Enea Baummuseum,
Rapperswil-Jona


Das idyllisch am oberen Zürichsee gelegene Freilichtmuseum ist eine Oase der Stille, der Natur
– und der Kunst. Das über sieben Hektaren grosse Arboretum verbindet prachtvollste seltene Bäume mit tempelartigen Steinbauten und Skulpturen von renommierten internationalen Künstler:innen.

 

 

Das Enea-Empfangsgebäude am grossen
Fischteich, mit Shop, Café und Ticketeria.

 

 

Fächer-Ahornbaum.

 


Die Geschichte des Parks ist eng mit der Familie Enea verbunden. Der Grossvater betrieb in Italien Obstplantagen und Gemüsefelder. Der Vater, Franco Enea, arbeitete in Schmerikon als Steinmetz und gründete 1973 sein eigenes Unternehmen, das sich mit Steinarbeit und Gartengestaltung beschäftigte.

 

1993 übernahm Enzo Enea (*1964) in der dritten Generation das Unternehmen und baute es zu einem internationalen Büro für Landschaftsarchitektur aus.

 

Die «Enea Landscape Architecture» hat ihren Hauptsitz im Park von Rapperswil-Jona. Weitere Standorte sind Zürich, Miami, New York und Mailand.

 

Das Baummuseum Rapperswil-Jona ist seit
2010 für das Publikum zugänglich.

 

Öffnungszeiten März bis Oktober:
Mo – Fr: 09:00 – 18:00 Uhr
Sa: 10:00 – 17:00 Uhr
November bis Februar:
Mo – Fr: 09:00 – 17:30 Uhr
Sa: 10:00 – 16:00 Uhr


An Sonn- und Feiertagen
geschlossen.

 

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Klaus Littmann, Arena für einen
Baum, 2024.

 

 

Jürgen Dreschers Gorilla-Familie
unter einem Fächer-Ahornbaum.

 

 

Blühender Magnolienbaum mit
künstlichem Vogel.

 

 

Eros mit Schildkröte.

 

 

Sakura, prächtig blühender
japanischer Kirschblütenbaum.

April 2026.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Enzo Enea, Gründer des Enea Baummuseums Rapperswil-Jona. ©Enea Land-schaftsarchitektur.

 

 

Skulptur von Jaume Plensa.
Lou, 2015. Enea Baummuseum Rapperswil-Jona. © Enea Landschafts-
architektur.

 

Enzo Enea – der Gründer des Parks

 

Der 1964 im Zürcher Oberland geborene und dort aufgewachsene Gründer des Baummuseums studierte Industriedesign und Landschaftsarchitektur. Später
arbeitete er u. a. in Brasilien und auf Hawaii, wo er für ein Sheraton-Hotel seine erste grössere Parkanlage entwarf.

2010 gründete der leidenschaftliche Natur- und Kunstfan den Park in Rapperswil-Jona. In diesem präsentiert er u.a. rund fünfzig gerettete und teils über 100-jährige Bäume, die aus Bauprojekten stammen und die sonst gefällt worden wären.

 

Enzo Enea sieht seinen Park nicht als dekorative Gartenanlage, sondern vielmehr als kulturellen Ort, an dem Landschaft, Botanik, Architektur, Kunst und Design in einen Dialog treten.

 

Anfangs standen vor allem die seltenen Bäume im Zentrum, doch seit 2013 sind Skulpturen dazu gekommen, die garten-fachgerecht im Park integriert wurden.

 

Die ersten Kunstpositionen stammen von Richard Erdmann, Ugo Rondinone, Jaume Plensa, Christian Andersen, Jérémy Crettol und weiteren.

 

Zurzeit sind im Enea-Park etwa vierzig skulpturale Werke von internationalen Künstler:innen ausgestellt. Die Sammlung wird laufend ausgebaut.

 

 

 

Richard Erdman, Spira, 2014. Enea Rapperswil-Jona.

 

Richard Erdman (1952)

 

Der in Princeton, New Jersey, geborene Künstler wurde als Schöpfer der grössten Steinskulptur der Welt bekannt, die er 1985 aus einem Marmorblock gemeisselt hatte: «Passage». Auftraggeber war PepsiCo. Sie steht in New York im Sculpture Garden. Das Werk «Spira» im Enea-Baummuseum ist dafür die aktuell grösste Skulptur Erdmans auf Wasser. Sie wurde speziell für das Baummuseum geschaffen. Aus italienischem Bardiglio Marmor. Sie steht im grossen Weiher und wiegt etwa 2.5 Tonnen.


 

Ugo Rondinone, Blue violet nun, 2020.

 

Ugo Rondinone (1964)

 

Der Künstler stammt aus Brunnen, Schwyz, und studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Die hier ausgestellte Skulptur «Nun» stammt aus einer Serie «Nonnen und Mönche», die er in den 1990er-Jahren begonnen hat. Sie ist auch eine Hommage an die Freundschaft zwischen Enzo Enea und den Schwestern des Zisterzienzer-Klosters Maria-Wurmbach, auf deren Land das Enea-Baummuseum erbaut werden durfte.

 

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Lilian Bourgeat, Bottes, 2019.

 

 

Lilian Bourgeat (1970)

 

Er stammt aus Saint-Claude, Frankreich, und lebt
und arbeitet heute in Dijon. Sein monumentales und humorvolles Werk der «Bottes» passt nicht nur ausgezeichnet zum Umfeld des Parks, sondern ist auch ein Anziehungspunkt für die Besucher:innen und ein echter Hingucker. Und dazu ein witziger Hinweis, dass es für die User des Gartens «kein schlechtes Wetter gibt, nur schlechte Kleidung».

 


 

Sergio Tappa. Animello, 2004. Enea Baummuseum Rapperswil-Jona. ©Enea Landschafts-architektur.

 

Sergio Tappa (1950)

 

Sergio Tappa ist Römer. 1980 übersiedelte er nach Zürich, wo er als selbständiger Illustrator arbeitete.
Parallel dazu begann er zu malen, bis er sich 1987 ganz für die Kunst entschied. Seither arbeitet er als freischaffender Maler und Bildhauer. Der Titel der über drei Meter hohen Skulptur «Animello» ist ein Wortspiel zwischen Anima und Animale und verbindet so das Seelische mit dem Tierischen. Tappa bezeichnet die Skulptur als «Arte della memoria» – Kunst der Erinnerung.


 

Sylvie Fleury, Mushrooms, 2013.

 

Sylvie Fleury (1961)

 

Sie ist Genferin und lebt und arbeitet in Genf. Bekannt ist sie für ihre Inszenierungen rund um die Luxus- und Shoppingwelt. Ihre überdimensionalen «Mushrooms» aus Fiberglas sind unübersehbar im Park platziert – direkt am Teich gegenüber dem Empfangszentrum. Die Künstlerin versteht ihre «Luxuswerke» auch als leise Kritik an der heutigen Konsumwelt: Ist es nötig, dass wir so viele Güter anhäufen wie Pilze aus dem Boden schiessen?

 

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Jérémie Crettol, Otto, 2012.

 

Jérémie Crettol (1975)

 

Sein Fachwissen punkto Marmor eignete sich der Künstler im italienischen Carrara an, dem Mekka der europäischen Stein-Bildhauerkunst. Im Enea-Park zeigt er seine Kreatur «Otto», ein sehr kompakt ausgeführter Krake. Geschaffen hat er dieses «Weichtier» aus hartem Marmor mit einem ganz speziellen Werkzeug: einem Druckluftkompressor. Otto wiegt rund drei Tonnen.

 

 

Michele Gabriele, July 2nd, 2023.

 

Michele Gabriele, July 2nd, 2023.

 

 

Michele Gabriele (1983)


Michele Gabriele stammt aus Fondi, Italien. Der Bildhauer lebt und arbeitet in Mailand. Seine Kunststudien absolvierte er an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand. Er befasst sich mit Skulpturen, Installationen, Malerei und Performances. Seine Skulptur «July 2nd» fasziniert.

 

Die witzige Figur mit Schwimmflossen sitzt auf einer Art Sprungbrett über einem kleinen Teich. Sie erinnert an eine Wasser‑ oder Meereskreatur.

 

Warum sie «July 2nd» heisst, ist unbekannt. Nur, dass der Künstler dieses Datum schon mehrfach für seine alien-artigen Skulpturen verwendet hat. Unklar ist auch, warum seine Meerjungfrau (?) einen Arm im Gips trägt. Fantasie ist gefragt. Hat sie sich vielleicht irtümlich vom Sprungbrett in ein leeres Wasser-Bassin gestürzt?

 

 

 

Nigel Hall, Southern Shade V, 2012.

 

Nigel Hall (1943)

 

Nigel Hall lebt und arbeitet in London und ist Mitglied der Royal Academy of Arts. Geboren wurde er 1943 im britischen Bristol. Seine Werke befinden sich in vielen öffentlichen Sammlungen, unter anderem im Museum of Modern Art in New York, in der Tate Gallery in London, in der Nationalgalerie in Berlin – und im Kunsthaus Zürich. «Southern Shade V» soll vom Licht des Südens inspiriert sein und von den Schattenwürfen der Baumkronen der Pinienbäume der Côte d'Azur.


 

Jürgen Drescher, Gorilla-Familie, 2007-2024.

 

 

Jürgen Drescher, Alpaka, 2014.

 

 

 

Jürgen Drescher (1955)

 

Er stammt aus Karlsruhe und studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf. Dort entwickelte er seinen eigenen Stil: Er wollte alltägliche Objekte neu interpretieren. Im Enea-Park hat er Tier-Skulpturen hinterlassen. Prominent platziert ist die dreiköpfige «Gorilla-Familie» unter einem prächtigen Fächer-Ahornbaum.


«Das Thema Tiere begleitete mich schon immer»,
sagt der Künstler. Und auch, dass er geprägt wurde durch seine Grossmutter Irmgard, die dem «Urwaldarzt» Albert Schweitzer Spenden zukommen liess. Zudem brachte sie ihrem Enkel Jürgen Drescher die «Lehre der Ehrfurcht vor dem Leben» näher, die Albert Schweitzer predigte. «Alpaka» schuf er mit einem Augenzwinkern: Das Magensäure spuckende Tier sieht er als Naturgestalt, die sich gegen die Übergriffigkeit des Menschen zur Wehr setzt.

 


 

 

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