Kirchner Museum Davos.


Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) ist der wohl berühmteste deutsche Expressionist. Warum steht sein Museum in Davos? Weil er dort von 1918 bis zu seinem Tod lebte. In die Schweiz zog er, weil er im Ersten Weltkrieg – er diente als Freiwilliger in der Artillerie – einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte.

 

Schwere Depressionen setzten ihm zu, zudem hatte er Lähmungserscheinungen, die seine Arbeit als Maler beeinträchtigten. In Davos erholte er sich nur langsam, konnte aber in den 20er-Jahren seine Arbeit wieder aufnehmen. Viele der in Davos entstandenen Werke sind heute im Besitz des Museums.

 

Die Sammlung umfasst rund 40 Gemälde und über 700 Zeichnungen und Aquarelle. Dazu Werke anderer deutscher Zeitgenossen wie Franz Marc, Erich Heckel, Otto Mueller und weiteren, die in stets wechselnden Hängungen gezeigt werden.

 

Gegründet wurde das Museum schon 1982, damals war es im alten Postgebäude von Davos-Platz untergebracht. 1992 wurde der heutige Neubau eingeweiht. Gestiftet hat diesen der Schwarzwälder Kunsthändler Roman Norbert Ketterer (1911-2002). Ketterer war der Nachlassverwalter von Ernst Ludwig Kirchner. Am Aufbau des Davoser Museums war auch der Berner Kunstsammler Eberhard W. Kornfeld (geb. 1923) massgeblich beteiligt.

 

Der 1992 eingeweihte Neubau – bestehend aus vier miteinander verbundenen Glaskuben – wurde von den Zürcher Architekten Annette Gigon und Mike Guyer realisiertt. Der moderne Glasbau gilt heute als wegweisende Museumsarchitektur, insbesondere was die Anwendung von Tageslicht betrifft.

 

 

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Kirchner Museum Davos.

 

 

 

Eigentümerin des Gebäudes und der Sammlung ist die Ernst Ludwig Kirchner Stiftung Davos. Sie wird vom Förderverein Kirchner Davos unterstützt, der rund 600 Mitglieder zählt. Im Museum finden auch regelmässig Sonderausstellungen statt.

 

 

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Titelbild: Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938).

Tanzende Mädchen in farbigen Strahlen, 1932-37. Detail. Kirchner Museum Davos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kopf Erna (Frau des Künstlers), 1917.

 

Erna Schilling, «die Frau des Künstlers», 1917.

So heisst dieses Bild. Allerdings ist Erna «ehetechnisch» gesehen nie «seine Frau». Aber immerhin seine langjährige Lebensgefährtin, von 1912 bis 1938. Kirchner beantragt zwar im Mai 1938 bei der Gemeinde Davos das Aufgebot zur Heirat, zieht dieses aber am 12. Juni wieder zurück und nimmt sich drei Tage später durch einen Herzschuss das Leben.

 

Als Kirchner 1918 in die Schweiz zieht, ist Erna in Berlin damit beschäftigt, seine Bilder zu verkaufen und damit den Lebensunterhalt des Künstlers zu sichern.

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Davos mit Kirche, Davos im Sommer, 1925.

 

Kirchner in Davos, 1925.

Zu seinen Werken aus der Davoszeit gehören expressionistische Gemälde, die das bäuerliche Leben in der Alpenwelt thematisieren, aber auch Landschaften in kirchner-typischen starken Farben.

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Badende Frauen 1915-25.

Akte – Kirchners Lieblingsmotive.

Der nackte Körper hat es Ernst Ludwig Kirchner angetan. Er findet die meisten seiner Modelle an den Ufern von Seen und am Meer, aber auch am Rand der bürgerlichen Gesellschaft in Varietés und Tanzsalons. Auch die Abbildung von Tänzerinnen nimmt bei ihm einen grossen Raum ein, ebenso die Darstellung von Sportarten wie Bogenschiessen, Radrennen oder Skispringen.

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Werke aus der Sammlung

 

Weitere Künstler im Kirchner Museum Davos

 

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Franz Marc (1880-1916).

Ruhende Pferde, 1911-12.

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Otto Mueller (1874-1930).

Fünf gelbe Akte am Wasser, 1921.

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Erich Heckel (1883-1970).

Mädchen mit hohem Hut, 1913.

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Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976).

Ziegen, 1924-28.

   
   

 

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