Neue Pinakothek, München.


Sie ist das Bindeglied zwischen der >Alten und der >Modernen Pinakothek und präsentiert Werke der europäischen Kunst des 19. Jahrhunderts: Viele Gemälde und Skulpturen des Klassizismus und der Romantik, einige wenige des Jugendstils und des Biedermeiers. Seit 1915 ist sie Teil der bayrischen Staatsgemäldesammlungen. Sie soll mehr als 6'000 Werke umfassen. Der grosse Teil ist natürlich in den Depots gelagert, aber auch die (wechselnd) gezeigten Werke sind imposant.

 

Wie die Alte Pinakothek – griechisch für Bildersaal – wurde auch die Neue von König Ludwig I ins Leben gerufen. 1853, knapp 20 Jahre nach der Alten. Sie war die erste Sammlung moderner Kunst weltweit und bildete einen Gegenpol zu den Alten Meistern. Der Schwerpunkt lag zunächst bei den deutschen Romantikern wie Caspar David Friedrich, Carl Spitzweg & Co. Nach dem Tod des Königs 1868 begann der Bayrische Staat, auch Werke internationaler Künstler zu erwerben wie Eugène Delacroix, Jacques-Louis David, George Stubbs, Thomas Gainsborough, Francisco de Goya. 1909 öffnete sich die Sammlung auch für die jüngere französische Kunst mit Werken von Manet, Monet und Cézanne.

 

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude so stark beschädigt, dass es abgerissen werden musste. An seine Stelle trat 1981 der postmoderne Neubau, wie man ihn heute erlebt, eine Mischung aus Naturstein und Stahlbeton.

 

 

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Vorplatz der Neuen Pinakothek mit einer
Skulptur von Marino Marini.

 

 

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Eingangshalle der Neuen Pinakothek.

 

 

 

 

>Überblick Kunstmuseen München

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutsche Künstler des Klassizismus und der Romantik

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Friedrich Wilhelm von Schadow (1788-1862). Bildnis einer jungen Römerin, 1818.

 

Die deutschen Klassizisten.

Deren Namen kennen wohl nur Insider. Friedrich Overbeck, Joseph Karl Stieler, Carl Rottmann, Friedrich Wilhelm von Schadow... Aber dann stellt man mit Freude fest, welch wunderbare Werke sie hinterlassen haben. Wie zum Beispiel das Bildnis einer jungen Römerin aus dem Jahr 1818 (Friedrich von Schadow). Oder Die Hofsängerin Katharina Sigl-Vespermann von Joseph Karl Stieler, 1828. Wahre Kunstwerke aus der Zeit des Klassizismus, einfach nur perfekt und schön.

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Caspar David Friedrich
(1774-1840). Gartenlaube, 1818.

 

Romantiker und Biedermeier.

Von Caspar David Friedrich sind mehrere Arbeiten zu sehen, bei denen man den Begriff Romantik versteht: Die Gartenlaube von 1818; Landschaft mit Liebespaar von 1807; Riesengebirgelandschaft mit aufsteigendem Nebel, 1819-20.

 

Bei den Biedermeier-Werken eines Ferdinand Georg Waldmüller kommen Freunde des Naturalismus voll auf die Rechnung. Es sind perfekte «Fotografien» von Menschen und Tieren, die an die Kunst eines Albert Ankers erinnern.

 

 

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Internationale Künstler: Von Goya bis zu Manet und van Gogh

 

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Théodore Chassériau (1819-1856). Badende, 1842.

 

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Edouard Manet (1832-1883). Die Barke, 1874.

 

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Paul Gauguin (1848-1903). Die Geburt, Te tamari no atua, 1896.

 

 

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Hässliche und schöne Frauen.

Von Goya gibt es jenes berühmte Bild der Marquesa de Caballero von 1807 zu sehen. Ja, die Dame ist ziemlich hässlich – aber der Meister versteht es, sie so lebensecht abzubilden, dass sie bereits wieder lieblich wirkt. Ein echter Hingucker ist dagegen die schöne Nackte (Die Badende, 1842) von Théodore Chassériau. Dieser französische Romantiker – ein Schüler von Jean-Auguste-Dominique Ingres – hat eine Vielzahl von historischen Gemälden geschaffen, aber berühmt wurde er für seine exzellenten Frauenakte. Sein Lieblingsmotiv war die nackte Venus – und er verstand sein Handwerk.

 

Von Claude Monet gibt es nicht viel zu sehen, eines seiner Seerosenbilder ist aber schon dabei. Von Eduard Manet hingegen hängen Schlüsselwerke: Zum Beispiel «Die Barke» von 1874 oder «Das Frühstück im Atelier» von 1868.

 

Ein sehr schönes Selbstporträt von Paul Cézanne begeistert ebenso wie das auf Tahiti entstandene Werk von Paul Gauguin «Die Geburt» von 1896.

 

Von Vincent van Gogh sind mehrere Werke zu sehen, darunter sein bekannter «Blick auf Arles», 1889. Seine Arbeiten aus der Nähe zu betrachten, ist ein besonderer Genuss – seine grob gesetzten Pinselstriche sehen von nahem aus wie Kleckse und werden dann zu Bildern, wenn man sich auf Distanz begibt. Detailaufnahmen in der Fotogalerie.

 

 

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