Ausstellung Guillaume Bruère –
Die Zürcher Zeichnungen. Kunsthaus Zürich.
vom 24. Mai bis 8. September 2019.

 

Guillaume Bruère (1976).


«Am liebsten möchte ich für jeden Menschen auf der Welt eine Zeichnung machen», soll er auf die Frage geantwortet haben, was sein liebster Wunsch wäre. Er ist ein Schnellzeichner und hat einen enormen Output. Vielleicht schafft er es ja.

 

Guillaume Bruère ist 1976 in Châtellerault im Kanton Fribourg geboren. Er lebt und arbeitet als Zeichner, Maler und Bildhauer in Berlin, ist aber oft unterwegs in Museen, um Sammlungsstücke zu zeichnen. In Paris im Louvre, in Madrid im Prado. Und auch immer wieder mal in Zürich. Hier hat er schon hunderte von Zeichnungen zu Papier gebracht, im Kunsthaus und – neu – im Schauspielhaus.

 

Als Vorlagen nimmt er sich aber nicht nur grosse Künstler wie Van Gogh, Giacometti oder Böcklin vor, sondern porträtiert auch Menschen, denen er im Kunsthaus oder sonstwo begegnet: Mitarbeiter am Empfang oder Aufsichtspersonen. Eine schöne Idee.

 

Schade eigentlich nur, dass diese Ausstellung nur Zürcher Zeichnungen zeigt, wäre spannend zu sehen, was sich der Künstler im Louvre und im Prado rausgepickt hat.

 

 

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Guillaume Bruère, Selbstporträt, 2017.
Detail. Kunsthaus Zürich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nach Arnold Böcklin «Der Krieg» von 1897.

Es ist eine der ersten Zeichnungen, die Guillaume Bruère im Kunsthaus Zürich realisiert hat, das war 2013. Sie wurde mit Buntstift und Aquarell ausgefertigt, auf einem Blatt, das 186 x 150 cm gross ist, und das der Künstler auf dem Boden bearbeitet hat.

 

Böcklins Original gehört zur Sammlung des Kunsthauses und ist in der Abteilung Schweizer Künstler permanent zu sehen. Und wie liest Bruère die Werke aus, die er zeichnen möchte? «Ich gehe schnell durch die Räume und stoppe bloss, wo mich etwas zum Zeichnen aufruft. Das passiert nur bei wenigen Exponaten. Dieser Prozess ist sehr spannend für mich, es ist ein bisschen wie wenn ich ein Tier auf der Jagd wäre».

 

Arnold Böcklin (1827-1901). Der Krieg, 1897.

 

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Nach Vincent van Gogh, Selbstporträt 1889.

Eines der bekanntesten Gemälde im Kunsthaus Zürich hat auch Bruère gefesselt: Van Gogh mit dem verbundenen Ohr und den bunten Farben. Mit diesem Werk hat er sich intensiv befasst und nicht nur eine, sondern dutzende von Versionen gefertigt. Einige davon sind nur skizziert, andere in den Farben dem Original angenähert. Die Zeichnungen sind in vier Sitzungen zwischen März 2012 und September 2013 entstanden. In den Formaten 65x50 cm und 70x50 cm. Buntstift und Ölkreide.

 

Vincent van Gogh (1853-1890). Selbstbildnis mit verbundenem Ohr, 1889. Kunsthaus Zürich.

 

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Nach Alberto Giacometti, Le Chien, 1951.

Der schnüffelnde Hund ist eines der ganz grossen Meisterwerke Giacomettis. Bewegung und Haltung sind so genial getroffen, dass man glaubt, der Hund würde leben. Das gelingt auch Bruère mit seiner Zeichnung. >Original

 

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Jeremy Huldi, 2018. Und wer ist Huldi?

Eine Aufsichtsperson des Kunsthauses. Dazu der Künstler: «Normalerweise haben sie die Aufgabe, Exponate zu schützen und die Besucher zu beobachten. Nun werden sie durch meine Porträts selbst Thema der Kunstwerke und rücken ins Zentrum des Museums».

 

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Tschechow «Drei Schwestern», 2014.

Neben den im Kunsthaus entstandenen Zeichnungen zeigt die Ausstellung auch Werke, die der Künstler im Schauspielhaus Zürich realisiert hat.

 

Er war bei mehreren Proben dabei, z.B. bei «Yvonne, die Burgunderprinzessin», und bei den «Drei Schwestern» von Anton Tschechow.

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Fotos / Diashow

 

   
   

 

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