Ausstellung «Wasser Zeit Rhythmus»
Galerie kunstzürichsüd, Adliswil
4. bis 27. Juni 2026
Eine Ausstellung, die nicht nur die Sinne erfreuen will, sondern auch zum Nachdenken anregen soll. Zum Beispiel, welche bedeutende Rolle das Wasser auf unserem Planeten spielt. Und dass wir dieser wertvollen Ressource Sorge tragen sollten.
Ausstellungsplakat
Drei Künstlerinnen befassten sich mit diesem Thema. Jede auf ihre eigene Art.
Die Künstlerinnen der Juni-26-Ausstellung
v.l. Patricia Wolf, Irene Gärtner und Lara
Jabban.
Irene Gärtner. «Plastikzeit». Plastikmüll, gesammelt in der Familie Gärtner in einem
halben Jahr –
künstlerisch upgecyclet.
>Marcello Weiss präsentiert
die Künstlerinnen
im Video
>Ausstellende Künstler:innen
ab 2025
von A-Z
Titelbild (Ausschnitt)
Irene Gärtner. Stille Weite.
Öl auf Leinwand. 100x80cm.
Verkauft.
Irene Gärtner.
Irene Gärtner. Drift Line. Mixed Media on canvas. 100x60cm.
Risse und haptische Strukturen.
Irene Gärtner. Save the Ocean. Mixed Media on canvas. 100x80cm.
Irene Gärtner. This Blue Matters. Mixed Media on canvas, 70x100cm.
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Irene Gärtner (1951)
Im Künstlerverein kunstzürichsüd ist sie eine tragende Grösse: Schon seit der Gründung 2016 mit dabei und seit acht Jahren im Vorstand tätig. Sie kommt 1951 in Zürich zur Welt und wächst dann in Chur und Affoltern a.A. auf, heute wohnt sie in Adliswil. Ihr beruflicher Hintergrund ist Dekorationsgestalterin. Nach einer vierjährigen Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich ist sie für eine Dekade Stylistin und Dekorationsgestalterin bei Modissa.
Malen und Zeichnen ist ihre Leidenschaft seit ihrer Kindheit – bis heute. Ihre künstlerische Ausbildung holt sie sich bei Jurek Zaba in der Migros-Klubschule: Zeichnen, Malen, Gestalten. Ihr Lieblingsgenre ist die abstrakte Malerei. Gerne expressiv, sie mag aber auch geometrische Kompositionen, also konkrete Kunst.
Eine besondere Liebe entwickelt sie im Umgang mit verschiedenen Materialien. Viele ihrer Werke sind nicht einfach gemalt, sondern mehrschichtig aufgebaut. Einige solcher Werke zeigt sie an dieser Ausstellung. Wie kommen diese Risse und haptischen Strukturen zustande? Sie bilden den Untergrund des Gemäldes. Dabei wird eine spezielle (lehm-ähnliche) Strukturpaste feucht aufgetragen und mit dem Spachtel in die gewünschte Form gebracht. Den Rest besorgt die Natur: nach dem Trocknen bildet die Paste diese speziellen haptischen Strukturen. Bei den Rissen, die ebenso gewollt und ein stilistisches Mittel sind, läuft es ähnlich ab. Für die Risse wird aber Marmormehl mit Binder verwendet.
Für die Ausstellung Wasser Zeit Rhythmus hat Irene Gärtner nicht weniger als siebzehn Werke geschaffen. Am Ausgangspunkt steht Save the Ocean. Organisationen mit diesem Namen gibt es international, auch eine Schweizer Community. Alle verfolgen das Ziel, Ozeane und die Lebensräume der Tiere zu schützen.
Das 100x80cm grosse Bild verweist auf die sich häufenden Klimakatastrophen: Mal Sturm, Regen und Überschwemmungen, mal extreme Dürren. Mit Texten im Bild unterstreicht die Künstlerin das Anliegen der Save the Ocean-Aktivisten: Hoffnung ja, aber vor allem ein Newstart wäre dringend. Auch Plastikmüll ist ein Thema. Irene Gärtner widmet ihm eine Installation, die sie Plastikzeit nennt (Bild Spalte links).
Gärtners Werke in dieser Ausstellung sind eigentlich abstrakt, aber bei vielen blitzen Anleihen an Naturalismus auf. Da lassen sich mit etwas Fantasie Wasserfälle, sich überschlagende Wellen, Brandungen an rockigen Küsten, ganze Bergzüge und sogar Bergseen erkennen. Was immer man «sehen» mag, Hauptsache, man macht sich Gedanken zum Thema Wasser.
>weitere Werke von Irene Gärtner (PDF)
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Lara Jabban.
Lara Jabban.
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Lara Jabban
Lara Jabban ist eine leidenschaftliche Freizeitkünstlerin. In ihrem Beruf als Projektmanagerin in der Pharmaindustrie ist sie noch voll engagiert. Deshalb kann sie sich nur in freien Stunden ihrer Kunst widmen – dann aber mit Herz und Seele.
Die in London geborene und im Raum Paris aufgewachsene Künstlerin ist studierte Chemikerin mit einem Master-Abschluss. Mit der Malerei hat sie erst 2017 begonnen. In der Ausstellung zeigt sie Acryl-Arbeiten zum Thema Wasser, die durchwegs abstrakt sind. «Alle meine Gemälde entspringen intuitiv einem inneren Fluss und sollen Licht, Liebe und Lebensfreude ausstrahlen», sagt sie. Oder in ihren eigenen Worten: «Each painting emerges from an inner flow – an intuitive composition of light, love, and joie de vivre».
Auch ihr Werk Le bateau ist eigentlich abstrakt. Aber doch nicht ganz. Lassen sich hier nicht gewaltige Segel eines Windjammers erkennen? Oder könnte es ein Geisterschiff sein? Die «Segel» kann man auch als Geistfigur mit erhobenen Armen deuten. Dann würde es sich vielleicht um ein Geisterschiff handeln? Die Interpretation ist dem Betrachter überlassen – das ist das Risiko, das man als abstrakte Künstlerin eingeht. Ein schönes Risiko.
Jabbans abstrakte Werke weisen eine Besonderheit auf: Sie wirken wie «ohne Pinsel gemalt», die Farben scheinen zu fliessen.
>weitere Werke von Lara Jabban (PDF)
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Patricia Wolf.
Patricia Wolf. Vergessen.Patricia Wolf.
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Patricia Wolf (1961)
Ihren Lebensmittelpunkt hat die in Zürich geborene Künstlerin seit 1968 in München, aber mit Adliswil verbindet sie immer noch ein intensiver Draht. Das hat damit zu tun, dass ihr Vater, ein jüdischer Textilfabrikant in Stuttgart, bei Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 in die Schweiz nach Adliswil floh (und später weiter in die USA). Walter Wolf hatte damals eine bedeutende Kunstsammlung der französischen Moderne aufgebaut.
Nach seinem Tod enstand in Adliswil die Walter und Johanna Wolf-Stiftung, deren Stiftungsziel die Förderung von Spitälern und Heimen war. 1992 konnte mit Mitteln aus der Stiftung die Adliswiler «Stiftung für Altersbauten» gegründet werden. Der Name Wolf lebt so in Adliswil weiter.
Patricia Wolf ist von Beruf Kunstpädagogin und Kunsttherapeutin. An der Münchner Volkshochschule machte sie einen Abschluss als Dozentin für Kunst und Kunstgeschichte. In München war sie auch Projektleiterin für einige Sonderveranstaltungen in den Museen >Pinakothek der Moderne und im >Museum Brandhorst. Heute ist Patricia Wolf eine selbständige Künstlerin mit einem Atelier in der Plattform München.
Vergessen heisst diese frohe Assemblage aus Fundstücken aus Brockhäusern. Den Trägerstoff fand die Künstlerin in einem Koffer im verlassenen Estrich einer jüdischen Familie. Die bunten Farben trug sie einem Drop-Painting-Verfahren auf den auf dem Boden liegenden Stoff auf. Wie das >Jackson Pollock zu tun pflegte.
Mit den in der Ausstellung gezeigten Werken untersucht die Künstlerin den bewussten Umgang mit Ressourcen und deren Wert. Und weil ihre Familie einen «textilen Hintergrund» hat, präsentiert sie hier textile Arbeiten, die mit Upcycling zu tun haben. Es sind farbintensive, bemalte, gehäkelte und bestickte Textilien, in denen gewisse Prozesse der Wiederverwertung sichtbar gemacht werden.
Neben textilen Arbeiten zeigt Patricia Wolf auch mehrere Skulpturen aus verschiedenen Materialien wie Epoxidharz und Statorblech (gegoogeltes Wissen: Ein Statorblech ist ein dünnes, aus Elektroblech (eine Silizium-Stahllegierung) gefertigtes Blech, das als einzelne Schicht im Statorblechpaket eines Elektromotors oder Generators verwendet wird). Alles klar?
>weitere Werke von Patricia Wolf (PDF)
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