Museum Brandhorst, München.


Ganz in der Nähe der «Pinakothek der Moderne» gelegen. Zwar zeigt es wie diese auch moderne Kunst, legt den Schwerpunkt aber deutlich mehr auf die Zeitgenössischen. Namensgeber dieses architektonisch spektakulären Museums sind Udo und Anette Brandhorst, Kunstsammler und Mäzene, die ihre Sammlung dem Museum in Leihgabe überliessen.

 

Das Gebäude allein ist schon Kunst: Vor allem die bunte Fassade. Sie soll aus 23 Farben aus drei Farbfamilien bestehen. 36'000 vierkantige, vertikal angebrachte Keramikstäbe verkleiden die Betonwand. Je nach Sonnenstand, Betrachtungswinkel und Entfernung schimmert das Gebäude in einer anderen Farbe.

 

 

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Die Fassade des Museums Brandhorst.

 

 

 

Das neue Museum wurde erst 2009 eröffnet. Es präsentiert vor allem Ausstellungen mit wechselnden Künstlern, doch gibt es auch dauerhaft belegte Säle, wie zum Beipsiel jene des US-Künstlers Cy Twombly.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Säle des Cy Twombly (1928-2011).

 

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Der «Lepanto»-
Raum mitden zwölf
Gemälden der
Schlacht von Lepanto 1571.

 

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Die Seeschlacht von Lepanto.

Cy Twombly (1928-2011) stammt aus Virginia USA. Der Maler, Fotograf und Objektkünstler zählt zu den wichtigsten Vertretern des abstrakten Expressionismus. Eines seiner Hauptwerke ist die Gemäldefolge «Lepanto» aus dem Jahr 2001. Er thematisiert dabei die Seeschlacht von 1571, bei der die christlichen Truppen die Osmanen besiegten. Schiffe sind zwar auf den Gemälden nur schemenhaft zu erkennen, aber es ist ja auch ein abstraktes Werk. Die breite Palette von Formen und dramatischen Farben vermittelt hingegen das Gefühl von Flammen, Kampf und Blut. Auf Wunsch des Künstlers hat ihm das Museum einen permanenten Saal für dieses Monumentalwerk zur Verfügung gestellt – speziell als Halbrundraum konzipiert, genau für diese zwölf Bilder.

 

Und wie kommt ein amerikanischer Künstler wie Cy Twombly auf dieses Sujet? Auf eine Seeschlacht, die vor über 400 Jahren stattfand? Es könnte mit seiner Biographie zu tun haben: Er übersiedelte 1957 nach Italien und beschäftigte sich dort intensiv mit der Kultur der Mittelmeerländer. Da passt eine Seeschlacht zwischen Christen und Muslimen durchaus ins Bild.

 

 

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Der Rosenzyklus
im Zentralraum
des Museums.

 

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Der Rosensaal des Cy Twombly.

Eigens für den zentralen Raum des Museums Brandhorst hat der Künstler seinen Rosenzyklus geschaffen. Natürlich malt er seine Rosen nicht als Rosen. Sondern als intensive Monumental-Farbkleckse. Er übernimmt nur die «Urform» der Blüte und lässt seinen Pinsel schwingen, dick gefüllt mit Farbe, die durchaus noch auf der Leinwand fliessen darf/soll. In Grün, Gelb, Rot, Orange, Blau.

 

Der Künstler sieht es vor allem als Poesie. Deshalb verpasst er seinen Rosengemälden auch noch Gedichte von T.S. Eliot, Emily Dickinson und Rainer Maria Rilke. Dieser lieferte ihm folgendes: «Rose, oh reiner Widerspruch, Lust Niemandes Schlaf zu sein unter soviel Lidern». Rainer Maria Rilke, Grabinschrift 1925.

 

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Die «linkischen Zeichen» – ist das Kunst?

Nicht einfach, die Kunst zu erkennen. Bei diesen Kritzeleien versteckt man sich wohl besser hinter dem Text des Museumsführers: «Ausgehend vom abstrakten Expressionismus entwickelte er die linkischen Zeichen, die er auf grossformatigen Leinwänden ins Monumentale steigerte». Und weiter: «Schreibübungen von Kindern dienten ihm als zeitgenössische Ausgangspunkte, (...) um einen Bogen zu den grossen Themen der mediterranen Kulturgeschichte zu spannen». Ob das wohl ernst gemeint ist? Oder ist es Kultursatire?

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Fotos / Diashow Cy Twombly

Ausstellung Jutta Koether «Tour de Madame», bis 21.10.2018

 

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Emma, 1984.

 

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Untitled, 1988.

 

Jutta Koether (1958).

Eine Allrounderin: Malerin, Performancekünstlerin, Schriftstellerin, Musikerin, Kunstkritikerin. Geboren in Köln, lebt und arbeitet sie in Berlin und New York. Seit 2010 ist sie Professorin für Malerei und Zeichnen an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

 

1987 entscheidet sie sich, in Rot zu malen. Je nach Kontext steht bei ihr diese Farbe für Aggression, Schmerz, Schminke oder auch nur für Weiblichkeit. Viele ihrer roten Werke bilden nackte Männer und nackte Frauen ab. Dem Betrachter erschliesst sich nicht immer, wo die Aussage liegt. Und die wenigen Titel, die den Werken zugeordnet werden können (die Beschriftung dieser Ausstellung dürfte gerne klarer sein), helfen auch nicht wirklich weiter. So bleibt denn die simple Betrachtung. Wenn es die Absicht der Künstlerin war, die Leute anzuregen, ihre eigenen Interpretationen zu kreieren – dann ist das gelungen.

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Fotos Ausstellung Jutta Koether

 

   
   

 

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