Félix Vallotton (1865-1924)


Er kommt in Lausanne als Sohn eines Drogisten zur Welt und zieht schon mit zarten 17 nach Paris. Dort schreibt er sich in die Ecole des Beaux-Arts ein. Bereits drei Jahre später kann er im Salon des Artistes Français ausstellen. In der Schweiz sind seine Arbeiten erst 1890 zum ersten Mal zu sehen – an der Exposition Nationale Suisse des Beaux Art, in Bern.

 

In Paris schliesst er sich der Rebellengruppe Nabis an, zusammen mit seinen Freunden Edouard Vuillard, Pierre Bonnard und Maurice Denis. Kopf der Gruppe ist Paul Sérusier. Sie befasst sich nicht nur mit Malerei und Bildhauerei, sondern auch mit Drucktechniken, Buchillustrationen und mit dem japanischen Holzschnitt.

 

Furore macht Vallotton dann mit seinem Gemälde «Das Bad am Sommerabend», das er 1893 im Salon des Indépendents in Paris zeigt. Ein «Skandalbild» mit nackten badenden Damen, das ihm den künstlerischen Durchbruch bringt.

 

Der nächste Durchbruch, der finanzielle, erfolgt 1899: Er heiratet die Tochter des einflussreichen Pariser Kunsthändlers Alexandre Bernheim (Galerie Bernheim-Jeune). Das öffnet ihm die Türen zur Pariser Gesellschaft und macht ihn finanziell unabhängig. Nun kann er sich ganz der Malerei widmen.

 

1900 wird er französischer Staatsbürger. Er pflegt aber auch seine Kontakte und Freundschaften in der Schweiz. So berät er das Sammler-Ehepaar Arthur und Hedy Hahnloser beim Aufbau einer Kollektion mit französischen Modernen in der Villa Flora in Winterthur (>Sammlung Hahnloser).

 

Seine erste Einzelausstellung in der Schweiz bietet ihm 1910 das Kunsthaus Zürich. Auch hier verursachen seine freizügigen Nackedeien einen Skandal, mehr noch als 17 Jahre zuvor in Paris: In Zürich verwehrt man den Jugendlichen sogar den Zutritt zur Ausstellung. Von den 1700 Gemälden, die Vallotton im Laufe seines Lebens geschaffen hat, ist ein beachtlicher Teil dem weiblichen Akt gewidmet.

 

Félix Vallotton ist nicht nur Kunstmaler, sondern auch Schriftsteller. Er schreibt Romane und Theaterstücke. Sein Roman «La vie meurtrière» wird zwei Jahre nach seinem Tod posthum veröffentlicht.

 

Ab 1920 ist er gesundheitlich angeschlagen, dennoch fallen in diese Lebensphase einige seiner starken Werke. Wenige Tage nach seinem 60. Geburtstag stirbt Félix Vallotton im Dezember 1925 nach einer Krebsoperation. Er ist auf dem Pariser Friedhof von Montparnasse beerdigt.

 

 

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Félix Vallotton, Selbstbildnis 1905.

Kunsthaus Zürich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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1892: «Le bain au soir d'été».

Nicht verwunderlich, dass er mit diesem Gemälde – gezeigt am Salon des Indépendents von 1893 in Paris – einen Skandal entfacht. Einige der Damen, junge und ältere, glauben sich in diesem Bild in wenig vorteilhafter Pose zu erkennen. Für den Künstler ist das Werk ein grosser Erfolg. Mit einem Schlag ist seine Karriere lanciert.

 

Das Bild gelangt 1965 ins Kunsthaus Zürich, es ist ein Ankauf der Gottfried Keller-Stiftung. In Zürich wird es vor der Ausstellung von 2015 «Monet, Gauguin, van Gogh» restauriert.

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1896: Holzschnitt «La Paresse».

Internationale Anerkennung findet er auch mit seinen Holzschnitten, die sich durch starke Kontraste und vor allem durch seine sozial-kritischen Motive auszeichnen. Sie werden in verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht und finden grossen Anklang.

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1896: «Maitresse et servante».

Ein Thema, das nicht nur Vallotton fasziniert. Auch Vermeer und Manet haben sich damit befasst. Zu diesem Bild haben sich Kritiker die Frage gestellt, ob der Titel wohl zuträfe, oder ob es sich hier um zwei verliebte Frauen handeln könnte.

 

«La Blanche et la noire» von 1913 ist einem Motiv von >Monet nachempfunden, in dem eine nackte Weisse und eine schwarze Dienerin vorkommt. In Vallottons Version wird die 'Dienerin' zu einer zigarettenrauchenden Freundin.

 

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1906: «Femme nue regardant dans un psyché».

Mit Psyche hat das Wort nichts zu tun. Es steht ganz einfach für Ankleidespiegel. Von der mehr symbolistischen Form wie beim «Bad am Sommerabend» löst sich Vallotton nach und nach und bildet seine nackten Frauen immer naturalistischer ab.

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1924: «Femme nue tenant un livre».

Knallige Farben und viel Rundungen machen aus diesem Werk einen Hingucker. Es gehört zur permanenten Sammlung des Kunsthauses Zürich.

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1924: «Soucis et mandarines».

Wer dieses Stilllife im Original sehen möchte, muss eine lange Reise inkauf nehmen. Es hängt in der National Gallery of Art in Washington.
Fotoquelle: WikiCommons.

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Fotos / Diashow

 

...und noch viel mehr Vallotton-Werke gibt es hier zu sehen:

>https://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_peintures_de_Félix_Vallotton

   

 

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