Florenz: Il Duomo.


Fast 150 Jahre lange hat man an dieser Kathedrale gewerkelt. Als sie 1434 endlich stand, war sie die grösste Kirche in ganz Europa. So wirkt sie auch heute noch. Mit ihren gewaltigen Marmorfassaden und der beeindruckenden Kuppel lockt sie Millionen von Besuchern aus der ganzen Welt an.

 

Von aussen wirkt der Dom imponierend – und im Innern schüchtert er ein. Man spürt förmlich, was die Erbauer erreichen wollten: In diesem Gotteshaus sollte sich der Mensch klein und unbedeutend vorkommen. Wenn das wirklich das Ziel war: es ist gelungen.

 

Im Gegensatz zu anderen Kirchen ist es aber nicht der Reichtum und der Pomp, der einen erschlägt, sondern schlicht und einfach die Dimension. Grösser als ein Fussballplatz und zur Kuppeldecke hinauf sind es 80 Meter. Das Motiv des Freskos in der Kuppel passt zum Auftrag, die Kirchgänger einzuschüchtern: es zeigt in dramatischen Bildern das Jüngste Gericht und die Qualen der Sünder in der Hölle. Die Menschen des Mittelalters müssen hier tief beeindruckt und auch verängstigt gewesen sein. Kein Wunder, waren sie bereit, auf den Ablasshandel einzugehen und mit Geld ihre Erlösung zu erkaufen. Und die Kirche damit reich zu machen. Gut, dass heute nicht mehr alle an die Hölle glauben. Man schaut kurz zur Kuppeldecke hoch, dann hetzt man in der Gruppe zur nächsten Sehenswürdigkeit.

 

 

Das Dom-Museum

 

Die Kathedrale enthielt jahrhundertelang berühmte Bildhauerarbeiten von Michelangelo, von Donatello, von Ghiberti. Deren Highlights hat man inzwischen aus der Kirche entfernt. Man kann sie immer noch sehen, muss dafür aber ins Museo del Duomo wechseln. Der Gang dorthin – auf die andere Strassenseite  – lohnt sich. Die Kostbarkeiten sind dort in einer ansprechenden Form präsentiert. Schön beleuchtet, gut beschriftet. Statuen, die früher ganz weit oben an der Kirchenfassade standen, sind jetzt im Museum in Griffweite. Es sind die Originale. An der Kirchenfassade stehen Kopien davon.

 

 

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Westfassade des Duomo, wie sie erst
seit 1887 aussieht.

 

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Duomo von Süden aus gesehen. Die
Marmorfassade ist auch relativ neu
und stammt aus dem 19. Jahrhundert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Herz von Florenz.

Blick auf die Piazza San Giovanni mit dem Baptisterium, auf die Westfassade des Doms, auf den Campanile und auf das Wahrzeichen Florenz, die Kuppel des Doms. Foto: Google Earth.

 

 

Kathedrale Santa Maria del Fiore.

So nennt sich der Dom offiziell. Ein ewiges Werk. Der Grundstein wurde schon 1296 gelegt, also noch in der Epoche der Gotik. Mitte des 15. Jahrhunderts, also in der Renaissancezeit, realisierte Brunelleschi erst die Kuppel, 1472 kam noch die Marmorlaterne mit dem Kreuz dazu. Und die prächtige Marmorfassade, wie man sie heute sieht, wurde gar erst 1887 angebracht.

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Die Kuppel des Brunelleschi (1377-1446).

Es ist das architektonische Kunstwerk schlechthin. Niemand hielt den Bau einer so riesigen Kuppel für möglich. 1418 schrieb die «Arte della Lana» (die reiche Wollweberzunft) einen Wettbewerb aus. Brunelleschi gewann ihn, obwohl er von vielen als Fantast bezeichnet und angefeindet wurde. Aber er hatte eine geniale Idee: Die Doppelschalen-Konstruktion, getragen von drei Chorkappellen in Kleeblattform – anstelle von bisher üblichen gotischen Strebepfeilern. Brunelleschi schaffte damit das «Unmögliche». Für die Kuppel soll er vier Millionen Backsteine verwendet haben.

 

Filippo Brunelleschi schaut zu seinem Werk hoch. Statue von Luigi Pampaloni, 1830.

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Die Westfassade des Doms.

Die Fassade hat sich im Laufe der Zeit mehrfach verändert. Die erste stammte von Arnolfo di Cambio, begonnen 1298. Diese wurde 1588 als «unmodern» empfunden und abgerissen. Aber dann fehlte das Geld für eine neue. Die heutige Westfassade stammt von 1887 und besteht aus Marmor in drei Farben.

 

Innenraum und Kuppelfresko.

Im Dom selbst sind nicht mehr viele Kunstwerke zu sehen. Man hat diese ins Dom-Museum ausgelagert. Allen voran die berühmte Pietà von Michelangelo und die grossartige Holzskulptur von Donatellos reumütiger Magdalena. Die Fresken in der Kuppel mit dem Jüngsten Gericht von >Vasari und Zuccari sind nicht immer zu sehen. Manchmal ist dieser Bereich abgesperrt. PS: Ein noch weit eindrücklicheres «Jüngstes Gericht» gibt es direkt neben dem Dom zu sehen, im >Battisterio.

 

 

Fotos / Diashow Duomo

 

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Giottos Campanile.

Eigentlich hätte der Glockenturm 115 Meter hoch werden sollen. Bei >Giottos Tod 1337 war aber erst der erste Stock fertig. Andrea Pisano änderte die Pläne und Francesco Talenti vollendete den Bau 1359, nun erreichte er aber bloss noch eine Höhe von 85 Metern.

 

Beeindruckend am Campanile ist nicht die Höhe. Aber seine Fassaden-Deko. Die vielen kleinen Meisterwerke von Andrea Pisano – es sind Reliefs – machen aus dem Turm eine Art Bilderbuch über die Geschichte der Menschheit: Von Adam und Eva über das Leben im Alltag und Berufe wie Weben oder Schafehüten bis zu den grossen Errungenschaften in Architektur, Medizin und Astronomie. Die Abbildung links zeigt den betrunkenen Noah. Die Originale sind im Dom-Museum zu sehen.

 

 

 

Fotos vom und aus dem Campanile

 

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Museo dell' Opera del Duomo.

Das Dom-Museum zeigt nicht nur Kunst, sondern auch interessante technische Details rund um den Bau der Kuppel. Samt Originalwerkzeugen, wie sie von Brunelleschi am Bau verwendet wurden.

 

Eines der Highlights des Museums: Die Pietà von Michelangelo.

 

 

 

Fotos Dom-Museum

   
   

 

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