschnitt.

Pablo Picasso (1881-1973).

Auch vom Jahrhundertkünstler, wie er immer wieder genannt wird, sind ein paar Arbeiten zu sehen. Wie dieser mit Tuschfeder und Pinsel auf Papier gefertigte «Schlafende Mädchenakt» von 1954.

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August Macke. Porträtstudie
Elisabeth Macke,
1914.

August Macke (1887-1914).

Leuchtende Farben zeichnen sein Werk aus. 1907 kommt er zwar in Paris mit dem Impressionismus in Kontakt – und zurück in Berlin lässt er sich bei Lovis Corinth in dessen Kunstschule weiter ausbilden – doch entwickelt er sich bald zum Expressionisten. Er wird oft mit der Münchner Künstlergruppe «Blauer Reiter» in Verbindung gebracht, doch hat er zu dieser ein eher distanziertes Verhältnis. Macke wird im Ersten Weltkrieg zur Infanterie eingezogen und fällt schon im zweiten Kriegsmonat im September 1914 an der Westfront.

 

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