Sonderausstellung im Palazzo Strozzi, Florenz.
21. September 2017 bis 21. Januar 2018.

«Il Cinquecento a Firenze.
Tra Michelangelo, Pontormo
e Giambologna »


Als ob es in den vielen Museen von Florenz nicht schon genügend Kunstwerke zu bewundern gäbe. Der Palazzo Strozzi setzt mit dieser Sonderausstellung noch einen oben drauf. Und zeigt ausgewählte Perlen aus dem 16. Jahrhundert, die nicht nur aus florentiner Kirchen und Museen stammen, sondern auch aus Kunsthäusern von ganz Europa. Die Ausstellung ist sehr schön präsentiert, übersichtlich (nur 70 Werke) und hervorragend dokumentiert. Wer bis 21. Januar 2018 gerade in Florenz weilt, der sollte diese Ausstellung nicht verpassen.

 

 

plakate

Palazzo Strozzi, Frienze.

 

strozzi

 

Der beeindruckende Renaissance-Palast
wurde vom Florentiner Kaufmann Filippo
Strozzi in Auftrag gegeben und 1534
fertig gestellt. Der Bauherr hat seinen
Palast nie gesehen, er starb schon 1491.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Jacopo Pontormo (1494-1557).

«La deposizione» heisst eigentlich Grablegung. Aber das Bild zeigt den Moment, wo Christus von seiner Mutter getrennt wird. Und der Leichnam wird nicht ins Grab gelegt, sondern auf einen Altar. Dieses Gemälde hat Pontormo für die Chiesa di Santa Felicità in Florenz geschaffen. Normalerweise ist es auch dort zu sehen. Es ist exemplarisch für den florentinischen Manierismus und wirkt mit seinen neuartigen Pastelltönen wie ein Vorbote der modernen Malerei.

bronzino

Bronzino (1503-1572).

Noch eine Grablegung («Cristo deposto», 1543). Bronzino geht aber ganz anders an die Aufgabe heran. Viel klassischer, viel allegorischer, mit Engeln und Kreuz. Bronzino war ein Schüler von Pontormo und gilt wie dieser als Manierist. Auch dieses Werk zeigt ein Stück Manierismus: starke Farben (Lapislazuli!) und eigenwillige Figuren. Aber es kommt nicht so modern daher wie jenes von Jacopo Pontormo. >mehr über Bronzino

allori

Alessandro Allori (1535-1607).

«Venere e Amore», ein beliebtes Motiv bei vielen Künstlern, weil sein antiker Hintergrund erotische Darstellungen zuliess. Mama und Sohn beim Spiel. Amor versucht, Venus den Pfeilbogen zu entwenden, beide nackt. Nur möglich, weil die Antike das moralische Deckmäntelchen bietet. Ohne dieses gäbe es solche Abbildungen gar nicht. Das Gemälde war ein Auftrag des Bankers Lodovico Cattani da Diacceto.

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Benvenuto Cellini (1550-1571).

Die Marmorstatue «Apollo e Giacinto» ist normalerweise im Museo Nazionale del Bargello zu sehen. Das nicht ganz fertig gestellte Werk – der Künstler starb vorher – war lange Wind und Wetter in den Boboli-Gärten beim Palazzo Pitti ausgesetzt. Auftraggeber war Cosimo I de Medici.

tosini

 

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Michele Ridolfo del Ghirlandaio (1503-1577).

Ein interessantes Bild. Der Künstler heisst Michele Tosini und hat den – heute viel berühmteren – Namen Ghirlandaio angenommen, weil er in dessen Werkstatt gearbeitet hat. Das Gemälde heisst «La notte» und ist Michelangelos Figur auf dem Medici-Grab in San Lorenzo nachempfunden. Das erklärt auch die künstlerisch ziemlich missglückte Brustform. Schon Michelangelo hatte mit der Abbildung von weiblichen Brüsten seine Probleme, wie das Bild des Grabmals in San Lorenzo zeigt. Aber Michele Tosini hat die «Fehlbildung» auf seinem Werk noch verstärkt.

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Giorgio Vasari (1511-1574).

«Immacolata Concezione», die unberührte Empfängnis. Es ist Vasaris erster Auftrag für einen Altar (Chiesa dei Santi Apostoli a Biagio, Florenz). Auftraggeber war der Banker Bindo Altoviti. Vasari war ein erfolgreicher Maler zu seiner Zeit, wird aber heute vor allem wegen seiner Künstlerbiographien als Kunsthystoriker geschätzt. >mehr über Vasari

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