Petersdom, Vatikan.


Irgendwo unter der Basilika vermutet man das Grab des Heiligen Petrus – daher der Name des Doms. Eine Kirche gleichen Namens liess Konstantin der Grosse schon 324 n.Chr. errichten. Von dieser sind noch einige Mauerreste zu sehen.

 

 

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Basilica di San Pietro. Foto ©Google Earth.

 

 

Der Bau der heutigen «Basilica di San Pietro» beginnt 1503 mit dem Abriss des alten St. Peter. Mehr als ein Jahrhundert später, 1626, steht der Dom. Aber ganz fertig wird er nie. Laufend werden Änderungen vorgenommen, sogar am Grundriss. Mal ist dieser ein griechisches Kreuz, mal ein lateinisches. Auch an den Fassaden wird ständig gewerkelt.

 

Insbesondere die barocke Ostfassade von Carlo Maderno (1556-1629) gibt immer wieder zu reden – bis heute. Weil sie etwas gar mächtig geraten ist. So mächtig, dass sie mit ihren 46 Metern Höhe die wunderbare Kuppel des Michelangelo verdeckt.

 

 

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Fassade von der Piazza San Pietro aus.

 

 

Geplant sind auch mal Glockentürme, die die Fassade hätten überragen sollen. Je einer links und rechts. Man beauftragt Gianlorenzo Bernini, den begnadeten Künstler – aber der ist kein gelernter Architekt. Seine Fundamente geraten zu schwer, in der Fassade zeigen sich Risse. Der bereits begonnene Südturm muss 1641 wieder auf die alte Höhe abgetragen werden.

 

Erfolgreicher ist Bernini dann mit der Gestaltung des überwältigenden Petersplatzes. Er verpasst ihm eine ovale Form und zwei mächtige Kolonnadengänge, die den Platz einfassen und mit dem Dom eine Einheit bilden, die man sich gar nicht mehr anders vorstellen kann. Die Kollonnaden bilden übrigens die Staatsgrenze zwischen dem Vatikan und Italien.

 

 

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Piazza San Pietro von der Kuppel aus. Die Via
della Conciliazione führt direkt zur Engelsburg.

 

 

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284 Säulen und 88 Pfeiler tragen die Kolonnade.

Auf dem Gesims 140 Heiligenfiguren, geschaffen
von Berninis Schülern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Julius II, gemalt von Raffael (1483-1520). National Gallery London.

 

 

Papst Julius II della Rovere (1503-1513).

Er wünscht sich ein monumentales Grabmal und verfügt – kaum ist er im Amt – den Abriss des alten St. Peters. Er erteilt den Auftrag für einen Neubau. Erster Architekt ist Donato Bramante (1444-1514). Zur Finanzierung des teuren Projektes werden Ablässe verkauft (Sündenerlässe gegen Geld, was noch im gleichen Jahrhundert zu Protesten gegen die katholische Kirche und zur Reformation führt). Der Papst stirbt 1513, Bramante 1514. Neuer Chef-Archtiekt und Bauleiter wird Raffael. Er schafft gerade noch den Unterbau, dann ereilt ihn der frühe Tod, 1520. Neuer Chef-Architekt wird Antonio da Sangallo. >mehr über Raffael

 

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Michelangelo (1475-1564).
Büste am Petersdom.

 

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Pietà aus Carraramarmor, Basilika.

 

 

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Deckenfresken in der Sixtinischen Kapelle.

1547: Michelangelo übernimmt.

Unter Papst Paul III Farnese (1534-1549) entwirft er den Zentralbau und die Westfassade. Sein Glanzstück ist aber die mächtige Kuppel des Doms, die 136 Meter hoch wird und bis heute zu den spektakulärsten Bauwerken Roms zählt. Als er 1564 stirbt, ist sie noch längst nicht fertig gebaut – er erlebt also sein eigenes Meisterwerk nicht. Erst ein Vierteljahrhundert später wird die Kuppel fertiggestellt, 1591, von Giacomo della Porta, der das Amt des Baumeisters bis 1602 bekleidet.

 

Aber Michelangelo ist ja nicht nur Architekt. Er prägt die Basilika auch mit einer der weltberühmtesten Marmorstatuen: Die Pietà. Diese erschafft er 1499 im Alter von 24 Jahren im Auftrag eines französischen Kardinals. Sie wird zunächst in der Kapelle Santa Petronilla (Alt St. Peter) aufgestellt. An ihren heutigen Standort in der Basilika kommt sie erst 1749. Da sie 1972 von einem Geistesgestörten beschädigt wird, ist sie heute nur noch aus Distanz und hinter Glas zu sehen.

 

Weitere Glanzstücke des Michelangelo sind die Deckenfresken in der >Sixtinischen Kapelle (1508 bis 1512) und das Monumentalgemälde an der Stirnseite «Das Jüngste Gericht» (1536-1541).

 

>mehr über Michelangelo

 

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Papstaltar mit Baldachin.

 

 

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Gianlorenzo Bernini : Kunst und Kollonaden.

Im Zentrum des Doms steht der 28 Meter (!) hohe bronzene Papstaltar mit Baldachin, den Bernini zwischen 1624 und 1633 im Auftrag von Papst Urban VIII erschuf. Für den handwerklichen Teil stand ihm der Architekt Francesco Borromini (1599 im Tessin geboren) zur Seite. Der Baldachin wiegt sieben Tonnen und soll damit das grösste Bronzewerk der Welt sein. Unter dem Papstaltar befindet sich die «Confessio», das Petrusgrab.

 

Von Bernini stammt auch der Petersplatz mit seinen eindrücklichen Kollonaden. Der Auftrag für die Gestaltung der Piazza San Pietro erteilte ihm Papst Alexander VII. Erbaut wurde der Platz von 1656 bis 1667.

 

>mehr über Bernini

 

hl.Petrus

Bronzestatue des heiigen Petrus, von Arnolfo di Cambio (1240-1310).

Die Bronzestatue des hl. Petrus.

Am westlichen Ende des Hauptschiffes thront die berühmte Statue des heiligen Petrus. Sie stammt aus dem 13. Jht und wurde von Arnolfo di Cambio gefertigt. Sie zeigt den Apostel beim Erteilen des Segens. Massenhaft Pilger berühren täglich den Fuss der bronzenen Statue, der deshalb schon ziemlich abgegriffen ist. Er soll im Laufe der Jahrhunderte schon mehrmals ersetzt worden sein. Die Pilger erhoffen sich mit dieser Berührung den Segen des heiligen Petrus.

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Castel Sant' Angelo.

Schweizergarde und Sacco di Roma.

Die Bildung der Schweizergarde fällt in die Zeit des Baustarts der Basilika. Es war Papst Julius II, der 1505 die Eidgenossenschaft anfragte, ob sie ihm ein Kontingent von Schweizer Söldnern zur Verfügung stelle könne. Finanzielle Unterstützung kam von den Augsburger Geldverleihern Fugger. So konnten die ersten 150 Schweizer angeworben werden.

 

Beim >Sacco di Roma (Plünderung Roms durch die Truppen von Kaiser Karl V im Jahr 1527) standen 189 Mann der Schweizergarde im Einsatz. 42 Mann verhalfen Papst >Clemens VII de Medici zur Flucht in die Engelsburg (Castel Sant'Angelo), die restlichen 147 stellten sich auf dem Petersplatz zum Kampf – und wurden alle getötet. Der 6. Mai ist seither der Gedenktag der Schweizergarde, an dem jeweils auch die neuen Gardisten vereidigt werden.

 

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Der Fluchtweg zur Engelsburg.

«Passetto di Borgo» heisst ein etwa 800 Meter langer Fluchtgang, der vom Vatikan zur Engelsburg führt. Er wurde schon 1277 von Papst Nikolaus III erbaut und diente mehreren Päpsten, so auch Clemens VII beim Sacco di Roma.

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Fotos Petersdom und Piazza San Pietro

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Fotos Castel Sant'Angelo (Engelsburg)

 

   
   

 

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