Alte Pinakothek München.


Die Kunstsammlung hat eine lange Geschichte hinter sich. Sie geht auf Wilhelm IV zurück, Herzog von Bayern. Der gab schon 1528 Historienbilder in Auftrag. Zum Beispiel an den Baumeister und Kupferstecher Albrecht Altdorfer, der ihm das berühmte Gemälde der «Alexanderschlacht» ablieferte. Später bestellte Maximilian I Jagdszenen bei Rubens und erwarb Werke von Dürer. Sein Enkel Maximilian II Emanuel war praktischerweise Statthalter in den Niederlanden, und so kamen zahlreiche weitere holländische und flämische Werke dazu.

 

 

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Die Alte Pinakothek, Ostseite.

 

 

Die eigentliche Gründung der Pinakothek erfolgte
durch den Bayernkönig >Ludwig I, der von 1825 bis 1848 regierte. Der war ein Fan der Antike und liess eine Reihe von Bauwerken errichten, die an griechische Tempel erinnern.

 

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Ludwig I, König der Bayern 1825-1848.

 

 

Ausserdem sammelte Ludwig I mit Vorliebe
altdeutsche Bilder und Werke der italienischen Renaissance. Um diesen einen würdigen Platz zu geben, beauftragte er 1826 Leo von Klenze
– seinen Hausarchitekten – mit dem Bau eines Museumsgebäudes am damaligen Stadtrand von München: die «Pinakothek». 1836 konnte sie als
Museum eröffnet werden.

 

Knapp zwanzig Jahre später erhielt sie den Zusatz «Alte» Pinakothek. Der Grund dafür war, dass sich Ludwig 1853 bereits ein weiteres Museum eingerichtet hatte, die >Neue Pinakothek.

 

 

 

 

>Überblick Kunstmuseen München

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutsche Meister 15./16. Jht.

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Albrecht Dürer, Selbstbildnis im Pelzrock, 1500.

 

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Albrecht Altdorfer (1480-1538). Die Alexanderschlacht 1529.

 

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Hans Fries: Das
jüngste Gericht.

 

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Albrecht Dürer, der Superstar.

Was im Louvre von Paris Leonardos Mona Lisa, ist hier in München das Selbstbildnis von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1500. Ein Pulikumsmagnet, das die Massen anzieht. Und es gibt noch eine Parallele: Das Bild ist auch relativ klein (67x48cm) und hinter Glas gesichert. So, dass man es nur schwer erkennen und noch schwerer fotografieren kann, denn es spiegelt. So sehen die Besucher eher sich selbst als den grossen Meister, und Pinselstriche sind schon gar keine zu erkennen.

 

Das Gemälde «Alexanderschlacht» von Albrecht Altdorfer ist eines der ersten der Sammlung. Es zeigt die berühmte Schlacht bei Issus, in der die Griechen unter Alexander 100'000 Perser erschlagen haben sollen. Das Bild ist extrem detailliert: Aufmarsch der Heere, die Zeltlager vor der Stadt, die Uniformen, Wimpel und Standarten. Das Werk muss auch Napolen beeindruckt haben. Als er um 1800 Münchens Kunsttempel plünderte, behändigte er es für sich persönlich. Er soll es in seinem Badezimmer aufgehängt haben.

 

Zu den weiteren Highlights gehören Werke von Hans Baldung genannt Grien, Hans Holbein mit seinen Altären und natürlich vom Vielwerker Lucas Cranach. Dazu auch ein interessanter Künstler namens Hans Fries, geboren 1460 im schweizerischen Freiburg, gestorben 1523 in Bern. Seine Schaffensphase fällt noch in die Zeit vor der Reformation. Das in München gezeigte Werk thematisiert ein hoch katholisches Thema: «Das Jüngste Gericht». Schauerlich-eindrücklich.

 

 

 

 

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Niederländisch-flämische Künstler

 

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Peter Paul Rubens (1577-1640). Das grosse Jüngste Gericht, 1617.

 

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Anthonis van Dyck (1599-1641). Susanna im Bade.

 

 

 

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Der eindrückliche Rubens-Saal.

Die Rubenssammlung in der alten Pinakothek ist überwältigend. Nicht nur, was die Anzahl der Werke betrifft, sondern auch deren Grösse. Die Monumentalbilder «Das Apokalyptische Weib» von 1623 und «Das grosse Jüngste Gericht» von 1617 laden zur ausführlichen Betrachtung ein. Dazu sieht man historische Arbeiten wie die «Jagd auf Nilpferd und Krokodil», liebliche Blumenkinder und natürlich jede Menge von mythologischen Werken mit fülligen Frauenleibern. Und dazu Bilder aus der Familie des Künstlers: seine Frau Helene Fourment mit Kindern. Mehr über >Rubens.

 

Auch Anthonis van Dyck ist reichhaltig vertreten, dazu Albrecht Bouts, Ferdinand Bol, Jan Brueghel, Rogier van der Weyden. Und eindrückliche Werke von Meister Rembrandt.

 

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Der gewaltige Rubens-Saal.

 

Italienische, französische und spanische Meister

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Leonardo da Vinci (1452-1519). Madonna mit der Nelke, 1475.

 

Leonardo da Vinci, Raffael, Tizian...

Sogar eine Mona Lisa gibt es hier. Aber nur als Kopie – und um die reisst sich niemand. Dafür ballen sich die Leute vor den schönsten Werken von >Raffael, dem Meister der Madonnen. Oder bei Porträts von Meister >Tizian. Sein berühmtestes ist natürlich jenes von Kaiser Karl V. Ein Highlight sind auch die Werke des berühmten ersten Kunsthistorikers der Geschichte, der auch Maler war: Giorgio >Vasari.

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François Boucher. (1703-1770). Ruhendes Mädchen, 1752.

Poussin, Boucher, Fragonard...

Auf die ganz grossen Franzosen wie Jacques-Louis David oder Eugène Delacroix muss man hier verzichten – die gibt es in der Neuen Pinakothek zu sehen. Zu sehen sind aber Nicolas Poussin, Jean-Marc Nattier, Jean-Honoré Fragonard, Jean-Etienne Liotard, François Boucher u.a.

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Bartolomé Esteban Murillo (1618-1682). Buben beim Würfelspiel, 1675-80.

 

Zurbaran, El Greco, Murillo...

Unter den Spaniern sticht vor allem Bartolomé Esteban Murillo hervor. Von ihm sind grossartige Werke von Kindern zu sehen. Eine wunderbare Serie, so richtig aus dem Leben gegriffen. Buben beim Würfelspiel, beim genüsslichen Verzehr von Früchten und dergleichen.

 

Von Francisco de Zurbaran gibt es das berühmte Gemälde mit dem heiligen Franziskus. Dazu Claudio Coello mit «Petrus von Alcantara wandert über den Fluss» und El Greco mit der Entkleidung Christus.

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