Secessionsgebäude, Wien.


Die Wiener Secession steht für den Beginn des Jugendstils. Sie wurde 1897 von einer Künstlergruppe gegründet, die genug hatte von der konservativen Malerei. Sie spaltete sich ab, um ihren eigenen Weg zu gehen. Allen voran Gustav Klimt, der zum ersten Präsidenten der Vereinigung gewählt wurde. Zu den Gründern gehörten auch die Maler Koloman Moser und Carl Moll sowie die Architekten Josef Hoffmann und Joseph Maria Olbrich.

 

Architekt Olbrich war es dann auch, der das neue Gebäude gestaltete. Als Ausstellungshaus für die neue moderne Kunst, als «Tempel für die Kunst». Das Motto schrieb man gleich aufs Haus: «Der Zeit ihre Kunst – der Kunst ihre Freiheit». In Wien erregte die Secession grosses Aufsehen und sorgte auch für Aufregung – das ganze war für viele doch etwas sehr neu.

 

Eine der ersten Ausstellungen war 1902 Ludwig van Beethoven gewidmet. 21 Mitglieder der Secession inszenierten ihre Arbeiten rund um die eben fertig gestellte Beethoven-Plastik von Max Klinger. Gustav Klimts Beitrag war der heute berühmte Beethoven-Fries, ein monumentaler Wandzyklus.

 

Heute wird das Gebäude für Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst benutzt. Während meines Besuches – im Januar 2018 – war das Haus allerdings verhüllt, es wird gerade renoviert. Immerhin konnte ich den Hauptraum mit Klimts Beethovenfries besuchen. Wie die Aussenhülle aussieht, musste ich mir anhand von Fotos und Postkarten vorstellen. Die goldene Kuppel besteht aus 3000 eisernen und vergoldeten Lorbeerblättern. Im Moment wird gerade Geld gesammelt, um die Vergoldung zu finanzieren.

 

 

secession

Secessionsgebäude heute...

 

 

haus_1899

...und 1899.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

beethovenfries

Der Beethovenfries von Gustav Klimt.

Das Thema des Frieses heisst «Suche der Menschheit nach dem Glück» und bezieht sich auf Richard Wagners Interpretation von Beethovens Neunter Symphonie. >mehr (als PDF)

genien

 

ritter

 

Schwebende Genien und helfende Ritter.

Auf der linken Wand zeigt Klimt schwebende Genien. Deren Fluss wird von einer Figurengruppe unterbrochen, die aus nackten Menschen besteht – Symbole der leidenden Menschheit – die einen Ritter in goldener Rüstung um Hilfe anflehen. Hinter dem Ritter sind zwei Frauen zu erkennen, die Ehrgeiz und Mitleid darstellen.

 

gigant

 

wolllust

Die feindlichen Gewalten.

Die Mittelwand zeigt das Ungeheuer Typhoeus mit seinen drei Töchtern, den Gorgonen. Über diesen maskierte Frauenköpfe, die Krankheit, Wahnsinn und Tod verkörpern.

 

Rechts des Ungeheuers drei Frauen, die Wolllust, Unkeuschheit und Unmässigkeit darstellen. Letztere ist an ihrem dicken Bauch zu erkennen.

chor

 

kuss

 

 

...und dann zum Glück dank Poesie.

Auf der rechten Seitenwand findet die Sehnsucht nach dem Glück Erfüllung. In Form von Poesie – dargestellt als Frau mit Leier. Dann folgt der Chor der Paradiesengel. Den Höhepunkt – sozusagen die Vergöttlichung der Kunst – bildet «Dieser Kuss der ganzen Welt», wie es im Schlusschor bei Beethoven heisst, basierend auf Friedrich Schillers Ode an die Freude.

more

 

Fotos / Diashow

 

   
   

 

beethovenfries_klimt
kuss
chor
wolllust
gigant
ritter
genien
beethovenfries