Staatsgalerie Stuttgart.


Ein überraschend reichhaltiges Museum – eine echte Trouvaille für Kunstwerke aus sechs Jahrhunderten.

 

Eigentlich sind es drei Museen in einem: Die Alte Staatsgalerie, der Erweiterungsbau und die Neue Staatsgalerie. Im Luftbild sind die drei Elemente sehr gut zu erkennen.

 

 

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Aus der Luft: Alte und Neue Staatsgalerie.
(Quelle Google Earth).

 

 

Links vorne die Alte Staatsgalerie, erbaut 1842 als königliche Kunstschule und 1843 eröffnet als «Museum der bildenden Künste». 1888 kamen nach hinten hinaus zwei weitere Flügel dazu und 2002 der Erweiterungsbau, in dem heute die graphische Sammlung untergebracht ist.

 

Vorne rechts die Neue Staatsgalerie, die aus einem unkonventionellen Mix aus historisierender und postmoderner Architektur besteht: Travertin, Sandstein, dazu bunte Stahlträger und grellfarbige Glasflächen.

 

Als Architekten wirkten James Stirling und Michael Wilford mit ihrem Londoner Büro. Das Gebäude konnte 1984 eingeweiht werden.

 

 

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Entrée der Staatsgalerie Stuttgart

 

 

Der Grundstock der Sammlung geht auf die württembergischen Herzöge zurück. Heute umfasst die Kollektion rund 5000 Gemälde und Plastiken vom
15. bis 20. Jahrhundert. Dazu eine graphische Sammlung mit Zeichnungen, Drucken, Büchern, Plakaten und Fotografien von 12'000 Künstlern mit über 400'000 Werken.

 

 

 

 

>Tagebuch Stuttgart/München 2018

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Alte Staatsgalerie

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Wildensteiner und Herrenberger
Altäre.

 

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Lucas Cranach.

 

 

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Gauguin.

 

15. - 17. Jahrhundert

Eines der Prunkstücke der Sammlung ist der kleine Wildensteiner Altar von 1536 (vorne im Bild). Nicht für eine Kirche geschaffen, sondern für die private Andacht zuhause: Bei Graf Gottfried Werner von Zimmern und dessen Gemahlin Gräfin Apollonia von Henneberg für das Schloss Messkirch.

 

Unter den Malergrössen zeigt die Alte Galerie Werke von Lucas Cranach, Hans Baldung, Frans Hals, Hans Memling, Peter Paul Rubens, Rembrandt und weiteren Koryphäen.

 

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18. - 19. Jahrhundert

Einige der Werke aus dem 19. Jahrhundert gehörten eigentlich eher in die Neue Galerie – wie Monet, Renoir, Cézanne, Gauguin – aber sie frischen die Alte Galerie erfreulich auf.

 

 

>Fotogalerie

 

Neue Staatsgalerie, internationale Künstler

 

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Modigliani.

 

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Franz Marc.

 

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Picasso.

 

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Highlights der Sammlung.

Schon im ersten Saal steht man verblüfft vor einer Sensation: Da hängt doch tatsächlich ein echter Modigliani ! Einer dieser grossartigen Akte, die man auch in ganz berühmten Museen nur selten findet. Weil die meisten dieser Nackedeien in Privatvillen hängen. Stuttgart zeigt sie öffentlich –genial.

 

Und es geht weiter mit Überraschungen: Zwei wunderbare Kleinode von Franz Marc, die man hier auch nicht erwarten würde. Meisterwerke des Expressionismus: Die «kleinen blauen Pferde» und die «kleinen gelben Pferde» – absolut top.

 

Von Pablo Picasso sieht man ja meist abstrakte, verzerrte oder kubistische Werke. Hier in Stuttgart sind gleich zwei exklusive Ausnahmewerke zu bestaunen: «Mutter und Kind» aus der Rosa Periode des Meisters, entstanden 1905. Was für ein Hammer! Und wem Picassos blaue Periode besser gefällt – bitte schön, auch das wird geboten: «Die Sitzende Frau mit Kapuze, die Kauernde» von 1902.

 

 

 

Fotogalerie internationale Künstler 20. Jht.

Neue Staatsgalerie, deutsche Künstler, 20. Jahrhundert

 

Das Museum präsentiert eine umfassende Schau an einheimischen Künstlern. Darunter grosse Namen wie Max Beckmann, Max Ernst, Paul Klee, August Macke, Franz Marc, Oskar Schlemmer...

 

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Max Beckmann (1884-1950). Selbstbildnis mit rotem Schal, 1917. Staatsgalerie Stuttgart.

 

Max Beckmann (1884-1950).

Er war ein aktives Mitglied in der 1898 gegründeten >Berliner Secession. Diese Künstlergruppe wollte zur akademischen Malerei einen Gegenpol bilden. Beckmann entwickelte in dieser Zeit seinen eigenwilligen Stil, der ihn unverkennbar macht.

 

Im Ersten Weltkrieg diente er als Sanitätshelfer. «Auf die Franzosen schiesse ich nicht, von denen habe ich so viel gelernt...». 1933 wurde er von den Nazis fristlos aus seiner Professur entlassen, die er an der Städelschule in Frankfurt innehatte.

 

Während der Kriegszeit 1939-1945 lebte er in Amsterdam. 1947 zog er in die USA. Dort starb er 1950 in New York.

 

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Schlemmer.

 

Oskar Schlemmer (1888-1943).

Der Stuttgarter thematisierte vor allem die menschliche Stellung im Raum. Geometrische Figurengruppen sind sein Markenzeichen. In der Zeit des «Dritten Reiches» wurde er als «Kunst-Bolschewist» geächtet.

 

1934 fielen seine Wandbilder im Museum Folkwang dem Bildersturm der Nazis zum Opfer. Er starb 1943 in einem Sanatorium in Baden-Baden an einer Herzlähmung.

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Fotogalerie deutsche Künstler 20. Jht.

 

Sonderausstellung Kirchner «Die unbekannte Sammlung»

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Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938).

Unter dem Titel «Die unbekannte Sammlung» zeigte die Staatsgalerie vom 29. Juni bis 21. Oktober 2018 eine weitgefasste Ausstellung von Gemälden, Zeichnungen und Holzschnitten, die alle im Besitz des Museums sind.

 

   
   

 

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