Kunstmuseum St. Gallen

 

«Als Schatzkammer der Ostschweiz beherbergt das Museum eine reiche Sammlung von Gemälden und Skulpturen vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart, die in wechselnden Präsentationen gezeigt wird», verspricht die Website des Kunstmuseums. Klingt doch super. Also auf nach St. Gallen!

 

Aber dann die Enttäuschung: «Nein, im Moment können Sie die Sammlung leider nicht sehen», sagt die (überaus freundliche) Dame am Ticketschalter. Aus zwei Gründen: Erstens wird das Haus umgebaut (dauert etwa bis 2018) und zweitens finden gerade zwei Sonderausstellungen statt. Dann halt die Sonderausstellungen.

 

Das Kunstmuseum St. Gallen liegt idyllisch im Stadtpark und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Erbaut wurde es von 1874-1877 vom einheimischen Architekten Johann Christoph Kunkeler. Der Grundstock der Sammlung stammt aus dem Jahr 1872, als die Familie Gonzenbach dem Museum Werke altdeutscher und niederländischer Künstler schenkte. Später kamen die Landschaftsgemälde des 19. Jahrhunderts dazu. Werke von Adrian Zingg, von Camille Corot. Von Gottfried Keller. Carl Spitzweg. Und dann im Laufe der Zeit weitere Spitzenwerke klingender Namen wie Böcklin, Courbet, Pissarro, Sisley, Monet, Delacroix, Hodler, Munch... grossartig!

 

...bloss leider nicht zu sehen im Moment (Sommer 2016) – all die Schätze liegen im Keller, bis der Umbau abgeschlossen ist. Was tun? Am besten in den Vorfreude-Modus wechseln – 2018 ist ja schon bald.

 

 

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Das Kunstmuseum im Stadtpark

 

 

 

 

>Kunstmuseum St. Gallen

 

 

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Und wo versteckt sich die Sammlung...?

Gut zu wissen, dass es die Sammlung überhaupt gibt – wenn auch nur in den Katakomben des Museums. Es braucht etwas Geduld, bis die tollen Werke wieder zu sehen sind. Zum Beispiel dieser Ernst Ludwig Kirchner mit dem Titel «Alpaufzug». Den gibts dann zum 100-Jahre-Jubiläum zu sehen, – sein Werk stammt nämlich aus dem Jahr 1918. Und 2018 soll ja auch der Umbau des Museums abgeschlossen sein. Dann darf man auch diese Hodler-Schönheit und andere Meisterwerke (wieder) im Original bewundern.

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Martin Disler

 

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Marlene Dumas

 

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Sonderausstellung

«The Dark Side of the Moon»

Vom 9. Juli bis 23. Oktober 2016.

 

Das Thema soll von der britischen Rockband Pink Floyd abgeleitet sein («See you on the dark side of the moon...»). Und von Mark Twain («Everyone is a moon, and has a dark side which he never shows to anybody»).

 

Der Schweizer Künstler Martin Disler (1949-1996) hat eine Werkgruppe von gespenstischen und schon fast Angst einflössenden Skulpturen aus Holz, Metall und Gips dazu beigesteuert, mit wirren Figuren in extremen Verrenkungen. Solche dürfte es nicht einmal auf der dunklen Seite des Mondes geben – aber dafür im Kopf des Künstlers.

 

Von der in Holland lebenden und in Südafrika geborenen Marlene Dumas (1953) stammen drei beeindruckende Werke: Eine 20-teilige Papierarbeit in Tinte und zwei starke Gemälde. «Blindfolded» heisst das eine und zeigt einen Mann mit verbundenen Augen, der kurz vor der Exekution steht.

 

Ihr zweites Gemälde (zwei Meter hoch!) zeigt einen Mann im Käfig. Eingesperrt, völlig nackt und verletzlich, wie nur ein Mensch es sein kann. Schutzlos der Hitze, der Kälte und den Folterern ausgesetzt, – was für eine grauenvolle Vorstellung! Beide Bilder passen wahrlich zum Thema «dark side of the moon». Und zur dunklen Seite der ganzen Menschheit.

 

 

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Sonderausstellung
«Heilige, Wunder und Visionen»

Vom 9. April bis 11. September 2016.

 

2013 gelangte das St. Galler Museum in den Besitz einer bedeutenden Ikonensammlung – geschenkt von Lotti und René Gürtler. Meisterwerke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert aus dem osteuropäischen Kulturraum. Heiligenskulpturen, liturgische Glaubenssymbole und Zeugnisse der mittelalterlichen Buchkunst. Richtig feine und berührende Kunst – auch für Nichtkenner wie mich.

 

Das Wort Ikone ist griechisch und bedeutet eigentlich nur Abbildung oder Bild. In der orthodoxen Kirche spielt die Ikone eine wichtige Rolle – als Mittler zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Oft basieren die Sujets auf Wunderlegenden.

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