Ausstellung «The 2000 Sculpture»
Kunsthaus Zürich vom 27.8.21 bis 20.2.2022

 

Walter De Maria (1935-2013)
«The 2000 Sculpture»


Was im Kunsthaus Zürich zu sehen ist, ist eine weltweite Exklusivität: LandArt nicht in der Natur, sondern in einer Halle. Im grossen Ausstellungssaal (Bührle-Saal) mit 500 m2 Fläche, riesig.

 

Die gewaltige Bodenskulptur – 20x50 Meter – besteht aus genau 2000 weissen Gipsbarren, alle 50cm lang, angeordnet in zwanzig Reihen zu je 100 Elementen. In einem mathematisch errechneten Rhythmus, deren Sinn sich nicht auf den ersten Blick erschliesst: 5-7-9-7-5-5-7-9-7-5. Die Zahlen erklären sich aus der Form der Gipsbarren, die fünf-, sieben- und neunkantig ausgefertigt sind.

 

Es ist ein Spiel von Rhythmus und Bewegung: Die BetrachterInnen sollen sich bewegen und das Werk umwandern und von allen Seiten studieren. Je nach Betrachtungswinkel ergeben sich Diagonalen oder Zickzacklinien oder auch nur einzelne Gruppen von Elementen. Manchmal «sieht» man nur einzelne Blöcke, manchmal Strukturen, die an kleine Reihenhäuser erinnern. Jede und jeder kann darin etwas anderes erkennen. Auch das Licht spielt eine Rolle. Das von oben kommende Tageslicht verändert sich ständig, je nach Tageszeit und Wetter, mal mit, mal ohne Sonne. Licht und Schatten in ständigem Wechsel.

 

 

reihenhäuser

The 2000 Sculpture (Ausschnitt).

 

 

Das monumentale Werk wurde 1992 zum ersten Mal in Zürich ausgestellt – durch den bekannten Schweizer Ausstellungsmacher Harald Szeemann (1933-2005) – und ein weiteres Mal zur Jahrtausendwende 1999/2000, erneut in der grossen Ausstellungshalle des Kunsthauses Zürich (Bührlesaal).

 

«The 2000 Sculture» befindet sich im Besitz der 1955 gegründeten Walter A. Bechtler-Stiftung. Ihr Gründer Walter Bechtler (1905-1994) war ein Schweizer Unternehmer (Lüftungs- und Heizungstechnik) und Kunstsammler. Die Stiftung verfolgt den Zweck, «zeitgenössische Kunst – vor allem Plastiken und Skulpturen – anzukaufen und auf öffentlichem Grund der Bevölkerung zugänglich zu machen».

 

Eine der bedeutendsten Werke der Sammlung ist «The 2000 Sculpture». Nach der Ausstellung in Zürich sollen die 2000 Barren, sauber angeordnet, eine dauerhafte Stätte bekommen. Und zwar in Uster. Die Bechtler-Stiftung will dort auf dem Areal des Zellwegerparks eine dem grossen Kunsthaussaal ähnliche Halle errichten, um die Bodenskulptur dort permanent ausstellen zu können.

 

 

 

>YouTube-Video «The 2000 Sculpture»

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Walter De Maria, 1968.

 

Wer ist Walter De Maria?

 

Walter Joseph De Maria (1935-2013) war ein amerikanischer Bildhauer, Illustrator und Komponist. Er befasste sich mit Minimal Art, Konzeptkunst und LandArt der 1960er-Jahre.

 

Seine Eltern besassen ein Restaurant in Albany. Zunächst galt sein akademisches Interesse der Musik. Von 1953 bis 1959 studierte er Geschichte und Kunst an der University of California, Berkeley. 1960 zog er nach New York. Seine frühen Skulpturen waren von Dada, Suprematismus und Konstruktivismus beeinflusst. >Fotoquelle

 

 

   

einzelbarren

Seriell hergestellte Gipsbarren.

Was heisst Konzeptkunst?

 

«The 2000 Sculpture» ist in seiner Machart eine industrielle Serienproduktion. Heisst: Der Künstler ist nicht der Erschaffer der 2000 Gipsbarren. Er hat dazu «nur» die Idee und das Konzept geliefert. Die Barren wurden dann von Facharbeitern hergestellt und weitere zahllose Mitarbeiter sorgten für die Platzierung der einzelnen 2000 Klötze nach präzisen Vorgaben des Künstlers.

 

halle

Der Bührle-Saal, Ausstellungshalle ohne Stützen.

Bedingung: Die passende Halle dazu

 

Zum besonderen Charakter dieser Bodenskulptur gehört der Umstand, dass sie einer passenden Halle bedarf. Sie verlangt nach einem stützenfreien Museumssaal mit natürlichem Oberlicht. Der Bührle-Saal im Kunsthaus Zürich erfüllt diese Bedingung.

 

Zusätzlich verlangt der Künstler, dass die Skulptur als einzelnes Werk ausgestellt wird.

 

 

querschnitte

Fünfecke,
Siebenecke,
Neunecke.

Bezug zur Jahrausendwende?

 

Zunächst bezieht sich die Zahl 2000 auf die Anzhal Teile, aus der die Skulptur besteht. Möglicherweise hat aber der Künstler schon damals an das Jahr 2000 und an die Jahrtausendwende gedacht.

 

Die Skulptur besteht aus 20 Reihen mit je 100 Gipsbarren von 50 cm Länge, 18 cm Höhe und drei verschiedenen Querschnitten: Fünfeck, Siebeneck und Neuneck. Die in Fischgrat-Ordnung ausgelegten Hunderterreihen bestehen jeweils aus Barren eines der drei Querschnitt-Typen. Sie sind in der Abfolge 5-7-9-7-5-5-7-9-7-5 angeordnet, also mit zweimal an- und absteigender Kantenzahl. Das Barrenfeld weist eine Breite von 20 Metern und eine Länge von 50 Metern auf.

 

hoch

«The 2000 Sculpture», zum dritten Mal in Zürich zu Gast.

Land Art oder Minimal Art?

 

«The 2000 Sculpture» ist zunächst eine Bodenskulptur. Es handelt sich aber auch um Minimal Art oder serielle Kunst. Oder Land Art, einfach in einer Halle statt im Freien.

 

Nach zehnjähriger Entwicklungs- und Vorbereitungszeit wurde das Werk 1992 zum ersten Mal im Kunsthaus Zürich gezeigt – auf Einladung des Schweizer Ausstellungsmachers Harald Szeemann (1933-2005).

 

1999/2000 war sie im Bührle-Saal ein zweites Mal zu sehen – und nun 2021/22 ein drittes Mal. Anschliessend soll sie einen fixen Platz bekommen: In einer eigens für sie gebauten Halle in Uster, auf dem Areal des Zellwegerparks.

 

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Fotos Ausstellung «The 2000 Sculpture»

 

   
   

 

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