Wie Rom zum Kaiserreich wurde


Alles beginnt mit dem wohl berühmtesten Römer überhaupt: Mit Julius Cäsar. Unsterblich macht ihn sein Ableben: Ermordet von Senatoren während einer Sitzung des Senats! Ein Datum, das für alle Zeiten in Stein gemeisselt ist: der 15. März 44 v.Chr...

 

 

 

Roms erster Kaiser: Augustus.
Geboren als Octavian 63 v.Chr.

Vatikanische Museen, Vatikan.

 

 

 

Der erste römische Kaiser

 

Am Tag von Cäsars Ermordung ist der Jüngling, der als erster römischer Kaiser in die Geschichte eingehen wird, gerade mal 19. Sein Name: Gaius Octavian.

 

Als Jugendlicher fällt Octavian nicht gross auf.
Er ist scheu und schwächlich, zeigt wenig Lust im Umgang mit Waffen. Nur einer erkennt, dass mehr in ihm steckt: Cäsar. Dieser verfolgt Octavians Entwicklung genau.

 

Da Cäsar selbst keinen Sohn hat, nimmt er sich seinem Grossneffen an. Im Senat setzt er sich für ihn ein und lässt ihn als 18-Jährigen sogar an einem Feldzug nach Spanien teilnehmen.

 

Dann kommt dieser berühmte Tag: 15. März 44 v.Chr. Cäsar wird ermordet. Nun erfährt Octavian, dass ihn Cäsar in seinem Testament zum Adoptivsohn erklärt. Und zum Haupterben seines Vermögens macht.

 

Fortan nennt sich Octavian nach seinem Adoptivvater Gaius Julius Cäsar. Der klingende Name bringt nicht viel – niemand nimmt ihn ernst. Vor allem nicht General Antonius, der in Octavian noch immer das unschuldige Kind sieht. Eine Fehleinschätzung.

 

Mit Cäsars Erbe baut sich Octavian eine Privatarmee auf und übernimmt Cäsars kampferprobte Truppen. Nun verlangt er als noch nicht 20-Jähriger, dass man ihn zum Senator wählen solle. «Zu jung dafür», meint der Senat. Aber Octavian setzt den Senat so unter Druck, dass dieser schliesslich einwilligen muss.

 

Dann erzwingt er die Wahl zum Konsul. Zusammen mit Antonius und Lepidus bildet er im Jahr 43 v.Chr. ein Triumvirat. Antonius und Octavian besiegen die Truppen der Cäsar-Mörder Brutus und Cassius, beide werden getötet.

 

Nun macht sich Octavian daran, das Triumvirat aufzulösen. Er stellt zunächst Lepidus kalt und beschäftigt sich dann mit Antonius. Diesem wird zum Verhängnis, dass er eine Beziehung zur ägyptischen Königin Kleopatra eingegangen ist.

 

Octavian zeigt nun, wie geschickt er mit Propaganda umzugehen versteht. Um den im Volk sehr beliebten Antonius schlecht zu machen, veröffentlicht er dessen Testament. In diesem steht, dass er den Sohn Kleopatras und Cäsars (Cäsarion) als rechtsmässigen Erben sieht, dass er plant, Alexandria zur Hauptstadt zu machen und dass er neben Kleopatra in Alexandria bestattet werden möchte. Das ist genügend Munition gegen Antonius. Der Senat erklärt ihn zum Verräter und zum Feind des römischen Reiches.

 

>wie Octavian Antonius austrickste

 

 

Jetzt ist Octavian einziger Konsul. Er lässt sich zum
«dux Italiae» ausrufen, zum Führer Italiens. Als solcher zieht er in den «Ptolemäischen Krieg», den Feldzug gegen Kleopatra und Antonius. In der berühmten Seeschlacht von Actium (2. September 31 v.Chr.) wird die ägyptische Flotte besiegt. Antonius und Kleopatra fliehen nach Alexandria. Im folgenden Jahr nimmt Octavian Alexandria ein. Das Ende von Antonius und Kleopatra.

 

 

Ende des Bürgerkriegs

 

Octavian verkauft seinen letzten Coup geschickt: Als Befriedung des römischen Reiches. Als gelungenes Ende der jahrzehntelangen Bürgerkriege. Dass er jetzt – wie der dafür ermordete Cäsar – Alleinherrscher ist, hängt er nicht an die grosse Glocke. Vielmehr erklärt er, dass er

 

«jetzt, wo ich den Bürgerkriegen ein Ende

gesetzt habe (...) den Staat aus meinem
Machtbereich wieder der freien Entscheidung
des Senats und der römischen Bevölkerung
übertrage»

 

Natürlich tut er das dann nicht. Aber es ist ein meisterhafter propagandistischer Schachzug. Weil er die republikanische Grundordnung formal wiederherstellt, kann er sich gleichzeitig als Retter und Beschützer der Republik darstellen. In einem mehrtägigen Staatsakt des Jahres 27 v.Chr. wird das Ende des Bürgerkriegs gefeiert. Zudem verleiht der Senat Octavian am 16. Januar 27 v.Chr. den neu geschaffenen Ehrennamen «Augustus».

 

Als um 12 v.Chr. Marcus Lepidus stirbt (sein einstiger «Kollege» im Triumvirat, der als Pontifex abgeschoben worden war), übernimmt Augustus auch noch das Amt des «Pontifex Maximus», also jenes des höchsten Priesters.

 

 

Frieden und wirtschaftliche Blüte

 

Beim Sieg über Kleopatra und Antonius ist den Römern der ägyptische Staatsschatz in die Hände gefallen. Das eröffnet nun Möglichkeiten. Die Armee wird verkleinert, aus Soldaten werden Bauern, denen man Land zur Verfügung stellt. Und die wichtigsten Politiker werden mit Geld und Ämtchen ruhig gestellt. Alles mit dem Ziel, den Bürgerfrieden zu erhalten und die Wirtschaft blühen zu lassen. Unter Augustus ist das weitgehend der Fall. Auch die Stadt Rom blüht auf. «Von einer Stadt aus Ziegeln zu einer aus Marmor», heisst es im Volk.

 

 

Die Pax Augusta

 

Bis heute spricht man vom «Pax Augusta» während
seiner 44-jährigen Amtszeit. War Augustus wirklich ein «Friedenskaiser»? Ja und nein. Im Innern des Reiches herrschte in seiner Amtszeit tatsächlich Frieden – aber an seinen Grenzen waren zahlreiche Kriege im Gange. Ab dem Jahr 16 v. Chr. tobten heftige Kämpfe um neue Territorien. Unter Augustus expandierte das Reich kräftiger als je zuvor. Es kamen das reiche Ägypten hinzu, grosse Teile von Galatien (heutige Türkei) und neue Provinzen an Rhein und Donau. Es war eine Expansion, die sich vor jener unter Cäsar nicht zu verstecken brauchte.

 

Augustus unternahm alles, um sich vor dem Volk zu verherrlichen. Im Jahr 13 v.Chr. liess er ein prächtiges Monument aufstellen, das seine glanzvollen Taten zur Schau stellte: Die «Ara Pacis».

 

 

Rekonstruktion der «Ara Pacis»

 

Der Pavillon heute, wie er seit seiner

Renovierung von 1938 aussieht.

 

 

 

>Eckpunkte der Geschichte des römischen Reiches

 

 

 

Titelbild (Ausschnitt)

Vincenzo Camuccini (1771-1844).

Die Ermordung Cäsars, 44 v.Chr.

Gemälde von 1804. Gallerie Nazionale
d'Arte Moderna, Rom.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ermordung Cäsars 44 v.Chr. Von Karl von Piloty (1826-1886). Ausschnitt. Landesmuseum Hannover.

 

Wie alles begann: Cäsar wird ermordet

 

In der Republik Rom geschieht Ungeheuerliches: Während einer Senatssitzung 44 v.Chr. stürzt sich eine Meute von Senatoren mit Dolchen bewaffnet auf ihren Anführer Julius Cäsar. Sie verletzen ihn schwer. Als er schon halbtot auf dem Boden liegt, versetzt ihm Brutus den Todesstoss. Es ist das Ende des Alleinherrschers und Tyrannen Cäsar.

 

Und gleichzeitig der Beginn des Aufstiegs eines jungen Mannes zum ersten Kaiser Roms. Sein Name: Octavian. Ihn hat Cäsar zu seinem Haupterben bestimmt und ihn testamentarisch zu seinem Adoptivsohn ernannt.

 

 

Büste des
Gaius Julius Cäsar
(100-44 v.Chr). Gregorianische Museen, Rom.

 

 

 

Büste des Pompeius Magnus
(106-48 v.Chr.)
Archäologisches Nationalmuseum Venedig.

 

 

 

Rückblende: Cäsar als Alleinherrscher

 

Der entscheidende Zeitabschnitt beginnt 49 v.Chr., als der römische Feldherr Gaius Julius Cäsar von Gallien her kommend mit seinen Truppen auf Rom zu marschiert.

 

Das tut er, weil der römische Senat am 7. Januar
49 v. Chr. beschlossen hat, dass Cäsar seine Truppen entlassen und seine Befehlsgewalt über Gallien niederlegen müsse, ehe er erneut für das Konsulat in Rom kandidieren dürfe – als Privatmann.

 

Das akzeptiert Cäsar nicht. Er bricht mit seiner Streitmacht Richtung Rom auf und überschreitet am 10. Januar 49 v. Chr. mit seinen Truppen den >Rubikon. Diese Handlung kommt einer Kriegserklärung an den Römischen Senat gleich.

 

Sein Gegner ist Feldherr Pompeius Magnus – dieser steht auf der Seite des Senats. Er ist sich sicher, dass ihm Cäsars Truppen nicht gewachsen sind, da er über eine deutlich grössere Streitmacht verfügt.

 

Es kommt aber anders: Er unterliegt Cäsar am
9. August 48 v.Chr. in der berühmten Schlacht von Pharsalos (auf griechischem Boden). Pompeius flüchtet nach Ägypten und wird dort auf Befehl von Pharao Ptolemaios XIII ermordet.

 

 

Cäsar überquert mit seinen Truppen den Rubikon. Foto Etsy.

 

 

 

 

 

Den Rubikon überschreiten – was heisst das?

 

Als Cäsar mit seinen Truppen von Gallien kommend den Rubikon überschreitet, soll er ausgerufen haben: «alea iacta est» (die Würfel sind gefallen). Heisst: Nun gibt es kein Zurück mehr – jetzt gehts auf nach Rom! Bis heute versteht man unter der Metapher

den Rubikon überschreiten eine risikoreiche Entscheidung, von der es kein Zurück mehr gibt.

 

Und wo lag der historische Rubikon? Darüber wird bis heute gestritten. Sicher ist nur, dass es sich um einen kleinen Fluss handelt, der im Apenin entspringt und irgendwo in der Adria mündet.

 

Ein Machtwort sprach 1933 der Diktator Benito Mussolini. In einem Dekret verfügte er, dass der Rubikon der Fluss Fiumicino ist, der bei Savignano sul Rubicone ins Meer fliesst (etwa 90 km südöstlich Bologna). In diesem Städtchen hatte Mussolini seine Strandvilla...

 

 

Cäsar übergibt Kleopatra den ägyptischen Thron. Gemälde von Pietro da Cortona (1596-1669), 1637. Musée des Beaux-Arts, Lyon.

 

 

 

 

Cäsar und Kleopatra

 

Nach seinem Sieg über Pompeius segelt Cäsar nach Ägypten (es geht um Kornlieferungen, Rom hungert gerade). Dort verliebt er sich in Königin Kleopatra, die politisch selbst in Schwierigkeiten steckt, nachdem sie von ihrem Bruder entmachtet wurde.

 

Cäsar stellt sich auf ihre Seite und siegt mit seinen Truppen im «Alexandrinischen Krieg». So festigt er Kleopatras Position und verhilft ihr auf den Thron.

 

Cäsar ist von der jungen Königin hingerissen, die beiden verstehen sich glänzend, es entsteht eine feurige Liebesbeziehung und im Jahr 47 v.Chr. wird ihnen ein Sohn geboren, Cäsarion. Ein Paar werden Cäsar und Kleopatra aber nie. Er führt sie zwar einmal nach Rom, heiratet sie aber nicht und anerkennt auch den Sohn Cäsarion nicht als seinen Thronfolger.

 

 

Büste Julius Cäsar (100-44 v.Chr).

 

Cäsar wird zum Diktator gewählt

 

Dann ist Cäsar wieder als Feldherr unterwegs. In einem kurzen – bis heute weltberühmten – Feldzug besiegt er in Kleinasien Pharnakes II von Pontus, der die römischen Provinzen in Kleinasien geplündert hatte.

 

Berühmt ist diese Schlacht von Zela (heute Zile, Türkei), weil Cäsar hier den legendären Satz sagt: veni vidi vici («Ich kam, ich sah, ich siegte»).

 

Ein Jahr später besiegt er im «Afrikanischen Krieg» in der Schlacht bei Thapsus die republikanischen Senatstruppen unter Scipio und Cato dem Jüngeren. Langsam gehen ihm die Feinde aus.

 

Als er 46 v. Chr. wieder in Rom ist, lässt er sich vom Senat zum Diktator ernennen. Dann erringt er einen weiteren militärischen Sieg in Spanien und wird im Februar 44 v.Chr. vom Senat zum Dictator Perpetuo (Diktator auf Lebenszeit) ernannt. Damit ist er Alleinherrscher in Rom.

 

 

Die Ermordung Cäsars, 44 v.Chr. Vincenzo Camuccini (1771-1844). 1804-05. Gallerie Nazionale d'Arte Moderna, Rom.

 

 

Karl von Piloty (1826-1886).
Die Ermordung Cäsars im Jahr
44 v.Chr. Bild aus dem Jahr 1865.
Landesmuseum Hannover.

 

 

Cäsars Ermordung 44 v.Chr.

 

Einigen Senatoren passt aber die Alleinherrschaft Cäsars gar nicht – zumal er sich jetzt als Tyrann entpuppt. Die Gruppe seiner Gegner und Feinde wächst. Brutus und Cassius planen seine Ermordung.

 

Während einer Senatssitzung am 15. März 44 v.Chr. im Theater des Pompeius stürzt sich eine Menge von Senatoren auf den Diktator. Sie verwunden ihn durch Dolchstiche schwer. Den Todesstoss soll ihm Brutus verarbreicht haben und Cäsar soll dabei seine letzten Worte an ihn gerichtet haben: «Auch du, mein Sohn?».

 

Marcus Tullius Cicero, der berühmteste Redner, Schriftsteller und Anwalt Roms, ist Zeuge der Tat und schreibt später, «dies sei das gerechte Ende eines Tyrannen gewesen» – ein Tyrannenmord eben. Cicero ist bis heute berühmt für sein Werk «Über den Staat». Ein Jahr nach Cäsars Tod setzen ihn seine Nachfolger Octavian, Lepidus und Antonius auf eine ihrer Proskriptionen (Todeslisten). Cicero wird im September 43 v.Chr. getötet.

 

 

Büste von Octavian. Musei Capitolini, Rom.

 

Octavian wird Senator und Konsul

 

Nachdem ihn Cäsar testamentarisch zu seinem Adoptivsohn erklärt hat, darf sich Octavian nun selbst Gaius Julius Cäsar nennen. Er ist auch Haupterbe von Cäsars Vermögen. Das ermöglicht ihm, eine eigene Privatarmee mit Cäsars Veteranen aufzubauen.

 

Das verleiht dem noch nicht 20-Jährigen genügend Power, vom Senat zu verlangen, dass man ihn zum Senator wähle. Eigentlich wäre er dafür zu jung, aber er setzt sich durch. Ein Jahr später erzwingt er sogar die Wahl zum Konsul.

 

 

Marcus Antonius verliest Cäsars Testament. Von William Hilton (1786-1839). Sir John Soane's Museum, London.

 

 

 

Büste Octavians, Forum Romanum.

 

 

Marcus Antonius, Vatikanische Museen.

 

 

Triumvirat Octavian, Antonius, Lepidus

 

Die drei vereinigen ihre Truppen und gehen gegen die Cäsar-Mörder vor. In zwei Schlachten von Philippi werden Cassius und Brutus besiegt und getötet. Antonius ist dabei besonders erfolgreich, er stärkt seine Position.

 

Das Triumvirat

 

Antonius, Octavian und Lepidus lassen sich am
27. November 43 v.Chr. vom Senat weitgehende diktatorische Machtbefugnisse übertragen – für fünf Jahre. Octavian soll Rom bekommen und den Westen, Antonius den reichen Osten, Lepidus Nordafrika. Soweit die Theorie. Für Octavian ist das Triumvirat nur ein Zwischenziel. Er will die Alleinherrschaft.

 

Zunächst wird Lepidus kaltgestellt, dann wirft Octavian Antonius vor, er wolle mit Kleopatra die Herrschaft über Rom anstreben.

 

Um das dem Senat und dem Volk zu beweisen, lässt Octavian Antonius' Testament stehlen. In diesem steht nicht nur, dass Cäsarion der rechtmässige Erbe Cäsars sei, sondern auch, dass Antonius Alexandria zur Hauptstadt des römischen Reiches machen wolle. Das ist zuviel des Guten.

 

Antonius – einst Liebling und strahlender Held des Volkes – verliert die Gunst der Römer. Der Senat erklärt ihn zum Verräter und Feind des römischen Reiches. Er verlässt Rom und segelt nach Ägypten – in die Arme von Kleopatra.

 

 

>wie Octavian Antonius austrickste

 

 

 

Antonius bei Kleopatra. Das Bankett der Kleopatra. Von Giambattista Tiepolo (1696-1770). 1743-44. National Gallery of Victoria, Melbourne.

 

 

Tod der Kleopatra. Schlangenbiss?
Von Artemisia Gentileschi (1593-1654), 1613-22. Privatkollektion Amedeo Morandotti, Milano.

 

Antonius' und Kleopatras Tod in Ägypten


Antonius verstösst seine Frau (Octavia, die Schwester Octavians) und bekennt sich offen zur ägyptischen Königin Kleopatra. Mit ihr hat er vereinbart, dass einst Alexandria die Hauptstadt des römischen Reiches werden soll.

 

Octavian – nun einziger Konsul – zieht in den Krieg gegen Antonius und Kleopatra. Entscheidend ist die Seeschlacht von Actium vom 2. September 31 v.Chr. Octavian besiegt die ägyptische Flotte, Antonius und Kleopatra flüchten nach Alexandria.

 

Ein halbes Jahr später marschiert Octavian mit seinen Truppen in Alexandria auf und siegt über General Antonius, dem die Soldaten den Dienst verweigern. Es ist sein Ende.

 

Antonius begeht Selbstmord. Auch für Kleopatra gibt es keinen anderen Ausweg. Sie will nicht als Octavians Kriegsbeute im Käfig durch Roms Strassen geschleppt werden. Da gibt sie sich lieber den Tod. Wie genau, ist bis heute ungekärt. Vielleicht per Giftspritze, vielleicht durch den Biss einer giftigen Schlange.

 

 

Octavian/Augustus (63 v.Chr. bis
14 n.Chr.).
Kaiser von
31 v.Chr. bis
14 n.Chr.

 

Die Kaiserbüste «Augustus Bevilacqua». Glyptothek München.

 

 

 

Bronzemünze mit dem Kopf von Divus Augustus, dem Göttlichen.
22-26 n.Chr. Staatliche Museen Berlin, Münzkabinett.
 

 

 

 

Der Weg ist frei für Octavian – zum Kaiser

 

Schlau und durchtrieben hat sich Octavian nach und nach alle Widersacher vom Leib geschafft, auch seine Kollegen aus dem Triumvirat. Dann lässt er viele seiner politischen Gegner ermorden und besetzt ihre Posten mit loyalen Anhängern. Unter den Opfern ist auch der berühmte Cicero.


Am 16. Januar 27 v.Chr. erklärt Octavian im Senat den Kampf «Römer gegen Römer» – also den jahrzehntelangen Bürgerkrieg – für offiziell beendet.

 

Eine clevere Strategie. Der Senat ist ihm dafür dankbar und übergibt ihm die Macht und einen Grossteil der römischen Armeen. Gleichzeitig verleiht man ihm mit dem Ehrennamen Augustus (der Erhabene) einen göttlichen Nimbus.


Er selbst wird sich nie als Kaiser bezeichnen. Für die damaligen und heutigen Historiker ist seine Amtszeit dennoch der Beginn der römischen Kaiserzeit.

 

Unter Augustus findet das römische Reich zu Frieden und wirtschaftlicher Blüte. Er verkleinert die Armee, schafft die Zwangsbesteuerung ab und lässt eine Reihe von repräsentativen Bauwerken errichten.

 

Er wird wie ein Gott verehrt, gibt sich aber möglichst bescheiden. So gelingt es ihm, als Alleinherrscher zu überleben – ganz im Gegensatz zu Cäsar.

 

Bei seinem Tod trägt er u.a. die Titel Imperator und
Pontifex Maximus (oberster Priester). Augustus stirbt 14 n.Chr. als 77-jähriger eines natürlichen Todes in der Nähe von Neapel – vom Volk bis zum Schluss geliebt und respektiert.

 

Auf Augustus folgen die Kaiser Tiberius (14-37), Caligula (37-41), Claudius (41-54), Nero (54-68).

 

 

>wie Octavian Antonius austrickste

 

>Eckpunkte der Geschichte des römischen Reiches