Gustave Courbet (1819-1877)


Courbet ist der bedeutendste Repräsentant der realistischen Malerei in Frankreich. Er wurde in Besançon geboren und starb 1877 in La-Tour-de-Peilz VD.

 

Sein Markenzeichen: Der ständige Kampf um Anerkennung durch den Pariser Salon – mit mässigem Erfolg – bis er schliesslich 1855 während der Weltausstellung seinen eigenen «Pavillon du Réalisme» errichtete. In diesem konnte er vierzig seiner Gemälde zeigen, ohne dass er sich irgend einer Jury ausliefern musste. Nach dieser Ausstellung wuchs seine Bekanntheit schlagartig, und Courbets Stil des Realismus wurde wegweisend für eine neue Künstlergeneration.

 

 

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Die Klippen von Etretat nach dem
Sturm, 1866.

 

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«Selbstbildnis mit schwarzem Hund»,
gemalt 1842 im Alter von 23 Jahren.
Eines der wenigen Gemälde, die vom
Pariser Salon angenommen worden
waren.

 

Grosses Bild im Titel: «Der Maler in

seinem Studio», 1855.

 

Bildquelle: Wiki Commons.

 

 

Mehr zum Künstler und

zu seinem Stil, den Realismus

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Gustave Courbets berühmtestes Gemälde:
«L'Origine du monde» (Der Ursprung des Lebens), 1866.

Fotoquelle: Wiki Commons / Musée d'Orsay, Paris.

 

 

Das Gemälde, das mehr versteckt als gezeigt wurde


Es war eine Auftragsarbeit für einen türkischen Diplomaten und Kunstsammler namens Khalil Bey. Dieser hatte auch bei anderen Künstlern Aktbilder bestellt (wie zum Beispiel bei Jean-Auguste-Dominique Ingres), die er in seiner Sammlung zeigte. Doch bei Courbets deftigem Realismus muss den Türken der Mut verlassen haben, und er hielt «L'Origine du monde» vor seinen Gästen verborgen.

 

1888 geriet Khalil Bey in finanzielle Nöte – er musste seine Sammlung versteigern lassen. Das Bild ging an einen Antiquitätenhändler. Ein Käufer fand es bei ihm hinter einer Holzabdeckung, die nur mit einem Schlüssel zu öffnen war, und diese Abdeckung war mit einem Bild einer Schneelandschaft und Kirche (!) dekoriert.

 

«Der Ursprung des Lebens» wechselte danach mehrmals die Besitzer. Während des Krieges lag es in einem Banktresor in Budapest und entging so der Zerstörung durch die Nazionalsozialisten und ihren Sittenwächtern. Bei Kriegsende wurde der Tresor durch russische Truppen geöffnet, und so gelangte das Gemälde auf den Budapester Schwarzmarkt. Vom Käufer wurde es nach Frankreich geschmuggelt – natürlich versteckt nach allen Regeln der Kunst.

 

Schliesslich landete das Skandalbild 1955 beim Psychoanalytiker Jacques Lacan und seiner Ehefrau, der Schauspielerin Sylvia Bataille. Diese hängten das Gemälde in ihrem Landhaus zwar auf, aber auch dort wurde es hinter einem Doppelrahmen versteckt, auf den eine harmlose Landschaft aufgepinselt worden war. Nach Lacans Tod kam das Bild wieder auf den Markt. Es wurde 1988 erstmals im Brooklyn Museum in New York der Öffentlichkeit gezeigt, und seit 1995 hängt es im Musée d'Orsay in Paris. Ohne Abdeckung. Wenn Gustave Courbet wüsste, was er mit seinem realistischen Realismus für Stürme entfacht hat!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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