Fotoausstellung «Farb-Emotionen».
Galerie KunstZürichSüd Adliswil.
5. bis 28. Februar 2026

 

 

 

Von Farben und Gefühlen

 

Ausstellungsplakat

 

 

Sechs Mitglieder des Künstlervereins
KunstZürichSüd zeigen an dieser Ausstellung ihre Kreationen. Getreu dem Thema «Farb-Emotionen» spielen dabei Gefühle eine zentrale Rolle. Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich das Thema angegangen wird. Da geht es um emotionale Neuanfänge, um Verarbeitung von Gefühlen, um Farbenspiele, um Umsetzungen von Emotionen in Farben, um Tagebücher der Gefühle und schliesslich um die Emotionen der Besucher, wenn sie erleben dürfen, welche wundersamen Bilder ihr Gehirn produzieren kann. Eine spannende Ausstellung!

 

 

Die sechs Ausstellenden v.l.n.r.
Nora Cottely Le Bourgeois, Walter Diem, Hansres Emch, Silvia Orthwein-Erhard,

Nicole Herb «Herbie, Laura Kälin.

 

 

 

Alles über die Künstler:innen in

Marcellos Video

 

Marcello Weiss

 

 

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>Website KunstZürichSüd

 

 

Galerie Adliswil, Februar 2026

 

 


 

Ausstellungen ab 2025
im Überblick

 

 

>Ausstellungsberichte ab 2025

 

 

 

 

Titelbild (Ausschnitt)

Nora Cottely Le Bourgeois.
Dancing into the unknown.

Acryl, 70x70cm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nora Cottely
Le Bourgeois

 

Nora Cottely Le Bourgeois. Adliswil. Acryl, 40x40cm.

 

Nora Cottely Le Bourgeois.
Das Zählen von Segnungen. Counting my blessings. Acryl, 60x80cm.

 

 

Nora Cottely Le Bourgeois (1976)

 

Sie kommt 1976 in Budapest zur Welt und lebt mit ihrer Familie eine zeitlang in Paris. In Boston studiert sie dann an der «School of the Museum of Fine Art» und macht schliesslich ihren Master in Kunsttherapie und psychologischer Beratung an der «Edinboro University» in Pennsylvania. Seit zwei Jahren lebt sie nun mit ihrer Familie (zwei Kinder) in Adliswil. Hier arbeitet sie im Gemeinschaftsatelier von KunstZürichSüd. >mehr


In der Ausstellung «Farb-Emotionen» zeigt sie eine erstaunliche Fülle von verschiedenen Malstilen. Aber das sind mehr als Stile, es ist ein ganzer Prozessablauf auf ihrem Weg, in einem neuen Land einen Neuanfang als Künstlerin zu machen. «Meine Kunst ist inspiriert von meiner inneren Gedanken- und Gefühlswelt und wie diese die Ereignisse meines Lebens widerspiegeln», sagt sie. Und: «Ich bin fest von der heilenden Kraft der Kunst und der Kunsttherapie überzeugt».


Zehn Jahre lang lebt sie in einer Art «Kunstpause» – bedingt durch familiäre Verpflichtungen als Ehefrau und Mutter. Nun zeigt sie, wie sie mit Bildern diesen Neuanfang in der neuen Heimat geschafft hat. Sie präsentiert acht Werke, mit denen sie ihren Prozess deutlich macht.

 

Der Wandlungsprozess beginnt mit einem Werk, das sie mit «Vor der Blüte» betitelt. Dieses relativ dunkle und finstere Gemälde verkörpert gewissermassen die Leere, die in der Kunstpause entstanden ist. Das Folgewerk ist eine malerische Umsetzung ihrer neuen Heimat in Adliswil – in Form einer Landkarte. Im Prozess ist gut erkennbar, wie die Künstlerin und ihre Motive ständig offener werden und die Farben nach und nach heller und leuchtender, auch fröhlicher. Sie passen hervorragend ins Ausstellungsthema «Farb-Emotionen».


 

>mehr von Nora Cottely Le Bourgeois (PDF)

 

 

 

Walter Diem

 

Walter Diem. Otto in coolem Blau-Grün. Acryl auf Leinwand, 80x100cm.

 

Walter Diem. Schreckhorn und Finsteraarhorn spiegeln sich im Bachalpsee. Acryl auf Leinwand, 140x100cm.

 

Walter Diem (1947)


Den Vereinspräsidenten braucht man nicht gross vorzustellen. Er ist auch der Gründer von kunstzürichsüd. Der Verein wird 2026 sein 10-jähriges Jubiläum feiern können.

 

>mehr über den Verein kunstzürichsüd

 

Walter Diem ist künstlerisch sehr vielseitig unterwegs. Seine Werke reichen von klassischen Pinsel-Malereien bis hin zu experimentellen Techniken wie Pastellzeichnungen in Kombination mit Holzbeize und Aquarell oder das Malen von Body-Painting-Modellen. Zu seinem Repertoire gehören auch Natur und Landschaften, doch seine Lieblingsdisziplin ist das Malen von Akten.

 

Für die Ausstellung «Farb-Emotionen» greift er auf bestehende Werke zurück, die er mit seinem Lieblingsmodell Otto geschaffen hat. Um zu zeigen, welche emotionale Wirkung die Farbe entfalten kann, verpasst er seinen bisher monochromen Akt-Bildern fein abgestimmte Töne wie zartes Grün oder sattes Blau. Oder dann fügt er seinem Modell gelb-leuchtende Sommervögel und blaue Fantasieblumen bei und ergänzt das Bild mit Stillleben.

 

Auch bei seinen Bergwelten greift er tief in den Farbkübel und schafft damit dramatische Stimmungen, wie sie (vielleicht) in der Natur im Morgen- oder Abendlicht vorkommen könnten. Es ist die Freiheit des Künstlers, die Berge so zu zeigen, wie er sie mit seinen Augen sieht und wie sie sich in seiner persönlichen Vorstellung dynamisch entfalten.

 

 

>mehr über Walter Diem

 

>mehr über Diems Modell Otto

 

>weitere Werke von Walter Diem in der Ausstellung

 

 

Hansres Emch

 

 

Motiv 1

 

Motiv 2

 

 

 

Hansres Emch (1959)

 

Wer ist der Mann mit dem Prisma-Monokel? Dem Kunstverein gehört er erst seit 2025 an, aber mit seiner faszinierenden Präsentation von autobinären Raumbildern sorgt er hier bereits für Furore. Nicht einfach zu verstehen, was da Mirakulöses mit seinen Bildern passiert, wenn man durch das Prisma guckt. Kein Wunder, fügte Vereinspräsident Walter Diem in seiner Laudatio in der Aussstellung an: «Verstanden habe ich es nicht – aber am besten fragt man den Künstler selbst».

 

Der 1959 in Wädenswil geborene und in Langnau a.A. aufgewachsene Künstler trägt allerdings eher zur Verwirrung als zur Aufklärung bei, wenn er den Besuchern erklärt, dass er sich bereits seit 1995 mit der stereoskopischen Fotografie befasse. Am besten vergisst man das sofort wieder, denn damit hat die Geschichte der autobinären Raumbilder nichts zu tun.

 

Erstens sind Hansres Emchs Bilder keine Fotografien, sondern mittels eines normalen Grafikprogramms am Computer erstellte und dann ausgedruckte Grafiken. Wichtig zu wissen: die Grafiken müssen bestimmte Formen und Linien enthalten, vor allem diagonale. Welche Formen und Farben der Künstler dabei wählt, ist unwichtig, er ist dabei völlig frei. Allerdings weiss er selbst aber auch nicht im voraus, wie die Wirkung seiner digitalen Grafiken ausfallen wird – das erfährt er erst, wenn er sein ausgedrucktes Bild durch das Monokel betrachtet. Sicher ist soviel: Die Grafik selbst erzeugt keinerlei 3D-Effekte, denn sie ist zweidimensional. Erst das Prisma-Monokel macht's. Nun entsteht Raum und Tiefe, Linien und Formen treten wundersam hervor oder verschieben sich in den Hintergrund. Wie genau das passiert, weiss niemand. Sicher ist nur: alles läuft im Gehirn ab.

 

PS: Weder auf Drucken noch im Web können die 3D-Effekte gezeigt werden – man muss die Bilder live erleben, mit dem Monokel. Das geht nur an der Ausstellung...

 

 

>Autobinäre Raumbilder: Versuch einer Erklärung (PDF)

 

>Website des Künstlers

 

 

 

Nicole Herb «Herbie»

 

Der Taucher.
Mixed Media auf Leinwand. 60x80cm.

 

Purple Desert. Mixed Media auf Leinwand. 60x80cm.

 

Nicole Herb «Herbie» (1978)


Die Künstlerin signiert ihre Werke als «Herbie». Sie wird 1978 in München in eine kunstaffine Musikerfamiie geboren und schon als Kind in Richtung Musik und Malerei geprägt. Ihre Matura schliesst sie an der Fachoberschule für Gestaltung erfolgreich ab, arbeitet dann aber zunächst in der gehobenen Hotellerie. 2007 übersiedelt sie nach Zürich. Nach einer Erkrankung findet sie erst 2022 durch Kunsttherapie den Zugang zur Malerei wieder.

 

In der Ausstellung «Farb-Emotionen» kann sie ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Und das tut sie auch. Für sie ist vor allem der Prozess des Malens von Bedeutung. Sie setzt auf «Go with the Flow» und malt nach dem Motto «Trust the Process».

 

Dabei fällt auf, dass in ihren Werken immer wieder Wolken
und Wellen
eine Rolle spielen, auch wenn die Künstlerin keine konkreten Vorlagen im Kopf hat. Die Bilder entstehen im Prozess des Malens. Dabei entstehen zwar meist abstrakte Werke, aber, wie zum Beispiel in ihrem Gemälde «Der Taucher», glaubt man doch Himmel, Meer und stürmische Wellen zu erkennen.

 

Auch in «Purple Desert» kommt dieses – angenehme – Gefühl auf, etwas Gegenständliches erkennen zu können. Könnte das nicht ein imposantes Wolkengefüge im Sonnenuntergang darstellen? Die raffiniert kombinierten Rot-, Gelb- und Violetttöne verstärken diesen Eindruck noch.

 

 

>weitere Werke von Nicole Herb «Herbie» (PDF)

 

 

 

Laura Kälin

 

 

Laura Kälin.
En garde! I. Mixed Media. 100x100cm.

Laura Kälin. Nett genäht II. Mixed Media. 80x60cm.

 

 

Laura Kälin (1962)


Sie kommt 1962 in Bukarest zur Welt, fühlt sich aber heute in Einsiedeln rundum wohl – das ist ihre Heimat. Ihr ursprünglicher Beruf ist Betriebswirtschafterin. Künstlerisch ist sie vorwiegend in der naturalistischen Malerei zuhause, aber vor ein paar Jahren begann sie mit abstrakten Motiven. Auch die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten sind rundweg abstrakt – oder doch nicht ganz?

 

Wer genau hinschaut, erkennt, dass die Künstlerin immer wieder Figuren in ihre abstrakten Werke einbaut. In ihrem Gemälde mit dem Titel «En garde!» taucht da plötzlich ein grünes Männchen auf. Und bei «Nett genäht» sind es sogar drei Figürchen, winzig kleine, schwarze wandernde Gestalten auf einer weissen Fläche. Darauf angesprochen, meint Laura: «Ja, genau. Etwas Figürliches muss bei mir immer rein ins Bild, auch wenn es abstrakte Werke sind. In meinem Herzen bin ich nämlich eine Naturalistin. Die kleinen Figürchen machen mich glücklich».

 

Oben links ist in diesem Gemälde auch noch ein Text zu erkennen. Aber das ist gar kein (lesbarer) Text, es sind nur fiktive Zeichen, die an Text erinnern. Was steckt dahinter? Laura spielt mit den Gefühlen der Betrachter. «Jeder hat doch ein Lieblingspoem oder ähnlich, und an dieses wird er denken, wenn er meinen Text sieht». Ganz schön philosophisch.

 

Auf allen ihren Werken hinterlässt sie ihr Markenzeichen: Drei aufgeklebte Rappenstücke – als Bestandteil ihrer Signatur. Wie kam sie darauf? Es war ihr Schwiegerpapa, der einst Räppler sammelte. Und sie als Erbin bekam einen Teil davon. Seither verwendet sie diese Kupfermünzen für ihr eigenes Marketing.

 

 

>weitere Werke von Laura Kälin (PDF)

 

 

 

Silvia Orthwein-Erhard

 

Silvia Orthwein-Erhard. Beschwingt, 2025. Gouache auf Papier, 65x45cm (gerahmt 70x50cm).

 

Silvia Orthwein-Erhard. 40 gefühlte Tage, 2025. Mischtechnik auf Leinwand, 120x80cm.

 

 

Silvia Orthwein-Erhard (1971)

 

Gefühle sind für Silvia Orthwein das ganz grosse Thema – und diese bringt sie in allen ihren Gemälden unter. Sie kommt 1971 in Bern zur Welt und lebt dann eine zeitlang in Singapur. Ihre künstlerische Ausbildung erhält sie am «San Francisco Art Institute». Zurzeit bildet sie sich weiter zur Kunsttherapeutin. Sie lebt auf der Sonnenterrasse von Amden. Seit 2025 ist sie Mitglied bei kunstzürichsüd.

 

In der Ausstellung «Farb-Emotionen» kann sie aus dem Vollen schöpfen und ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Sie zeigt monchrome Bilder von Menschen in Gelb, Rot und Blau, die ihre Emotionen zum Ausdruck bringen: Beschwingtheit, Verärgerung oder Melancholie. Eines ihrer Werke ist ein Mix von Figurativem und Abstrakten, emotional geladen und mit einem «bösem Auge» im Zentrum. Es heisst «Schiffbruch» und passt perfekt in ihre Welt voller Emotionen.

 

Silvia Orthwein-Erhard ist mit zahlreichen Maltechniken vertraut. Sie malt in Acryl, Gouache, Tinte, Kohle, Ölkreide, Fineliner und Leuchtstiften.

 

Ihr «Pièce de résistance» in der Ausstellung in Adliswil ist das Werk «40 gefühlte Tage». Auf den ersten Blick erschliesst sich nicht, wo hier Gefühle zu erkennen sein sollen. Erst im Gespräch mit der Künstlerin wird klar, wo in diesem farbstarken Gemälde Emotionen versteckt sein könnten.

 

Es sind ihre eigenen Gefühle, die sie vierzig Tage lang akribisch aufzeichnet – als eine Art Gefühls-Tagebuch. Nicht regelmässig beim Aufstehen oder abends, sondern immer dann im Verlaufe des Tages, wenn sie sich selbst spüren und ihre Gefühle mit Farben beschreiben kann. Für jeden Tag malt sie einen bunten Kreis in genau jenen Farben, die ihre Emotionen ausdrücken in ihr «Gefühlstagebuch» und überträgt diese Farben zeitgleich in einen Streifen auf der Leinwand.

 

 

>Details / weitere Werke von Silvia Orthwein-Erhard (PDF)

 

 

 

>Ausstellungen ab 2025 in der Galerie Adliswil

 

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