Die Wiener Hofburg.


Über 600 Jahre regierten hier die Habsburger. Zuerst als Landesherren, dann als gewählte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und ab 1804 (mit Franz I) als österreichische Kaiser. Bis zum Untergang der österreichischen Monarchie 1918.

 

Der älteste Teil der Hofburg ist die Alte Burg, der «Schweizertrakt». Dieser heisst so, weil hier die Schweizergarde als Burgwache diente. Die mittelalterliche Burganlage ist in ihrem Kern bis heute erhalten, nur die vier Ecktürme mussten im Laufe der Zeit den Neuerungen weichen. 1552 entstand das «Schweizertor». Im anschliessenden Trakt befindet sich die Schatzkammer.

 

Kaiser Leopold I. liess den Schweizertrakt mit der Amalienburg verbinden. Es entstand der «Leopoldinische Trakt». Hier wohnte im 18. Jahrhundert auch Kaiserin Maria Theresia. Seit 1946 befindet sich hier der Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten.

 

 

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Erst 1893 wurde der Michaelertrakt vollendet. Mit seiner geschwungenen Fassade und seiner über 50 Meter hohen Bronzekuppel prägt er das Erscheinungsbild der Innenstadtseite der Hofburg.

 

 

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Fotoquelle: Sammlung des Wien Museums.

 

Die «Neue Burg» wurde sogar erst 1913 fertig. Diese Luftaufnahme aus dem Jahr 1900 (von einem Ballon aus aufgenommen) zeigt sie noch im Bau. Geplant war eigentlich, auf der Gegenseite des Heldenplatzes ein spiegelbildliches Pendant zu bauen: auf einem riesigen Platz, eingefasst von zwei Burgflügeln.

 

Aber dazu kam es nicht mehr. 1914 wurde der Thronfolger Franz Ferdinand ermordet, der Erste Weltkrieg brach aus, der Kaiser starb 1916 und nach dem verlorenen Krieg 1918 war die österreichische Monarchie am Ende.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mehr als eine Burg – ein Burghofkomplex.

So würde man sich wohl eine «Hofburg» vorstellen. Und so sah sie auch tatsächlich mal aus – im 16. Jahrhundert. Heute fehlen die Türme, aber der viereckige Kern besteht noch. Der heutige Komplex besteht aus 19 Höfen und 18 Trakten! Das Luftbild von Google Earth zeigt nicht nur den Burgkomplex, sondern auch noch die zur Hofburg gehörenden Gebäude des Naturhistorischen und des Kunsthistorischen Museums ennet der Ringstrasse (links, beim Maria-Theresien-Platz).

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Die Burgteile im Überblick.

Dieser Plan zeigt den komplexen Aufbau der Hofburg im Detail. Die orange eingefärbten Teile sind die ältesten, sie stammen aus dem
13. bis 17. Jahrhundert.

neue Burg

Foto ©Bwag
WikiCommons.

 

heldenplatz

Neue Burg und Heldenplatz.

Die Neue Burg.

Kaiser >Franz Josef I gab den Bau für die Neue Burg 1881 in Auftrag. Der grösste Saal der Hofburg ist im Nordflügel untergebracht: der Festsaal. Eigentlich hätte das einst der Thronsaal werden sollen, als solcher wurde er aber nie gebraucht.

 

Auf dem Heldenplatz wurden einst Militärparaden abgehalten, heute wird er als Autoabstellplatz missbraucht. In jüngerer Zeit gelangte der Platz zu Berühmtheit, weil hier im März 1938 Adolf Hitler vom Balkon der Neuen Burg aus den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich verkündete.

 

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Schweizertor und Schweizertrakt.

1552 entstand das von Pietro Ferabosco gestaltete Schweizertor. Im viereckigen Schweizertrakt der «alten Burg» befindet sich die Schatzkammer, in der Insignien des Heiligen Römischen Reiches und der österreichischen Kaiser aufbewahrt werden.

 

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«In der Burg»

 

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Sitz des Bundes-präsidenten.
Fotos ©Bwag
WikiCommons.

 

Amalienburg.

Gegenüber dem Schweizertrakt. Sie verdankt ihren Namen der Kaiserin Wilhelmine Amalie, für die hier nach dem Tod ihres Gemahls Kaiser Joseph I. (1711) ein «Witwenappartement» eingerichtet wurde. Zuletzt wohnte hier die Kaiserin Elisabeth, die berühmte Sisi.

 

Der Leopoldinische Trakt wurde 1668-1680 für Kaiser Leopold I errichtet. Im 18. Jahrhundert bewohnte ihn auch >Kaiserin Maria Theresia. Nach ihrem Tod 1780 nutzte man die prunkvollen Räume für Repräsentationszwecke. Seit 1946 befindet sich hier der Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten.

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Kaiser-Appartments und Sisi-Museum.

Die Wiener Hofburg war bis zum Ende der Monarchie 1918 Wohnsitz der kaiserlichen Familie: Franz Joseph und Sisi mit ihren Kindern und dem ganzen Hofstaat lebten hier. Heute ist das ein Museum. 24 Räume stehen dem Publikum offen, Fotografieren ist allerdings verboten.

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Die Schatzkammer.

Wer sich für die Geschichte Habsburgs interessiert, sollte diese Schatzkammer nicht verpassen. Sie zeigt nicht nur die 600-jährige Entwicklung des Reiches, sondern auch die kostbaren Insignien der Herzöge, Könige und Kaiser.

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Österreichische Nationalbibliothek.

Nicht umsonst wird dieser Raum als «Prunksaal» bezeichnet. Es handelt sich um die schönste historische Bibliothek der Welt. Sie enthält rund 200'000 Bücher, darunter die 15'000 Bände umfassende Sammlung von >Prinz Eugen.

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Fotos / Diashow

 

   
   

 

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