Joaquim Sorolla Bastida (1863-1923)
Museo Sorolla, Madrid.

 


Sorolla? In Spanien ist er ein Superstar. Als Sorolla 2009 im Prado in Madrid gezeigt wurde, verzeichnete die Ausstellung einen absoluten Rekord. Mehr Publikum als bei den spanischen Helden Velazquez und Goya!

 

Sorolla ist der Meister im Umgang mit Licht. Seine Farben begeistern. Keiner fängt die Stimmung des Südens schöner ein. Besonders berühmt ist er für seine Gemälde, die das Leben am Meer zeigen. Seien es Fischer bei der Arbeit, seien es Menschen in ihrer Freizeit. Sein Plein-air-Realismus wirkt wie Fotografie.

 

Sorolla bildet aber nicht nur die schönen Seiten des Lebens ab. Er bezieht auch Stellung mit sozialkritischen Werken. Wie zum Beispiel mit «Mädchenhandel» (unterstes Bild rechts) mit dem Originaltitel «Trata de Blancas» von 1894, in welchem er blutjunge Mädchen zeigt, die von einer alten Kuppelmutter im Zug an einen unbestimmten Ort gefahren werden, wo sie als Prostituierte landen.

 

Joaquim Sorolla Bastida stammt aus Valencia. Schon im Alter von zwei Jahren ist er Vollwaise. Er wächst bei einer Tante auf. Er soll Schlosser werden, doch entdeckt man noch rechtzeitig sein Talent fürs Zeichnen. Er kommt mit 15 in der königlichen Akademie für schöne Künste von Valencia unter. Mit 18 lernt er in Madrid die Werke von Velazquez und Ribera kennen, mit 22 reist er nach Paris und studiert dort die Impressionisten, arbeitet auch in Rom und Berlin, erhält Auszeichnungen, an der Weltausstellung von Paris 1900 eine Ehrenmedaille.

 

Mit Mitte 30 schafft er in New York für das Spanische Institut einen Zyklus mit typischen Szenen aus der spanischen Provinz. Macht sich einen Namen. Porträtiert 1909 den US-Präsidenten William Howard Taft. Zurück in Madrid wird er Hofmaler und darf die Royals porträtieren. Wohlhabend, wie er nun ist, kauft er sich ein Haus in Madrid, eine Ferienwohnung in Cercedilla (60 km nördlich Madrid) und ein Strandhaus in seiner Heimatstadt Valencia.

 

1920 wird ihm der Titel eines Professors an der königlichen >Akademie «Bellas Artes de San Fernando» von Madrid verliehen, doch kann er diese Tätigkeit nie aufnehmen, weil er einseitig gelähmt ist. Er stirbt 1923 im Alter von 60 Jahren in seinem Haus in Cercedilla.

 

Seine Heimatstadt Valencia widmet ihm 2010 ein ganz spezielles Denkmal – einen Bahnhof. «Joaquin Sorolla» heisst die Station für Hochgeschwindigkeitszüge.

 

 

 

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Joaquin Sorolla Bastida.

Selbstporträt «A mi Clotilde»,
1909.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Strandspaziergang, 1909.

«Paseo a orillas del mar» ist eines der berühmtesten Bilder von Sorolla. Es zeigt Clotilde, seine Ehefrau, und seine Tochter Maria Clotilde am Strand von Valencia. Sein Malstil wird als spanischer Postimpressionismus bezeichnet. Das Gemälde hängt seit 1932 im Museo Sorolla in Madrid.

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Instantanea. Biarritz, 1906.

Ist es seine Ehefrau Clotilde oder seine Tochter Maria Clotilde? Sicher ist nur, dass die Dame eine der topmodernsten Kameras in der Hand hält, eine «Kodak Folding Pocket No. 0». Die kleinste Kamera, die es zu jener Zeit gab.

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Cosienda la Vela, 1896.

Dieses 2 x 3 Meter grosse Meisterwerk ist ein Fest von Licht und Farbe. Es zeigt Frauen beim Nähen eines Segels.

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Pescadores valencianos, 1895.

Eines der ersten Plein-air-Bilder von Sorolla. Es folgte eine Serie von Fischerszenen, die den Künstler berühmt machten. Dieses Werk wurde 2003 bei Sotheby's in London für 3.7 Mio englische Pfund versteigert.

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Verano, 1904.

Spielende Kinder am Strand von Valencia. Die Mutter mit ihrem heulenden Kleinkind – ein Moment so echt aus dem Leben gegriffen, als ob er fotografiert würde.

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El bote blanco. Javea, 1905.

Ein Kunstwerk der Extraklasse. Die Buben, lebensecht in ihrer Aktion. Das Meer, tausend Farbtöne mit wenigen, groben Pinselstrichen.

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Despues del bano. Valencia, 1909.

Zwei Mädchen nach dem Bad am Strand von Valencia. Man spürt sie förmlich, die sommerliche Meeresbrise.

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US-Präsident William Howard Taft, 1909.

Der amerikanische Kunstsammler Huntington lud Sorolla nach New York ein und widmete ihm in der Hispanic Society eine Ausstellung. Sorolla bekam daraufhin eine Einladung ins Weisse Haus, wo er den amerikanischen Präsidenten William Howard Taft porträtieren durfte.

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Sein Lieblingsmotiv: Ehefrau Clotilde.

Clotilde Garcia war die Schwester eines ehemaligen Mitschülers an der Akademie San Carlos. Sorolla heiratet sie 1888 in Valencia. Die schöne Clotilde ist fortan sein Lieblingsmotiv. Er malt sie als spanische Edelfrau, als Hausfrau, als Mutter, als Akt.

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Desnudo de mujer, 1902.

Nein, nicht irgendeine nackte Frau, wie der Titel besagt. Es ist seine Clotilde. In der Stellung von Velazquez' «Venus im Spiegel». Bloss schaut seine Clotilde nicht selbstverliebt in den Spiegel, sondern blickt verträumt auf ihren (Ehe?)ring.

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Mis hijos, 1904.

Das Bild zeigt seine drei Kinder: Maria Clotilde mit 14, Joaquin mit 12 und Elena mit 9 Jahren.

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Trata de blancas, 1894.

Unter «trata de blancas» versteht man Frauen, die geraubt und entführt wurden und als Prostituierte in einem Harem des Osmanischen Reiches landeten. Sorolla zeigt die unschuldigen und nichts ahnenden Mädchen in einem Zugabteil auf dem Weg in ihr trauriges Schicksal.

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