Schloss Sanssouci, Berlin-Potsdam

 

Dieses Prachtsschloss des «Alten Fritz» ist bloss seine Sommerresidenz, in die er sich zurückzog, wenn er sich vom Regieren erholen musste. Seinen Regierungssitz hatte er im Berliner Schloss.

 

Man nannte Friedrich II den «Grossen». Wohl deshalb, weil er als Kriegsherr Preussen gross gemacht hatte, indem er Schlesien seinem Reich einverleibte. Er hatte aber noch andere Qualitäten. Er war einer der ersten Monarchen, die sich Gedanken darüber machten, ob die Feudalherrschaft das Richtige sei. Und ob man die Leibeigenschaft abschaffen sollte. Das hat er dann zwar nicht getan – aber allein schon der Gedanke zählt. Er war ein grosser Denker und hat auch mit Voltaire (1694-1778) über diese «neuartige Idee des aufgeklärten Absolutismus» korrespondiert. Die Zeit war reif dafür, und sie hätte vielleicht auch den Alten Fritz eingeholt, denn schon 1789 brach ja die französische Revolution über die Monarchien herein. Diesem «Aufstand des Volkes» entzog sich Friedrich aber elegant, indem er 1786, also drei Jahre vor der Revolution, starb.

 

Sein Schloss «Sanssouci» wurde 1747 vollendet. Beeindruckend schon der Name des Architekten: GEORG WENZESLAUS VON KNOBELSDORFF. Aber wer redet da von einem Schloss – es ist eine Sammlung von Schlössern! Die Anlage ist irre gross und weitläufig. Mit einer beeindruckenden Gartenanlage samt Weinberg, mit Springbrunnen, Lauben und Waldalleen. Endlose Wege. Und am Parkende taucht noch ein Schloss auf: Das «Neue Palais». Noch mächtiger als das Hauptschloss.


Kunst sammelte Fritz in Mengen. Weshalb er einen separaten Barockpalast für seine Gemäldesammlung direkt neben dem Hauptgebäude Sanssouci bauen liess, wo er seine Werke unterbringen konnte. Die Sammlung hängt Rahmen an Rahmen, jeder Quadratzentimeter der riesigen Wände mit schwerer Kunst bedeckt. «Leningrader Hängung» nennt man das heute im Fachjargon. Wie man das wohl damals nannte? Lenin gab es jedenfalls noch nicht... Nun hängen da die grossen Meister wie Rubens, Caravaggio und van Dyck mit ihren betenden und stillenden Madonnen, mit musizierenden Engeln und kämpfenden Amazonen. Ob wohl schon mal jemand ausgerechnet hat, wieviele Millionen Euro da an den Wänden hängen?

 

 

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Das Berliner Stadtschloss war der Regierungssitz
des Königs. Hier als Modell, denn das Schloss steht nicht mehr. Es wurde im Zweiten Weltkrieg stark

beschädigt und 1950 ganz abgerissen. Nun

wird es wieder aufgebaut... >mehr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Friedrich II «der Grosse».

König von Preussen von 1740 bis 1786. Kriegsherr, Literat, Denker und Musiker. Von seiner Flötenkunst war er so besessen, dass er sogar im Feld zwischen den Schlachten Privatkonzerte gab. Seine Lieblingssprache war Französisch, weshalb er auch seiner Sommerresidenz den Namen «Sans Souci» gab, also «ohne Sorge». Hier konnte er sich der Musik und der Kunst widmen.

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SANS, SOUCI. Warum bloss mit Komma?

Dass Fritz der Grosse sich einen Sitz «ohne Sorgen» wünschte, kann man verstehen. Aber was sollte das Komma? Ich dachte schon, ich sei der erste, der das entdeckt hat. Aber falsch. Es gibt bereits ein Buch zu diesem Thema, 91 Seiten dick! Von Heinz Dieter Kittsteiner, erschienen 2001. Und nennt sich «Forschungsbericht» – mit Augenzwinkern. Seine Erklärungen sind ziemlich spassig. >Link

 

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Die Gartenanlage mit Springbrunnen.

Direkt unter dem Schloss liess Friedrich II einen terrassierten Weinberg anlegen, an dessen unterem Ende die grosse Fontäne und das Brunnenbecken für königliche Stimmung sorgen.

 

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Das neue Palais.

Nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges
(1756-1763 zwischen Preussen/England und Habsburg/Frankreich/Russland) wurde das Neue Palais an der Westseite des Parks im Barockstil errichtet.

 

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Die Gemäldegalerie des Alten Fritz.

Friedrich II war ein begeisterter Sammler von Kunst. Zunächst – nach seiner Thronbesteigung 1740 – von Historienmalerei, später dann Bilder von Rubens, Rembrandt, Correggio, van Dyck und anderen europäischen Meistern.

 

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Peter Paul Rubens (1577-1640).

«Maria lactans (Maria, das Kind nährend)». Von Rubens sind auch heute noch eine Reihe von Werken zu sehen. Die Sammlung hat sich seit Friedrichs Zeiten mehrmals verändert, etliche Gemälde gingen nach Berlin, andere wurden bei Kriegsende 1945 von der Sowjetunion konfisziert, ein Teil davon kam aber wieder zurück.

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Fotos/Diashow

 

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Die Preussischen Könige von 1701-1918

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