Museo de Bellas Artes, Malaga.


Das prächtige Gebäude im Stil des Neoklassik liegt am Fuss der maurischen Alcazaba. Es wurde 1791 als «Palacio de la Aduana» erbaut, war früher also ein Zollhaus, ganz in Hafennähe. Danach diente es als Tabakfabrik, schliesslich als Regierungssitz. Bis 1922 ein Brand ausbrach, der das Dach zerstörte. 28 Menschen verloren ihr Leben. In der Folge wurde das Haus für verschiedene Zwecke verwendet, für Verwaltung, für die Zollbehörde, als Bischofssitz, als Polizeirevier – bis 2008.

 

 

 

museo de malaga

Museo de Malaga.

 

 

Das imposante Gebäude bietet Platz für zwei Museen: Im ersten Stock das «Museo Arqueologico», das 15'000 Exponate aufweist, und in der 2. Etage das «Museo de bellas Artes» mit rund 2'000 Gemälden und Skulpturen.

Damit ist es das grösste Museum in Andalusien. In dieser Form ist es dem Publikum erst seit 2016 zugänglich.

 

 

 

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Innenhof des Museums.

 

 

 

 

 

 

 

Titelbild (Ausschnitt)

José Gartner de la Pena (1866-1918).
La destruccion de la Invencible, 1892.
Museo de Malaga.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alte spanische Meister

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Bartolomé Esteban Murillo (1617-1682).
San Francisco de Paula, 1665-69.

 

ribera

José de Ribera (1591-1652) (atribuido), El Martirio de San Bartolomé, 1641.

Weder Goya noch Velazquez.

Man weiss natürlich nie, was noch im Depot liegt. Aber die Vermutung liegt nahe, dass das Museo de Malaga in diesem Bereich schwach dotiert ist. Wer die ganz Grossen wie Goya und Velazquez sehen will, muss sich wohl nach Madrid begeben, in den >Prado. Aus diesem Museum stammen auch die beiden zur Zeit gehängten Werke von Murillo und Ribera, als Dauerleihgabe.

 

Murillo ist ein Andalusier, in Sevilla geboren. Dort machte er auch Karriere. Lange soll er in Armut gelebt haben, bis ihm der Durchbruch 1645 gelang, als er elf grosse Gemälde für den Kreuzgang des Klosters des Heiligen Franziskus in Sevilla fertigen durfte. Heute zählt man ihn zu den international anerkannten Barockmalern in Spaniens «Siglo de Oro» (Goldene Zeit).

 

Ribera stammt aus Valencia, er war aber vor allem in Neapel tätig. Dort begeisterte er sich für den chiaro-scuro-Stil (hell-dunkel) seines Vorbildes Caravaggio – in diesem Werk gut zu erkennen.

 

Wesentlich umfangreicher sind die Sammlungen
aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

 

Spanische Künstler 19. Jahrhundert

 

simonet

El juicio de Paris (Urteil des Paris), 1904.

 

Enrique Simonet y Lombardo (1866-1927).

Zwar in Valencia geboren, ist er einer der Stars des Künstlerkreises von Malaga. Sein berühmtestes Gemälde ist die «Enthauptung des heiligen Paulus» (Abbildung unter >MORE). Eines seiner schönsten Werke ist aber dieses hier: Das grossformartige Bild «Urteil des Paris», das im Museo de Malaga einen Ehrenplatz einnimmt.

 

saenz

Dama con pamela, esposa del pintor,
1900-20.

 

Pedro Saenz y Saenz (1863-1927).

Ein echter Einheimischer aus der «Escuela malaguena», die vor allem den akademischen Stil lehrte. In Madrid und Rom bildete er sich weiter und fand in Paris Zugang zum Jugendstil (art nouveau) und zu den symbolistischen Werken des Franzosen William-Adolphe Bouguereau (1825-1905), der in Saenz auch die Begeisterung für Frauenakte auslöste. Er gilt auch als einer der führenden Vertreter der katalanischen Moderne.

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Fotos / Diashow 19. Jahrhundert

Spanische Künstler 20. Jahrhundert

 

villa

Desnudo femenino ante la ventana, 1935.

 

José Moreno Villa (1887-1955).

Das Museo de Malaga verfügt über eine beeindruckende Sammlung von Moreno Villa-Werken. Der Künstler zählt zu den facettenreichsten Vertretern der spanischen Avantgarde. Ursprünglich hatte er Chemie studiert, war dann Übersetzer, Essayist und Publizist. In den 1920er-Jahren begann er als Künstler mit kubistischen Werken und fand dann mit einem eigenwilligen Stil zum Surrealismus. Mit dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs 1936 emigrierte er in die USA und später nach Mexiko, wo er 1955 verstarb.

 

picasso

Cabeza de fauno sobre fondo ocre, 1946.

 

 

Pablo Picasso (1881-1973).

Die im Museum gezeigten farbigen Zeichnungen stammen aus einer Mappe mit 12 Lithographien nach Originalen von Pablo Picasso. Das Album heisst «Faunes et Flore d'Antibes» und wurde 1946 in Antibes geschaffen. Eine der Mappen wurde im Juni 2018 in einer Auktion bei Karl & Faber München für 11'900 Euro an den Mann (oder die Frau) gebracht.

 

>mehr im Picasso-Museum Malaga

 

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Bailarina, 1978.

 

Elena Alvarez Laveron (1938).

Die 1938 in Ceuta geborene Bildhauerin durchlebte ihre Jugendzeit als Nomadin in Marokko und ist jetzt seit mehr als 30 Jahren in Malaga sesshaft. Ihre Skulpturen aus Stein und Bronze stehen in zahlreichen Städten der ganzen Welt. Grössere Sammlungen befinden sich im >Museo Reina Sofia in Madrid und im Guggenheim-Museum in New York. Ihre dynamische «Bailarina» im Museo de Malaga ist aus Kunststein gefertigt.

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Fotos / Diashow 20. Jahrhundert

 

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