Die Kapitolinischen Museen, Rom.


Geschichte, so weit das Auge reicht! Auf dem Kapitol-Hügel stand vor 2500 Jahren ein Jupiter-Tempel. Dieser zerfiel im Mittelalteralter – oder wurde als Steinbruch benutzt. Den Hügel nannte man dann «Monte Caprino» – weil dort die Ziegen weideten. Um 1100 herum richteten die Römer auf dem Kapitol eine Verwaltungsbehörde ein und die gewählten Magistraten nannten sich «Conservatori». So heisst auch eines der heutigen Museen: Palazzo dei Conservatori.

 

Die Geschichte der Kapitolinischen Museen beginnt im Jahr 1471. Papst Sixtus IV (Gründer der sixtinischen Kapelle) wollte seine heidnischen Statuen im vatikanischen Palast los werden und schenkte diese der Stadt Rom. Man beauftragte Michelangelo mit dem Bau des «Palazzo dei Conservatori». Die Bauarbeiten dauerten bis 1568. Hier brachte man die griechischen und römischen Skulpturen des Papstes unter.

 

 

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Palazzo dei Conservatori, erbaut von
Michelangelo.

 

 

Im Laufe der Zeit kamen weitere Objekte dazu – es wurde eng im Konservatorenpalast. Deshalb fügte man 1654 dem Kapitolshügel ein weiteres Gebäude zu: den «Palazzo Nuovo», direkt gegenüber. Dorthin wurde ein Teil der Antikensammlung verbracht.

 

1952 erhielt der Konservatorenpalast einen «braccio nuovo», in dem man die «Galleria Lapidaria» einrichtete. Unter Lapidarien versteht man Skulpturen, Sarkophage und andere Steinmetzarbeiten.

 

1997 musste infolge Bauarbeiten am Palast ein Teil der Sammlung ausgelagert werden – in ein ehemaliges Elektrizitätswerk an der Via Ostiense. Aus dem Provisorium wurde eine feste Einrichtung – heute ist das eine offizielle Aussenstelle des Museums.

 

2005 erfolgte eine grundlegende Umgestaltung und Erweiterung der Kapitolinischen Museen. Es kam ein verglaster Innenhof dazu.

 

 

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Der verglaste Innenhof.

 

 

Freunde von römischer und griechischer Kunst sind in diesen Museen bestens aufgehoben. Hier findet sich eine Menge an hoch interessanten Werken aus der Antike. Die Gemäldesammlung in der Pinacoteca hingegen ist weniger umfangreich, sie besitzt aber einige herausragende Werke.

 

 

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Piazza del Campidoglio. Links Palazzo Nuovo,
rechts Palazzo dei Conservatori mit dem
bedeckten verglasten Innenhof.

Foto Google Earth.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Museo del Palazzo dei Conservatori

 

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Bronzestatue des Marc Aurel, 2. Jht n.Chr.

Er war römischer Kaiser von 161 bis 180 n.Chr., hat sich aber auch einen Namen als Philosoph gemacht – und als Kaiser, der versuchte, das Los der Sklaven zu erleichtern. Das mächtige Reiterdenkmal aus Bronze steht im Innenhof des Palazzo dei Conservatori, eine Kopie davon in der Mitte der Piazza del Campidoglio vor dem Museum.

 

konstantin

 

 

Konstantin der Grosse, 330-337 n.Chr.

Vergoldete Bronze. Der Riesenkopf steht im verglasten Innenhof. Konstantin war der erste christliche Kaiser Roms. Um 309 hatte es noch vier römische Kaiser gegeben – gleichzeitig. In Rom Maxentius, im Osten Galerius Maximus, im Westen Licinius und Konstantin. Aber Konstantin wollte alleiniger Herrscher werden. 311 starb Galerius. Konstantin zog 312 mit seinen Truppen nach Rom. Vor dem Kampf soll er eine Vision gehabt haben: Das Kreuz sei ihm am Himmel erschienen. Nach dem Sieg über Maxentius berief sich Konstantin auf den Christengott – dieser habe ihm den nötigen Beistand gegeben. 324 besiegte er auch Licinius und wurde alleiniger Herrscher des römischen Imperiums. Er verlegte seine Residenz in den Osten und nannte seine Stadt Konstantinopel.

 

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Die kapitolinische Wölfin.

Sie ist aus Bronze, stammt aus dem 6. Jht v.Chr. und ist ein Geschenk von Papst Sixtus IV an Rom. Heute gilt sie als Symbol von Rom, basierend auf der berühmten Legende, wonach die Stadtgründer Romulus und Remus von der «Mamma Lupa» gesäugt und aufgezogen wurden. Die Bronze-Figuren der Säuglinge sollen erst im 15. Jht zugefügt worden sein.

 

Pinacoteca

 

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tintoretto

Maddalena penitente, 1598

 

 

Caravaggio (1571-1610). S.Giovanni Battista.

Den «heiligen Johannes der Täufer» malte er 1602 für Ciriaco Mattei, eine bedeutende Grösse in der römischen Gesellschaft zu dieser Zeit. Matteis Sohn hiess auch Giovanni Battista... Das Gemälde mit dem nackten Johannes war nicht für eine kirchliche Umgebung gedacht, sondern für die Privaträume des Auftraggebers im Palazzo Mattei.

 

 

Tintoretto (1560-1635). Maddalena penitente.

Das Thema der «reuigen Sünderin» haben viele Künstler aufgegriffen – von Caravaggio über Tizian bis Donatello. Hier die Version von Tintoretto. Maria Magdalena gehörte zu den Frauen, die Christus nachfolgten und seine Kreuzigung mit ansahen. Magdalena entdeckte am Ostermorgen das leere Grab. Ihr begegnete der Auferstandene als Erste. Und ihr trug Jesus auf, den Jüngern von seiner Wiederauferstehung zu berichten. Wo Magdalenas Sünde liegt, ist unklar.

 

Palazzo Nuovo

 

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Marforio, 2. Jht n.Chr.

Der bärtige Flussgott aus Marmor gehört schon seit 800 Jahren zu den Sehenswürdigkeiten Roms. Und seit es den «Palazzo Nuovo» gibt (also seit 1654), ziert er dessen Innenhof. Für die Verlegung der 6 m grossen Statue war Papst Innozenz X zuständig. Ob es sich wirklich um einen Flussgott handelt, ist umstritten.

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Die kapitolinische Venus, 2. Jht n.Chr.

Römische Nachbildung einer griechischen Statue aus dem 2. Jht v.Chr. Möglicherweise nach der berühmten Aphrodite des Praxiteles, der Aphrodite von Knidos. Praxiteles' Original gilt als die erste Darstellung einer nackten Frau in Lebensgrösse in der Zeit der griechischen Klassik.

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Der sterbende Galater.

Kopie einer Statue, die den Sieg von Attalus I (König von Pergamon, 241 bis 197 v.Chr.) über die Galater feiert. Die Galater waren ein keltischer Stamm, der in den Balkan eingefallen war. Die Statue zeigt einen nackten Krieger, der sich sterbend auf seinen Schild stützt.

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Fotos Kapitolinische Museen

 

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