Rembrandt (1606-1669)


Der berühmteste Maler der Niederlande. Und so bekannt, dass man ihn nur bei seinem Vornamen benennt – richtig heisst er eigentlich Rembrandt Harmenszoon van Rijn. Geboren wird er 1606 in Leiden, etwa 40 km südöstlich von Amsterdam. Sein Vater ist ein wohlhabender Müller, die Mutter eine Bäckerin. Er besucht die Lateinschule und wird in biblischer Geschichte unterrichtet. Dort lernt er die blutigen Dramen des alten Testamentes kennen, die er später in seinen Gemälden verarbeitet. Das technische Rüstzeug dazu bekommt er in einer Lehre als Historienmaler. Die Historienmalerei ist in jener Zeit das Genre mit dem höchsten Prestige.

 

1625 kann er in Leiden sein erstes Atelier eröffnen. Dann zieht es ihn in die Grossstadt. Amsterdam. Hier entwickelt er sich zum gefeierten Künstler. Es ist eine Epoche der wirtschaftlichen und künstlerischen Blüte der Niederlande, man nennt sie auch das «Goldene Zeitalter». Rembrandt wird einer der gefragtesten Künstler und produziert über 600 Gemälde. Dabei orientiert er sich an italienischen Meistern wie Caravaggio, vom dem er das «Chiaroscuro» annimmt , die Hell-Dunkel-Malerei.

 

1634 heiratet er Saskia von Uylenburgh, die Nichte seines Kunsthändlers und Tochter eines reichen Patriziers. Es geht im gut, er wird wohlhabend, baut sich eine wertvolle Kunstsammlung auf, die sogar Werke von Raffael und Rubens enthält.

 

Als aber 1642 Saskia an Tuberkulose stirbt, verliert er die Lust am Malen. Zudem ist die Chiaroscuro-Malerei etwas aus der Mode gekommen, die Aufträge werden rar, mit dem Geschäft geht es bergab. Kommt dazu, dass Rembrandt mit Geld nicht umzugehen weiss – er macht Schulden. Er muss Konkurs anmelden und seine Kunstsammlung verkaufen. Er zieht sich in ein Amsterdamer Quartier der unteren Schichten zurück, arbeitet nebenbei in einer Kunsthandlung. Eines seiner letzten Auftragsgemälde ist «Die Judenbraut», das er 1967 fertigstellt.

 

Rembrandt stirbt am 4. Oktober 1669 und wird in der Kirche «Westerkerk» in Amsterdam beigesetzt. In Amsterdam errichtet man ihm ein Kunstmuseum, das 1911 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird:
Das >Rembrandthuis.

 

 

rembrandt_portrait

Rembrandt mit 34 Jahren.
Selbstportrait um 1640.
National Gallery, London.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

steinigung

1625: Historienmalerei.

Die Historienmalerei stand punkto Ansehen weit vor Landschaften oder Portraits. Rembrandt erlernt diesen Genre bei Pieter Lastman. Und erweitert dessen Stil gleich durch den Einsatz von Licht und Schatten – was später zu seinem Markenzeichen werden sollte. Schon in diesem Frühwerk von 1625 «Die Steinigung des hl. Stephanus» verwendet er dieses Mittel zur Betonung von Handlungen oder Personen. Musée des Beaux-Arts, Lyon.

 

dr.tulp

1632: Die Anatomielektion des Dr. Tulp.

Mit diesem Gemälde schafft Rembrandt den Durchbruch als Gruppenporträtist. Es ist 2.2 Meter breit und zeigt Nicolaes Tulp bei einer öffentlichen Vorlesung über Anatomie. Auftraggeber für das Bild war Dr. Tulp höchstpersönlich. Die Leiche auf dem Tisch soll Adriaan Adriaanszoon sein, ein Räuber, der gehängt wurde. Auch hier wieder der Einsatz von Schatten, der «umbra mortis» über dem Gesicht des Toten. Galerie Mauritshuis, Den Haag.

 

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1633/34: Porträt der Saskia van Uylenburgh.

Die Gemahlin Rembrandts. Sie ist die Tochter eines wohlhabenden Patriziers und die Nichte von Rembrandts Kunsthändler Hendrik van Uylenburgh. Das Paar heiratet 1634 und hat drei Kinder. Schon im Alter von 30 stirbt Saskia an Tuberkulose. Das Porträt hängt in der Gemäldegalerie Alte Meister von Kassel.

 

samson

1636: Die Blendung Samsons.

Die bekannte Geschichte aus dem Alten Testament. Samson kann erst überwältigt und geblendet werden, nachdem ihm die Verräterin Delila das Haar abgeschnitten hat. Sie flieht mit der Schere in der Hand. Städel Museum Frankfurt.

nachtwache

1642: Die Nachtwache.

Rembrandts berühmtestes Bild. Ein Riesengemälde von 4.3 auf 3.6 Meter. Auftraggeber war die Gilde der Büchsenschützen, die das Bild für den Festsaal ihres neuen Schützenhauses bestellte. Es zeigt den Captain Frans Banning Cocq, der seinem Leutnant den Marschbefehl erteilt. Das Bild lebt von seinen vielen Details, jede Figur führt eine Handlung aus. Ein echter Hingucker. Rijksmuseum Amsterdam.

judenbraut

1667: Die Judenbraut.

Eines der letzten Werke Rembrandts. Eine Judenbraut ist es wohl nicht, diesen Titel bekam das Bild erst im 19. Jahrhundert. Wer das Paar ist, bleibt unbekannt. Wahrscheinlich ist es ein Bibel-Thema aus der Genesis: Isaak und Rebekka. Rijksmuseum Amsterdam.

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