Bündner Kunstmuseum, Chur

 

Die Stars des Hauses – wie könnte es anders sein – sind grosse Bündner: die drei Giacometti. Vor allem die Sammlung von Werken des Ältesten der drei, Giovanni Giacometti, ist bemerkenswert reichhaltig.

 

Als Kunstmuseum wird das neoklassizistische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert erst seit 1920 genutzt. Vorher war es eine noble Stadtvilla, die der Baumwollhändler Jacques Ambrosius von Planta 1874/75 erbauen liess. Dass er sein Vermögen mit dem Baumwollhandel vor allem in Ägypten machte, erkennt man heute noch an den zwei Sphingen vor der Villa.

 

Für die Präsentation der Kunstsammlung reichte die Villa eine zeitlang aus, aber für die Ansprüche von Wechselausstellungen wurde sie nach und nach zu klein. Also schrieb man 2011 einen Wettbewerb für einen Erweiterungsbau aus. Diesen gewann das in Barcelona ansässige Architekturbüro Barozzi-Veiga mit seinem Projekt eines freistehenden Kubus in unmittelbarer Nähe zur Stadtvilla. Der Kubus verfügt über zwei geräumige Untergeschosse, in denen jetzt auch grosse Ausstellungen präsentiert werden können. Zudem wurde in zwei Obergeschossen Platz für die erweiterte Sammlung geschaffen. Die beiden Gebäude – alt und neu – sind unterirdisch miteinander verbunden und bilden eine gelungene Einheit. Sowohl architektonisch-optisch wie auch funktionell als Räume für die Kunst.

 

 

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Zwei Sphingen bewachen die
Villa Planta heute noch.

 

 

 

 

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Von der Villa zum Kubus.

Der historische Kern des Kunsthauses bildet die Villa Planta. Jacques Ambrosius von Planta baute sie in den Jahren 1874/75. Sein Vermögen machte er mit dem Baumwollhandel und war besonders in Ägypten erfolgreich. 1898 verkaufte von Planta seine Stadtvilla der Rhätischen Bahn, seit 1920 dient sie als kantonales Kunstmuseum. Der Erweiterungsbau in Form eines Kubus wurde 2016 eröffnet.

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Giovanni Giacometti (1868-1933).

Als ehemaliger Schüler der Kantonsschule Chur verdient er im Kunstmuseum einen Ehrenplatz. Seine Malerkarriere macht er allerdings in München, Paris und Italien. Er war sehr vielseitig und stets offen für neue Kunstrichtungen und -Stile. Man zählt ihn heute zu den Mitbegründern der modernen Malerei in der Schweiz.

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Augusto Giacometti (1877-1947).

Vetter zweiten Grades mit Giovanni. Zeichenlehrer-Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich. Weitere Studien Paris, Florenz. Bis zu seinem Tod lebt er in Zürich, wo er im Grossmünster Glasfenster malt.

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Alberto Giacometti (1901-1966).

Der international berühmteste Giacometti. Studiert in Genf, dann in Paris. Dort lässt er sich 1927 dauerhaft nieder und widmet sich der Malerei und der Plastik. Mit seinen ausgedünnten Figuren von «schreitenden Männern und stehenden Frauen» macht er sich weltweit einen Namen. Heute sind diese Figuren sein Markenzeichen. Er hat aber auch Gemälde geschaffen. >mehr über Alberto Giacometti

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Angelika Kauffmann (1741-1807).

In Chur geboren. Dort arbeitete ihr Vater als Freskenmaler am bischöflichen Schloss. Angelika galt als zeichnerisches Wunderkind und wurde gefördert, erhielt Unterricht in Como und Mailand. 1763-1966 war sie mit ihrem Vater in Rom. Dort malte sie zahlreiche Zeitgenossen. Schlagartig bekannt wurde sie 1764 mit dem Bildnis des Begründers der modernen Kunstwissenschaften Johann Joachim Winckelmann.

>Kunst über Mittag, siehe 11. Oktober 2016

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Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938).

Kein echter Bündner zwar, aber mit Bezug zur Schweiz. Als er ab 1917 seine «Kriegswunden» in Davos kurieren lässt, entstehen zahlreiche Werke mit dem Thema Bergwelten. >mehr über Kirchner

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Fotos / Diashow Sammlung

 

Sonderausstellung

 

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Anne Loch (1946-2014).
«Künstliche Paradiese» vom 25.2. bis 7.5.17.

Die deutsche Künstlerin malte nur grossformatig. Riesenbilder von Blumen, Tieren, Landschaften, in ungezählten Stilen. Hatte in den 1980er-Jahren ihre grosse Zeit, zog sich 1988 nach Graubünden zurück und wurde (fast) vergessen. 2002 kehrte sie nach Deutschland zurück, nahm aber an keinen Ausstellungen mehr teil. Begann zu schreiben. 2013 erhielt sie die Diagnose Krebs. Sie starb 2014 im Bergell. >Biographie

   
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