Auguste Rodin
(1840-1917)


Dreimal versucht der junge Rodin, an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts von Paris aufgenommen zu werden –

und dreimal scheitert er. Er gibt nicht auf und setzt seine Künstlerkarriere ohne «offizielle» Ausbildung fort.

 

Er macht seinen Weg. An der Weltausstellung von 1900 – mit
60 Jahren – ist er dann mit 171 Werken präsent – und so erfolgreich und geschätzt, dass er 1904 zum Präsidenten der International Society of Sculpturs, Painters and Gravers gewählt wird. Mit seinen Hauptwerken «Le Penseur», «Höllentor», «Bürger von Calais» und «Le Baiser» macht er sich unsterblich und zählt heute zu den bedeutendsten Bildhauern, die je gelebt haben.

 

Einen grossartigen Einblick in
sein Schaffen bekommt man im

 

>Musée Rodin von Paris

 

 

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«Le Penseur».

 

 

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Auguste Rodin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweimal Rodins Meisterwerk «Le Baiser». Die Bronzestatue steht bei der Orangerie im Jardin des Tuileries in Paris, jene aus Marmor im Musée Rodin.

 

 

«Le Baiser» – romantisch und tragisch...


In der antiken Bildhauerei zeigen Abbildungen von Mann und Frau meistens Tod
und Trauer oder dann Frauenraub und gewaltsame Entführungen.

 

Ganz anders bei Rodin. Bei ihm werden die Paare zu Allegorien der Liebe, Lust und Begierde. Ein schönes Beispiel dafür ist sein weltberühmter «Baiser».

 

Allerdings steckt hinter dieser sinnlichen Skulptur ein veritables Drama. Rodin hat sich für dieses Werk bei «Dantes Göttlicher Komödie» die Figuren Paolo und Francesca ausgeliehen, die im 13. Jahrhundert gelebt haben sollen und beide aus Herrscherhäusern stammten. Sie aus Ravenna, er aus Rimini. Francesca hätte Paolos Bruder Gianciotto heiraten sollen, aber dieser war so hässlich, dass er glaubte, Francesca würde ihn zurückweisen. Also schickte er den schönen Paolo nach Ravenna, um die Hochzeit zu vollziehen. Francesca willigte ein. In der Hochzeitsnacht schlüpfte dann aber der hässliche Gianciotto ins Ehebett...

 

Blöd nur, dass sich Francesca und Paolo bereits ineinander verliebt hatten. Und da Gianciotto aus beruflichen Gründen viel auf Reisen war, entwickelte sich zwischen den beiden eine Affäre. Wie Dante berichtet, lasen die beiden eines Tages gemeinsam im Buch des Lanzelot, «wie Liebe ihn umstrickte», und dessen deftiger Inhalt «verfärbte ihre Wangen». Und noch deutlicher wird's ganz unten im 5.Gesang: «Zum Kuppler ward das Buch... an jenem Tage lasen wir nicht weiter...». Sie sollen das Buch weggelegt haben und sich in die Arme gefallen sein. Ob Rodin in seiner Skulptur genau diesen Moment zeigt? Unwahrscheinlich. Es sei denn, die zwei hätten das Buch nackt gelesen.

 

Wie auch immer, die Geschichte geht ja noch weiter: Eines Tages entdeckt Gianciotto die Ehebrecher in flagranti und tötet sie. 1581 sollen die beiden in einem Marmorsarkophag in der Kirche des Heiligen Augustus in Rimini gefunden worden sein... noch immer eng umschlungen, im Tode vereint...

 

 

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