Die Schlacht bei Kappel 1531 stoppt
die Ausbreitung der Reformation.

 


Beinahe hätte sich die Reformation in der ganzen (damaligen) Eidgenossenschaft ausgebreitet. Zürich, Bern, Basel und Schaffhausen sind ab 1528 bereits reformiert. Nun sieht der Zürcher Reformator Huldrych Zwingli die Chance, den Protestantismus auf das gesamte Gebiet der Eidgenossenschaft auszudehnen. Doch die katholischen Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug sehen das anders.

 

Kriegsgrund ist die Verbrennung eines reformierten Pfarrers in Schwyz. Zürich erklärt daraufhin den fünf Orten den Krieg und zieht 1529 mit Truppen nach Kappel am Albis, unterstützt von Bern. Zu Kampfhandlungen kommt es aber (noch) nicht – der Glarner Landammann vermittelt einen Kompromiss. Allerdings fällt dieser eher zugunsten der Reformierten aus, die sich weiter ausbreiten können. Der Friede steht deshalb auf wackligen Füssen.

 

Als 1531 Zwingli die katholischen Kantone auffordert, die reformierte Predigt auch auf ihrem Gebiet zuzulassen, lehnen diese das ab. Daraufhin beschliessen Zürich und Bern, gegen die fünf Orte eine Proviantsperre zu erlassen. Ohne Erfolg, dafür mobilisieren jetzt die Katholiken 7000 Mann und marschieren an die Zuger Grenze. Es kommt zum 2. Kappelerkrieg. Die reformierten Zürcher und Berner erleiden eine verheerende Niederlage.

 

 

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Quelle: Google Maps

 

 

 

 

 

Textquelle:

>Historisches Lexikon der Schweiz

 

 

 

Titelbild:

Albert Anker (1831-1910).

Kappeler Milchsuppe, 1869.

Ausschnitt. Kunsthaus Zürich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Text und Illustration
in Heinrich
Thomanns
Abschrift von
Heinrich Bullingers Reformations-
chronik, 1605.
(ZB Zürich).

 

 

 

 

 

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Albert Anker
(1831-1910).

1529: Die Kappeler Milchsuppe.

Im 1. Kappelerkrieg besetzen die Zürcher am 6. Juni die Brückenköpfe Bremgarten und Mellingen sowie Teile des Thurgaus und der St. Galler Landschaft. Mit der Hauptmacht marschieren sie bei Kappel am Albis auf. Berner Truppen folgen ihnen nach. Zu Kampfhandlungen kommt es aber nicht. Bereits am 7. Juni beginnen die neutralen Orte zu vermitteln. Unter Führung des Glarner Landammanns Hans Aebli wird der erste Kappeler Landfriede geschlossen und mit der berühmten Verbrüderungsszene, der Kappeler Milchsuppe, besiegelt.

 

Die verfeindeten Truppen löffeln die Suppe gemeinsam. Es heisst, dass der Topf genau auf die zürcherisch-zugerische Grenze gestellt worden sei. Und wenn einer Brot jenseits der Grenze löffeln wollte, soll ihm der andere mit dem Löffel auf die Finger geschlagen und gesagt haben: «Friss auf deinem Erdreich».

 

 

Wie Albert Anker die Szenerie der Kappeler Milchsuppe 1869 darstellt. Gut zu sehen im Vordergrund die imaginäre Grenze zwischen den Kantonen Zürich und Zug. Das Gemälde hängt im Kunsthaus Zürich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Huldrych Zwingli, von Hans Asper
(1499-1571).
Holzschnitt, 1531.
Verlag Froschauer.

1531: Der 2. Kappelerkrieg.

Zwei Jahre später treffen die protestantischen Kantone Zürich und Bern erneut auf ihre katholischen Widersacher. Und diesmal geht es blutig zu.

 

Am Mittag des 11. Oktober 1531 stehen den 7000 Mann der fünf Orte nur ein Zürcher Banner mit etwa 2000 Mann gegenüber. Die Hauptmacht der Zürcher trifft zu spät ein – und ist erschöpft vom Marsch. Die Protestanten verlieren in der Schlacht 500 Mann und werden in die Flucht geschlagen.

 

Die definitive Niederlage der Zürcher und Berner kommt zwei Wochen später in Gubel bei Menzingen zustande, als eine kleine Truppe der fünf Orte das Nachtlager der Protestanten überfällt und 600 Mann tötet. Die restlichen Zürcher und Berner fliehen.

 

Vertreter der neutral gebliebenen Orte (Solothurn, Freiburg, Glarus, Appenzell) bemühen sich um einen Friedensschluss. Diesmal fällt er für die reformierte Seite ungünstig aus. Er erlaubt zwar jedem einzelnen Ort, die Konfession seiner Bürger selbst zu bestimmen, begünstigt jedoch in den gemeinen Herrschaften den Katholizismus. Die weitere Ausbreitung des Protestantismus in der Eidgenossenschaft ist damit an ihr Ende gekommen.

 

Zwingli wird getötet.

Der grosse Anführer der eidgenössischen Reformation, Huldrych Zwingli, begleitet die Zürcher Truppen als Feldprediger. Die Schlacht geht verloren, Zwingli gerät in die Hände der Katholiken. Er wird getötet, als Ketzer gevierteilt und verbrannt, seine Asche in den Wind gestreut.

 

>mehr über Zwingli

 

 

 

 

 

   
   

 

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