«Der Blaue Reiter», München 1911

 

So nannte sich eine Münchner Künstlergruppe, die 1911 von Wassily Kandinsky und Franz Marc gegründet wurde. Ihr Ziel war es, die Grenzen des künstlerischen Ausdrucksvermögens auszuloten. Eigentlich ist «Der blaue Reiter» eine Abspaltung der N.K.V.M., der «Neuen Künstlervereinigung München», die 1909 um >Marianne Werefkin und Alexej Jawlensky herum gebildet worden war.

 

1912 publizierten Kandinsky und Marc ihren Almanach «Der Blaue Reiter» als Herausgeber. Mitverfasser des 'Programms für die Kunst des 20. Jahrhunderts' waren August Macke, Alfred Kubin und der Komponist Alban Berg. Das Besondere an diesem Programm: Es war nicht bindend, und jeder der Gruppe war frei, auf seine Weise zu arbeiten, neue Wege zu suchen und diese zu gehen.

 

Bei der zweiten grossen Ausstellung des Blauen Reiters 1912 in München waren bereits Werke von
>
Pablo Picasso, >Paul Klee, Hans Arp und anderen zu sehen.

Lange war «Der blaue Reiter» aber nicht unterwegs. Der erste Weltkrieg liess die Gruppe zerfallen. Franz Marc und August Macke wurden eingezogen und fielen auf dem Schlachtfeld, Wassily Kandinsky musste nach Russland zurück, Gabriele Münter – seine Lebensgefährtin – floh in die Schweiz. Obwohl die Gruppe nur drei Jahre lang wirkte, übte sie einen starken Einfluss auf die Entwicklung der modernen Kunst aus.

 

 

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Wassily Kandinsky

 

 

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Wassily Kandinsky (1866-1944)

Nach der Kriegserklärung Deutschlands an Russland reist er 1914 nach Moskau. Aber hier holt ihn schon kurz danach die russische Revolution ein: Schluss mit der künstlerischen Freiheit, – seine Werke werden beschlagnahmt. Ab 1922 ist er in Deutschland zurück (Lehrtätigkeit am Bauhaus), doch 1933 schliessen die Nazis das Bauhaus, und wieder werden seine Werke beschlagnahmt und als «entartete Kunst» gebrandmarkt. Kandinskys letzte Ausstellung findet in der Pariser Galerie l'Esquisse statt. Er stirbt 1944 in Neuilly-sur-Seine.

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Franz Marc (1880-1916)

Während auf vielen abstrakten Bildern von Kandinsky kaum mehr Figuren auszumachen sind, malt Franz Marc häufig Tierbilder, diese aber in spassigen Farben jenseits der Wirklichkeit. Franz Marc zählt zu den bedeutendsten Künstlern des Expressionismus in Deutschland. Sein kurzes Leben endet im 1. Weltkrieg bei Verdun. Als Leutnant der Landwehr wird er 1916 von einem Granatsplitter tödlich getroffen und im Park des Schlosses Guissainville bei Braquis beigesetzt.

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August Macke (1887-1914)

Auch er ein bedeutender Expressionist, und auch er stirbt jung im 1. Weltkrieg. Er fällt schon einen Monat nach Beginn des Krieges an der Westfront.

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Der Almanach von 1912

Textauszug aus dem Subskriptions-Prospekt:
«Die Kunst geht heute Wege, von denen unsere Väter sich nicht träumen liessen; man steht vor den neuen Werken wie im Traum und hört die apokalyptischen Reiter in den Lüften; man fühlt eine künstlerische Spannung über ganz Europa – überall winken neue Künstler sich zu: ein Blick, ein Händedruck genügt, um sich zu verstehen (......) und die Tatsache, dass neue Formen heute an allen Enden Europas hervorspriessen wie eine schöne, ungeahnte Saat, das muss verkündet werden...»

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Der blaue Reiter in Basel 2016

Sonderausstellung «Kandinsky, Marc und der blaue Reiter» in der Fondation Beyeler in Riehen vom
4. September 2016 bis 22. Januar 2017.

90 Werke von Kandinsky, Marc, Münter, Macke, Campendonk – zusammengetragen aus Museen von Moskau bis Buffalo.

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