Otto Dix (1891-1969).


Er kommt 1891 in Thüringen als Sohn eines Eisenformers und einer Näherin zur Welt. Sein Vater ist engagierter Sozialdemokrat. Ab 1906 macht Otto eine Lehre als Dekorationsmaler, danach besucht er die Kunstgewerbeschule Dresden.

 

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wird er als Ersatz-Reservist eingezogen, erhält dort die Ausbildung als MG-Schütze. 1915 meldet er sich freiwillig zum Fronteinsatz, kämpft an der Somme und später an der Ostfront. 1918 wird er verwundet und zum Vizefeldwebel befördert. Er überlebt den Krieg und bringt aus diesem eine ganze Reihe von abstrakten und naturalistischen Zeichnungen nachhause.

 

1919 ist er Mitbegründer der «Dresdner Sezession». Er entwickelt seinen polemisch zugespitzten Realismus und schafft in den 20er-Jahren den Durchbruch als anerkannter Künstler.

 

1933 wird er von den Nazis als «entarteter Künstler» gebrandmarkt. 260 seiner Werke werden aus deutschen Museen entfernt und beschlagnahmt. Dix zieht in die «innere Emigration» nach Schloss Hegau in Süddeutschland. 1938 – nach dem Attentat auf Adolf Hitler – wird er durch die Gestapo verhaftet, aber nach zwei Wochen wieder entlassen. Seinen Unterhalt bestreitet er mit Privataufträgen. Kurz vor Kriegsende, 1945, wird er noch zum Volkssturm eingezogen und gerät in französische Kriegsgefangenschaft.

 

Nach dem Krieg arbeitet er in seinem Atelier in Dresden. 1955 nimmt er an der Documenta I in Kassel teil. Er wird Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Dort veranstaltet man ihm 1957 eine umfassende Retrospektive. 1959 erhält er das «Grosse Bundesverdienstkreuz». Zu seinem 75. Geburtstag ernennt ihn die Stadt Gera (Thüringen) zum Ehrenbürger, 1968 erhält er den Rembrandt-Preis der Goethe-Stiftung in Salzburg.

 

Am 25. Juli 1969 stirbt Otto Dix nach seinem zweiten Schlaganfall. Sein Grab befindet sich in Hemmenhofen am Bodensee.

 

 

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Otto Dix (1891-1969). Selbstporträt.
Ausstellung «Gurlitt – entartete Kunst»,
2017/18 im Kunstmuseum Bern.

 

 

 

Titel: Otto Dix (1891-1969). Erinnerungen
an die Spiegelsäle von Brüssel, 1920.

Centre Pompidou, Paris.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Gasmaske, 1916.

Dix ist einer der wenigen Künstler, die den Ersten Weltkrieg von 1915-1918 an vorderster Front erleben. Er empfindet den Krieg als «Naturereignis» und macht in der Zeit rund 500 Zeichnungen auf toristergrossem Packpapier, dazu ein paar Gemälde und etwa 80 Guachen. >Gurlitt-Ausstellung 2017/18 im Kunstmuseum Bern.

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Kriegsverletzter, 1922.

Zu seinem Werk gehören sowohl realistische wie auch formverzerrte expressionistische Arbeiten. Mit seinen Bildern versucht er, das Grauen des Krieges durch einen neuen malerischen Stil zu bannen. Sammlung Kamm, >Kunsthaus Zug.

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Feierabend, 1923.

Dieses Aquarell «Feierabend der Eisenarbeiter» widmete Dix seinem Vater Franz (dritter von rechts) und seinem Bruder Fritz (ganz rechts). Es stammt aus dem Legat von Cornelius Gurlitt und wurde an der Gurlitt-Ausstellung 2017/18 im >Kunstmuseum Bern gezeigt.

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Mutter mit Kind, 1924.

Ein Müsterchen aus seiner Phase der «neuen Sachlichkeit», verbunden mit seinem polemisch zugespitztem Realismus. >Kunsthalle Hamburg.

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Sitzender weiblicher Akt, 1922.

Dass Dix auch den realistischen Stil beherrscht, zeigt er mit dieser Bleistiftzeichnung. Aus der Sammlung Kamm, Kunsthaus Zug.

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Frauenkopf, ohne Datum.

Ist es verwunderlich, dass diese Abbildung in der Ausstellung «Gurlitt – entartete Kunst» gezeigt wurde? Kunstmuseum Bern.

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Hegaulandschaft, 1943.

Dieses Stimmungsbild malte Dix in seiner «inneren Emigration» im Hegau in Süddeutschland. Museum zu >Allerheiligen, Schaffhausen.

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Fotos / Diashow

 

   
   

 

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