Salvador Dalì (1904-1989)

und sein Bibelzyklus


Zeitlebens baut er an seinem Image als Rebell. Als Aufbegehrer, der immer und überall gegen den Strom schwimmt, der alles in Frage stellt, alles hinterfragt. Der mit seiner Kunst antritt, die Leute zu schockieren. Der von sich selbst sagt: «Ich bin nicht nur Provokateur von Berufs wegen, sondern aus Veranlagung».

 

Und dann das. Da schafft er ein Werk, das ganz und gar im Mainstream liegt: Er nimmt sich die Bibel vor, sucht für ihn relevante Kernsätze des Alten und des Neuen Testamentes – und illustriert diese. Zwar in seinem eigenen Stil, der vielleicht jene Kreise schocken mag, die sich an den Bibelmalern der Renaissance orientieren. Aber letztlich sind es banale Illustrationen, frei von jeglicher Provokation. Und nicht einmal im Ansatz eine Auflehnung gegen die Bibel oder die Kirche. Ist das Dalì, der ewige Provokateur?

 

Als Sohn eines atheistischen Vaters und einer streng katholischen Mutter war er stets zwischen Glauben und Atheismus hin- und hergerissen, wechselte mehrmals die Fronten. Mal bekam er eine Privataudienz beim Papst (1949), mal wollte er aus der Kirche austreten. Schiesslich bekannte er sich aber doch zum Katholizismus und legte sein Glaubensbekenntnis in der Kirche ab. Sind also seine Bibel-Illustrationen von 1964-69 ernst gemeint, oder steckt doch ein klein bisschen Ironie dahinter? Nur Dalì selbst weiss es.

 

Die Bilder sind in Paris zu sehen: Museum

>Espace Dalì in Montmartre.

 

 

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Salvador Dalì

 

 

Salvador Dalí wurde 84 Jahre alt. Auf seinen Wunsch hin hat man ihn in der Krypta unter der Glaskuppel seines Theater-Museums, dem «Teatre-Museu Dalì» in Figueres beerdigt. Sein Körper wurde einbalsamiert, (um mindestens 300 Jahre überdauern zu können...) eingehüllt in eine Tunika, die mit der Krone eines Marquès geschmückt ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Altes Testament

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1 Genesis 1:1

«Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde».

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2 Genesis 1:26

«Dann sprach
Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild».

 

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3 Genesis 2:22

«Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er
vom Menschen genommen hatte, eine Frau».

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4 Genesis 3:6

«Sie nahm von seinen Früchten und ass; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er ass».

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5 Genesis 11

«Der Turmbau
zu Babel. Alle Menschen hatten die gleiche Sprache».

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6 Genesis 22.12

«Abrahams Opfer. Jetzt weiss ich, dass du Gott fürchtest».

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7 Exodus 19

«Der Herr sprach zu Mose: Geh zum Volk! Ordne an, dass sie sich heilig halten».

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8 Esther 2:17

«Und der König liebte Ester mehr als alle Frauen und sie gewann seine Zuneigung».

       

Neues Testament

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1 Lukas 1:28

«Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir».

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2 Lukas 2:7

«Und sie gebar ihren Sohn. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe».

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3 Lukas 2:19

«Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach».

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4 Matthäus 26-28

«Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: Trinkt alle daraus».

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5 Matthäus 26:41

«Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach».

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6 Johannes 19:5

«Jesus kam, er trug die Dornenkrone und den purpur-roten Mantel. Pilatus sagte: Seht, da ist der Mensch!».

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7 Lukas 23:21

«Doch sie schrien: Kreuzige ihn, kreuzige ihn!».

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8 Markus 15:37

«Jesus aber schrie laut auf. Dann hauchte er den Geist aus».

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Museum

Espace Dalì, Paris

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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