Marianne Werefkin
(1860-1938)


Die Künstlerin stammte aus sehr gutem Haus
(ihr Vater war Miitärgouverneur in Vitebsk, Weissrussland, später Kommandant der Peter- und Paul-Festung in Sankt Petersburg) – und ziemlich frei von finanziellen Sorgen. Sie durfte Malunterricht bei keinem Geringeren als Ilja Repin nehmen, reiste dann durch halb Europa, studierte mal da, mal dort und traf Künstlerkoryphäen von München bis Paris. Doch dann blieb plötzlich die zaristische Pension ihres Papas aus – die russische Oktoberrevolution von 1917 machte dem süssen Leben ein Ende. Sie stand mittellos da und emigrierte nach Zürich, 1918 dann nach Ascona.

 

Für Ascona war das eine glückliche Fügung, denn Marianne Werefkin half bei der Gründung des Museo Comunale und schenkte diesem zum Start gleich fünf ihrer Werke. Heute gibt es dort deren neunzig zu bewundern.

 

>Museo Comunale d'Arte Moderna, Ascona

 

 

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Marianne Werefkin.
Selbstporträt, 1893.



Titelbild oben: Ausschnitt aus

«La Montagna», 1918.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Marianne Werefkin, Domenica primaverile, 1907.

 

 

Werefkins Freude an knalligen Farben.


1903 formuliert sie ihre künstlerischen Leitlinien, nachdem sie im Pariser Musée du Luxembourg zeitgenössische Gemälde bewundert und studiert hat. Sie deklariert, dass man sich in der neuen Malerei von den natürlichen Farben loslösen müsse, und dass der subjektiven Sichtweise des Künstlers mehr Raum gewährt werden soll. Dass Emotionen in der Kunst wichtig seien. Man sieht es ihren Bildern an – sie hat ihre eigenen Richtlinien radikal befolgt.

 

1909 gründet sie zusammen mit Jawlensky und Kandinsky die NKVM, die «Neue Künstlervereinigung München», später schliesst sie sich den «Blauen Reitern» an, stellt 1912 ihre Bilder in der Ausstellung der Neuen Sezession in Berlin aus. 1917 nimmt sie in Zürich an der Dada-Bewegung teil.

 

Sie ist dreissig Jahre lang mit Alexej Jawlensky befreundet. 1922 ist sie Mitbegründerin des Museo d'Arte Ascona. Von 1929-1936 stellt sie auch in Genf, Basel und Zürich aus. 1938 stirbt sie in Ascona, wo sie begraben ist.

 

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«Mädchenkopf», 1918. Gemälde von
Werefkins Freund Alexej Jawlensky.

 

 

 

 

 

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