Das Hundertwasserhaus, Wien.


Da Friedensreich Hundertwasser selbst nicht Architekt war, suchte er sich einen, mit dem er sein Haus realisieren konnte. Er wollte ein «Haus für Menschen und Bäume». 1979 konnte er die Stadt Wien für sein Konzept gewinnen. Sein Architekt, Josef Krawina, bemühte sich. Aber die Baureglemente liessen die der Natur nachempfundenden schrägen und unebenen Böden und Wände nicht zu. Hundertwasser brauchte einen neuen Architekten. Peter Pelikan übernahm die Planung – erfolgreich. Nur gab es hinterher Streit, weil dieser sich nach getaner Arbeit als Miturheber sah und seine «eigenschöpferischen Beiträge» einklagte. Der Oberste Gerichtshof gab ihm recht.

 

 

kunsthaus

 

Die Wohnhausanlage der Gemeinde Wien konnte gebaut und 1985 bezogen werden. Sie ist wie geplant rundum schräg und uneben und üppig begrünt. Die 1985 gepflanzten Sträucher sind inzwischen zu stattlichen Bäumen herangewachsen. Im Haus befinden sich 50 Wohnungen und vier Lokale, dazu private und gemeinschaftliche Dachterrassen.

 

Das Hundertwasserhaus hebt sich von sämtlichen anderen Gebäuden der Stadt ab und ist eine touristische Attraktion geworden.

 

 

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hundertwasser

Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser, geboren 1928 in Wien, gestorben 2000 an Bord der Queen Eisabeth 2 vor Brisbane.

 

Foto Hannes Grobe, Creative Commons
CC-BY-SA-2.5

Friedensreich Hundertwasser (1928-2000).

Bürgerlich heisst er Friedrich Stowasser (in slawischen Sprachen heisst sto hundert). In Wien besucht er die Montessorischule. Der Akademie der bildenden Künste stattet er nur einen kurzen Besuch ab: drei Monate. Danach ist vor allem Reisen angesagt. In Neuseeland erwirbt der Umweltaktivist in den 70er-Jahren mehrere Grundstücke und verwirklicht seinen Traum vom Leben mit der Natur. Sein «Bottlehouse» ist dank Sonnenkollektoren und Wasserrad nahezu autark. In der Architektur setzt er sich für alles ein, was keine geraden Linien hat. In der Kunst ist er als Maler und Grafiker tätig, entwirft Plakate und Briefmarken. 1995 erscheint die «Hundertwasser-Bibel», die er mit 30 Collagen und 50 Kunstwerken bebildert. Er stirbt 2000 auf der Rückreise von Neuseeland nach Europa an Bord der Queen Elisabeth 2 an Herzversagen. Auf seinen Wunsch hin wurde er in Neuseeland beerdigt.

 

haus

Die farbenfrohe Hausfront.

Die ganze Hausfront präsentiert sich in leuchtenden Farben. Nichts ist gleichförmig, alles wirkt irgendwie schräg, wie von der Natur erbaut. So wie es sich Friedensreich Hundertwasser gewünscht hat. Nur die Glasfront erscheint etwas statisch. In ihr befinden sich die Treppen.

säuleneingang

Die Eingangssäulen.

Jede Säule am Eingang stellt ein eigenes Kunstwerk dar. Die Formen weichen komplett voneinander ab, jede hat ihren eigenen Aufbau und ihre besondere künstlerische Beschaffenheit. Auch im Inneren des Hauses sind überall Säulen – die einen haben eine tragende Funktion, andere sind reine Zierde.

wohnungen

Die Wohnungen.

Jeder Wohneinheit ist eine eigene Farbe zugeordnet. Die Wohnungsfenster variieren in Grösse und Form. Deren Rahmen sind in Komplementärfarben gehalten.

statuen

Ornamentik und Statuen.

Das Haus ist mit zahlreichen Ornamenten versehen, zum Beispiel mit schwarzen, weissen und farbigen Fliesen. Dazu kommen Statuen und gemalte Tiere und Pflanzen.

stiegenhaus

Das Stiegen(kunst)haus.

Kunst am Bau könnte man dem sagen. Auch hier gilt: Nichts ist gerade, weder die Wände noch das Geländer, und die Form der Fliesen ist handmade.

boeden

Schräge und unebene Böden.

Aufgepasst. Wer durch die Räume geht, muss ganz schön aufpassen, damit er/sie nicht stolpert: Die Böden sind so uneben wie in der Natur.

restaurant

Stilgetreues Restaurant.

Im Parterre steht den Besuchern ein attraktives Restaurant zur Verfügung. Es passt im Stil genau zum Haus – auch hier alles schräg und uneben.

   
   

 

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