Magritte-Museum, Brüssel.

 

Brüssel widmet seinem berühmtesten Künstler des 20. Jahrhunderts gleich zwei Museen. Eines steht im Vorort Jette und zeigt neben ein paar Werken auch die gesamte Wohnungseinrichtung des Künstlers.

 

Das andere ist Teil der «Königlichen Museen für Schöne Künste» und thront prominent auf dem «Mont des Arts» im Zentrum der Stadt. Es soll die grösste Sammlung von Magritte-Werken weltweit umfassen.

 

Was wohl stimmen mag. Zahlenmässig. Allerdings sucht man Magrittes berühmteste Werke hier in Brüssel vergeblich. Diese millionen-dollar-teuren Kunstschätze sind in Spitzenmuseen der ganzen Welt verstreut – oder hängen in Privatgemächern.

 

Immerhin gibt es im Musée Magritte rund 200 Gemälde und Zeichnungen von sehr guter Qualität. Einige sind Schenkungen des Künstlers selbst. Nach seinem Tod zeigte sich auch seine Witwe Georgette Magritte splendabel, und weitere Werke stammen vom surrealistischen Dichter Paul Scutenaire und dessen Gemahlin. Einige Gemälde wurden dazugekauft, und rund 50 Exponate sind Leihgaben.

 

Das Museumsgebäude auf dem «Mont des Arts» von Brüssel ist ein ehemaliges Palais aus dem 18. Jahrhundert in klassizistischem Stil. Bevor man es Magritte widmete, war es bereits ein Teil der Königlichen Kunstmuseen. Für den grossen Brüsseler Sohn hat man es speziell umgerüstet und umgebaut. Heute präsentiert es sich in sehr gediegener Form, nicht überladen, genial beleuchtet und gut beschriftet. Die Werke sind chronologisch und übersichtlich auf drei Etagen ausgestellt.

 

 

Präsentation

Magritte-Museum, Brüssel.

 

 

 

 

>mehr über René Magritte

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das René Magritte Museum in Jette.

Viele persönliche Dinge, Möbel und Fotografien sind im kleinen Museum im Brüsseler Vorort Jette zu sehen. Es ist ein Privatmuseum, das vom Kunstsammler André Garitte errichtet wurde. Er erwarb jenes Haus, in dem Magritte von 1930 bis 1954 mit seiner Frau Georgette wohnte. Ab 1993 liess er es umbauen, um es als Museum zu nutzen. Seit 1999 ist es dem Publikum zugänglich.

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The Rape, 1945.

Diese Illustration ist im grossen Magritte-Museum in Brüssel ausgestellt. Das Original hängt irgendwo in einer Privatsammlung... Was der Titel Rape (Vergewaltigung) soll, ist unklar. Es soll ein «Bildnis» seiner Mutter sein, die sich in jungen Jahren in einem Fluss das Leben genommen hat. Als Magritte sie sah, war ihr Gesicht verdeckt, er konnte nur ihren nackten Körper erkennen. Diesen hat er nun zu einem Gesicht umgearbeitet.

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Le Retour, 1940.

Ein typischer Magritte – das Auge verwirrend. Statt den Himmel und die Wolken als Hintergrund zu verwenden, macht Magritte daraus die Form seiner Taube.

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La Magie noire, 1940.

Das Gemälde zeigt Georgette Berger, Magrittes Modell, Muse und Gemahlin. Der obere Teil im «himmlischen Look», der untere Teil erdgebunden. Mögliche Aussage: Oft haben wir unsere Gedanken in der Luft, während der Körper fest verankert auf der Erde bleiben muss. Das Werk wurde als Lithographie aufgelegt und in 275 Exemplren gefertigt.

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Die Schatzinsel, 1942.

Dieses Sujet muss den Künstler stark beschäftigt haben. Er hat davon eine ganze Serie ähnlicher Werke geschaffen. Aus einer Pflanze, die die Freiheit sucht, werden Tauben. Allein im Museum Magritte sind vier Versionen zu sehen, eine weitere hängt auch im Kunsthaus Zürich.

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La folie des Grandeurs, 1940-1967.

Auch von dieser Idee der dreiteiligen Frau im Stil der ineinander geschachtelten russischen Babuschka-Puppen gibt es mehrere Versionen. Im Museum von Brüssel ist diese vorbereitende Studie zu sehen. Vom Gemälde aus dem Jahr 1948 wurde eine Lithographie in einer Auflage von 300 Exemplaren erstellt.

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Perspective: Madame Récamier de David, 1967.

Diese Skulptur ist im Todesjahr des Künstlers entstanden. Als Basis diente Magritte das berühmte Gemälde der Madame Récamier von Jacques-Louis David aus dem Jahr 1800. Offenbar stellte sich Magritte die Dame in ihrem Sarg vor... ganz schön makaber und typisch Magritte.

 

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Werke im Magritte-Museum, Brüssel

 

 

 

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