Pablo Picasso (1881-1973)


Der berühmteste Künstler der Welt. Er hat in seinem langen Leben rund 20'000 Werke geschaffen – vielleicht waren es auch 50'000, wenn man alle Zeichnungen und Plastiken mit einrechnet. Er ist ein Phänomen, das sich von allen anderen abhebt. Einer der ganz wenigen, die schon zu Lebzeiten berühmt waren. Einer, der den klassischen Weg des hungernden Künstlers nicht kannte, nie so richtig unten durch musste. Der mit seiner Kunst steinreich wurde und davon in Saus und Braus leben konnte. Der unzählige Stilrichtungen durchlaufen oder gar selbst erfunden hat. Dem schon zu Lebzeiten zwei Museen gewidmet wurden. Ein Phänomen eben.

 

Das Talent fürs Zeichnen war ihm buchstäblich in die Wiege gelegt worden. Von seinem Vater, der freischaffender Maler und Zeichenlehrer an der Kunstschule San Telmo in Màlaga war. Dort wurde traditionelle akademische Malerei gelehrt. Als Zehnjähriger wurde der kleine Pablo – der mit der Volksschule nicht zurecht kam – in die «Schule für Bildende Künste» in La Coruña geschickt. Mit 14 schaffte er die Aufnahme an die Kunstakademie von Barcelona und studierte dann an der königlichen Akademie in Madrid. Um 1900 ehrte man ihn bereits mit seiner ersten Einzelausstellung – in Barcelona. Picasso war ein begnadetes Talent, das er allerdings zunächst nur in der klassischen Malerei unter Beweis stellen konnte. Das aber war ihm nicht spannend genug.

 

In Paris lernte er die Werke von Cézanne, Degas, Bonnard und Toulouse-Lautrec kennen. Und freundete sich mit Henri Matisse an. Der Funke sprang über. Und nun begann Picasso, in seinem eigenen Stil zu malen. Oder besser gesagt: In seinen eigenen Stilen. Die blaue Periode, die rosa Periode, der Kubismus, die Abkehr vom Kubismus, der Surrealismus... und der bunte Reigen seines folgenden stilistischen Nebeneinanders.

 

Picasso kam am 25. Oktober 1881 in Màlaga in Südspanien zur Welt und starb am 8. April 1973 in Mougins/Frankreich. Er hatte in seinem langen Leben sieben Lebenspartnerinnen und zeugte vier Kinder, denen er zwei Schlösser und ein märchenhaftes Vermögen hinterliess.

 

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Selbstportrait von Pablo Picasso,

der mit ganzem Namen heisst:

Pablo Diego José Francisco de Paulo
Juan Nepomuceno Maria de los
Remedios Crispin Crispiano
Santissima Trinidad Ruiz y Picasso.

Ruiz war der Name des Vaters,
Picasso jener seiner Mutter.

Das Gemälde entstand 1901, zeigt

ihn also als 20-jährigen. Zu sehen
im Kunsthaus Zürich.

 

 

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Picasso mit 81 Jahren.

>Source

 

 

 

>Musée Picasso Paris

 

>Museo Reina Sofia Madrid (Guernica)

 

>Museum Berggruen, Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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1895-1899 Akademische Grundausbildung.

Schon als Kleinkind ist er vom Zeichnen besessen. Sein Talent wird schnell erkannt. Die Schule ist für ihn aber ein Alptraum. Er hat Glück und darf stattdessen Kunstschulen besuchen. La Coruña, Barcelona, Madrid. Und bekommt so eine umfassende Ausbildung in traditioneller akademischer Malerei. Das Gemälde von 1897 heisst «Wissenschaft und Nächstenliebe» und wird mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Heute hängt es im Museo Picasso von Barcelona. Das Zeichenheft stammt aus seiner Studienzeit in Barcelona von 1899. Musée Picasso, Paris.

trinkerin

1901-1904 Die Blaue Periode.

Picasso reist zur Weltausstellung 1900 nach Paris. Dort lernt er die impressionistischen Werke von Cézanne, Bonnard, Degas und Toulouse-Lautrec kennen. Und begeistert sich an deren farbenfrohen Darstellungen. Picasso selbst malt in seiner blauen Phase eher ernste bis traurige Sujets. Gemälde aus dem Jahr 1902: «Eingeschlafene Trinkerin». Kunstmuseum Bern.

roterHarlekin

1905-1907 Die Rosa Periode.

Die Melancholie der Blauen Periode geht zu Ende. Immerhin hat er sich mit seinen «Blauen» einen Namen geschaffen. Nun sind seine Rosatöne an der Reihe. Seine Lieblingssujets sind jetzt traurige Spassmacher aus der Commedia dell’Arte. Sein «Sitzender Harlekin» von 1905 markiert den Beginn der Rosa Periode. Museum Berggruen, Berlin.

demoiselles d'avignon

>Source

1907 Les Demoiselles d'Avignon.

Mit der französischen Stadt Avignon hat der Titel nur insofern zu tun, als es in Barcelona eine Strasse mit diesem Namen gibt. Und die war für ihre Bordelle bekannt. Das Bild zeigt denn auch fünf Prostituierte. Das rosafarbige Gemälde gilt als Einstiegswerk in den Kubismus. Museum of Modern Art, New York.

kubismus

1908-1914 Kubismus. Braque oder Picasso?

Wer hat nun den Kubismus erfunden? Seltsamerweise malten die beiden Künstler um 1908 ziemlich ähnlich. Georges Braque zeigte seine Werke in einer Ausstellung. Der Kunstkritiker Louis Vauxelles schrieb: «Monsieur Braque réduit tout à des cubes». So entstand der Name des neuen Stils. Dieses Bild stammt aber von Picasso, «Buste de femme», 1909. Centre Pompidou, Paris.

sitzender akt

1916-1924 Die neue Lust auf Klassisches.

Vom Kubismus ist er nicht mehr begeistert, ganz streicht er ihn aber nicht aus seinem Repertoire. Es folgt eine Periode des Nebeneinanders. Als er 1917 in Rom die elegante Russin Olga Khokhlova trifft (die er 1918 heiratet), erwacht wieder die Lust auf Klassisches. Bild: «Sitzender Akt, sich den Fuss trocknend», 1921. Museum Berggruen, Berlin.

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1925-1936 Abstrakt oder surreal?

Picasso sieht sich selbst zwar nicht als Surrealist und sagt: «Ich bin immer in der Wirklichkeit geblieben». Aber klingt das nicht etwas surreal? Zumal er sich 1925 an der ersten surrealistischen Ausstellung in der Pariser Galerie Pierre beteiligt. Bild: «La femme qui pleure», 1927. Fondation Beyeler, Riehen/Basel.

guernica

 

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1937 Guernica – der politische Picasso.

Zum spanischen Bürgerkrieg nimmt er klar Stellung. Gegen Generalissimo Franco. Als dieser 1937 zusammen mit der deutschen Legion Condor das baskische Städtchen Guernica bombardiert und hunderte von Menschen tötet, macht sich Picasso an die Arbeit und schafft sein eindrucksvollstes Denkmal: «Guernica», 1937. Ein Schrei, der um die Welt geht. Es war der erste Bombenangriff der Menschheit auf Zivilisten. Das wandfüllende Kunstwerk hängt bis 1981 in New York, heute ist es im Museo Reina Sofia in Madrid zu sehen.

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1949 Picasso bei den Kommunisten.

Den zweiten Weltkrieg und die Besetzung von Paris durch die Nazis übersteht er unbeschadet. 1944 wird er Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs und bleibt es bis zu seinem Tod 1973. 1949 enthält er den Auftrag, für den Pariser Weltfriedenskongress ein Plakat zu entwerfen. Sein Parteigenosse, der Dichter Louis Aragon, rät ihm, eine Taube als Symbol zu verwenden. Picasso schafft sie, die Friedenstaube. Wird damit weltberühmt. Und sagt später: «Aragon hat keine Ahnung von Tauben, die sind so streitsüchtig und grausam...». Was kümmert's die Welt – die Taube wird für ewig zum Friedenssymbol.

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1971 Seine Ausstellung im Louvre.

Picasso feiert seinen 90. Geburtstag. Im Louvre bereitet man ihm eine Ausstellung über sein Lebenswerk. Damit wird er zum ersten Künstler, der noch zu Lebzeiten im Louvre ausgestellt wird.
Bild: «Le peintre et son modèle», 1971.
Museum Berggruen, Berlin.

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Picasso und seine Frauen

 

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Fotos Gemälde und Zeichnungen

 

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