National Gallery, London.

 

Was für ein Angebot! Ist es das grösste Kunstmuseum der Welt? Das wohl nicht, denn der Louvre zeigt auch noch mächtige Sammlungen von ägyptischen, griechischen und römischen Skulpturen. Aber die grösste Sammlung an Gemälden könnte es schon sein. Obwohl natürlich niemand weiss, was alles noch ungehängt in den Katakomben beider Museen lagert. Sicher ist: Hier in London hängen so viele Werke, dass einem schwindlig werden könnte. Man wandert durch Jahrhunderte des Kunstschaffens.

 

Die National Gallery ist sehr alt. Fast 200 Jahre. Sie wurde 1824 gegründet, als die britische Regierung die Kunstsammlung eines russischen Bankiers kaufte. John Julius Angerstein hiess er. In den ersten Jahren wurden die Bilder noch in dessen Haus gezeigt. Als dann Schenkungen von zwei Engländern (Sir George Beaumont und William Carr) dazu kamen, musste man ausbauen. Am Trafalgar Square entstand 1837 jener Teil, der auch heute noch ins Auge sticht: Das Hauptportal mit den tempelartigen Säulen. Die Kuppel kam erst später hinzu: Als man 1876 dem Museum einen Flügel anbaute. 1991 kam noch der Sainsbury-Flügel dazu, wo Gemälde aus der frühen Renaissance ausgestellt sind – das Älteste ist über 750 Jahre alt.

 

Es ist nicht ganz einfach, sich in diesem Riesenhaus zurecht zu finden. Zumal man nicht beim Hauptportal eintreten darf, sondern über den neuen Sainsbury-Flügel muss. Also kann man nicht mit Saal Nr. 1 starten, was logisch wäre, sondern steigt irgendwo im Bereich der Nummer 50 ein. Und verliert sich dann im Gewirr der Säle und unter den tausenden von Gemälden.

 

Tipp 1: Zuerst den Saalplan studieren, bevor man los zieht. Jene Künstler aussuchen, die man gerne sehen möchte. Oder jene Gattung (zum Beispiel die Modernen in den Räumen 41-46). Und dann zielstrebig den richtigen Saal anpeilen.

 

Tipp 2: Eine echte Alternative – einfach durch die Säle flanieren und sich vom Zufall steuern lassen. Plötzlich steht man vor Velazquez' Venus oder vor Van Goghs Sonnenblumen. Und freut sich über jede Entdeckung.

 

 

national-gallery

Das Hauptportal am Trafalgarsquare – hier

ist aber nicht der Eingang. Dieser befindet

links von hier aus gesehen, beim Sainsbury-
Flügel.

 

eingangshalle

Die Eingangstreppe zum Museum, die jetzt

nur noch als Ausgang verwendet wird.

 

 

 

 

 

 

 

Meisterwerke der Renaissance 1265-1590.

Die ältesten Werke finden sich im jüngsten Teil des Museums: im Sainsbury-Flügel, den es erst seit 1991 gibt. Das älteste Werk stammt aus dem Jahr 1265. Was in der Renaissance Rang und Namen hat, ist dabei: Von da Vinci bis Raphael, von Masaccio bis Bellini, von Dürer bis Bronzino und und. Eine Trouvaille nach der anderen... Bild: Portrait of a Lady, 1460, von Rogier van der Weyden oder seinem Workshop.

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venus

17. Jahrhundert: Von Velazquez bis Vermeer...

...und plötzlich steht man vor Gemälden, die man zu kennen glaubt, aber im Original noch nie gesehen hat. Wie die «Venus vor dem Spiegel» von Diego Velazquez.

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Rubens und Rembrandt, von 1599-1669.

Zwei der ganz Grossen dieser Epoche. Die National Gallery brilliert mit einer unfassbar umfangreichen Sammlung von Rubens. Mit dabei natürlich der Tophit «Samson und Delilah».

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stubbs

18. Jahrhundert: Gainsborough und Stubbs.

Wahrscheinlich das berühmteste Pferdebild der Welt. «Whistlejacket» von George Stubbs. Das Rennpferd gehörte dem Marquess of Rockingham. Aus dem 18. Jahrhundert stammen auch die grossartigen Venedig-Ansichten von Canaletto sowie Thomas Gainsboroughs Porträts der noblen englischen Gesellschaft.

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turner

19. Jahrhundert: Die Briten Turner und Constable.

Die grösste Sammlung an Werken von William Turner zeigt natürlich die >Tate Britain, aber die National Gallery präsentiert ein paar ganz exklusive Stücke.

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vangogh

19./20. Jahrhundert: Von Goya bis Van Gogh.

Nicht weniger als sechs Säle (Nr. 41-46) sind den Modernen gewidmet. Die Sammlung ist eindrücklich, aber übersichtlich. Und der Publikumsansturm bei den Modernen ist beträchtlich. Besonders vor Van Goghs Sonnenblumen stauen sich die Leute.

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manet

Die ganz Berühmten: Manet, Monet & Co.

Unter den berühmten Franzosen gibt es einige, die noch ein bisschen berühmter sind. In der National Gallery werden sie zwar nicht speziell hervorgehoben, aber in dieser Fotogalerie schon. Vorhang auf für Manet, Monet, Cézanne, Gauguin, Toulouse-Lautrec, Renoir... Ein Augenschmaus.

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