Museum Guggenheim Bilbao

 

Wer ans Guggenheim denkt, sieht sich zunächst einmal in New York. Dort wurde das erste um 1939 gegründet. Es war klein und wenig repräsentativ. Untergebracht in einem alten Autohaus in der 24th East Street. 1959 zog man dann in eine feine Gegend: an die Fifth Avenue. Dort steht es heute noch, das berühmte Museum, das von aussen wie ein Parkhaus aussieht. Vom Autohaus zum Parkhaus, könnte man sagen.

 

Ganz anders Bilbao.

Diese Konstruktion des Kanadiers Frank Gehry (der mal Goldberg hiess) erinnert an – gar nichts. Es ist einmalig, unverwechselbar und frei erfunden, eine Laune des Moments und des Architekten, der sich als (Bau)Künstler versteht.

 

1929 in Toronto geboren, gründete Gehry 1962 in Los Angeles sein eigenes Architekturbüro. Zehn Jahre lang baute er konventionell, dann hatte er seinen Stil gefunden: Kippende Räume, schräge Kanten, wilde Formen. «Dekonstruktivistisch» nennt man das. Am Beispiel des Museums von Bilbao kann man diesen Stil wunderbar studieren.

 

Die Idee für ein Museum im Baskenland kam nicht von der Guggenheim Foundation, sondern von der Stadt Bilbao selbst. Man hatte einen Weg gesucht, um den Tourismus anzukurbeln, nachdem die wirtschaftliche Lage in den 80er-Jahren immer schlimmer geworden war. Wieso nicht mit einem Kunstmuseum? Am Ufer des Flusses Nerviòn gab es alte Docks, die man abreissen und Platz für Neues schaffen konnte. Frank Gehry nahm die Herausforderung an – und wie!

 

Seine Architektur und die Moderne Kunst haben wie eine Bombe eingeschlagen. Seit der Eröffnung des Museums 1997 hat Bilbao jährlich mehr als eine Million Besucher – hauptsächlich wegen des Guggenheim. Und die ganze baskische Region profitiert davon und blüht auf.

 

Der Erfolg ist so durchschlagend, dass man heute vom «Bilbao-Effekt» spricht, wenn es um die gezielte Aufwertung von Städten und Regionen durch spezielle Architektur geht.

 

 

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>Wie Bilbao zu seinem
Guggenheim-Museum kam

 

>Tagebuch Reise ins Baskenland

 

 

 

 

 

 

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Der Traum aus Titan

Was für ein Bauwerk! Es lässt sich mit nichts vergleichen, was man schon gesehen hat. Genau so hat es der Bauherr, die Stadt Bilbao, gewollt. Die Leute sollen kommen, allein des Bauwerks wegen, und allenfalls auch noch für die Kunst...

 

Frank Gehry versteht. Beim ersten Treffen mit der Baujury kritzelt er seine Idee auf ein Blatt Papier – und sie entspricht schon ziemlich genau dem Bauwerk, wie es heute daher kommt. Aus Titan, Stein und Glas. Funkelnd, spiegelnd, verwirrend, beeindruckend. Eine Hülle, die der Kunst die Show stiehlt. Fast.

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«Maman», die spektakuläre Spinne

Von Louise Bourgeois (Paris 1911-2010 New York). Die zehn Meter hohe Bronzeskulptur vor dem Museum trägt in ihrem Körper Eier aus Marmor. Sie entstand 1999, wurde erstmals in der Tate Modern in London gezeigt und ging dann auf Weltreise. 2011 war sie auch in Zürich zu sehen – am Bürkliplatz.

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«The tall tree and the eye»

Von Anish Kapoor, geboren 1954 in Bombay und als Bildhauer in London tätig, hat diese schöne Skulptur aus 73 spiegelnden Stahl- und Karbonkugeln im Jahre 2009 geschaffen. Sie steht jetzt vor dem Guggenheim-Museum in Bilbao und erfreut auch jene Gäste, die das Museum nicht besuchen.

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Jeff Koons: Spass fürs Auge

Der 1955 in Pennsylvania geborene Amerikaner gilt als der «teuerste lebende Künstler der Welt», seit er 2013 eine seiner Produktionen für über 58 Mio Dollar verkaufen konnte – seine berühmten Ballonhunde.

 

Vor dem Guggenheim-Museum in Bilbao stehen gleich zwei seiner Werke: Der farbenfrohe Tulpenstrauss aus rostfreiem Stahl und «Puppy», der riesige, zehn Meter hohe Hundewelpe, der über und über mit frischen, echten Blumen bedeckt ist. Es sollen 17'000 sein. Eigentlich hätte Puppy nur im Eröffnungsjahr 1997 gezeigt werden sollen, aber nach Protesten der Bevölkerung darf er jetzt immer hier vor dem Museum stehen. Verwelkte Blumen werden ständig ersetzt.

 

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Monumentale Werke aus Rost

Von Richard Serra, geboren 1938 in San Francisco. Das seit 2005 permanent ausgestellte Werk heisst «The Matter of Time» und besteht aus einer Serie von acht riesigen und begehbaren Ellipsen, Kreisen und Spiralen aus wetterfestem Stahl, in denen man sich ganz klein vorkommt. Eine raffinierte Lichtführung lässt das rostige Material in zahllosen Schatten- und Farbeffekten erscheinen. Ein echtes Erlebnis für die Sinne! Produziert wurden die Stahlkonstruktionen in einem Walzwerk in Siegen, Deutschland.

 

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Sonderausstellung Andy Warhol (1928-1987)

«Shadows» heisst das Werk aus dem Jahre 1978. Es besteht aus 102 sich ständig wiederholenden Sujets mit wechselnden Farben, mal negativ, mal positiv – typische Warhol-Kunst. Wie seine 150 Gesichter von Marylin Monroe... (die in diesem Museum auch zu sehen sind). Sonderausstellung vom 26.2.-2.10.2016.

 

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Pariser Schule 1900-1945

Sonderausstellung vom 22.4.-23.10.2016.

Picasso und Braque sind ja in solchen Ausstellungen immer mit von der Partie, und Delaunay, Kandinsky, Gris, Kupka, Léger ebenso (Bild: Pablo Picasso, Le Moulin de la Galette, 1900. Guggenheim New York, Collection Thannhauser).

 

Eher selten bekommt man einen der Akte von Amedeo Modigliani zu sehen, seit sie unerschwinglich teuer geworden sind und zig Millionen kosten. Hier schon! Nude heisst das Werk aus dem Jahr 1917.

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Fotos / Diashow

 

 

 

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