Ausstellung im Kunst Museum Winterthur
Reinhart am Stadtgarten, 24.2. - 17.6.2018

 

Women – Frauenbilder durch
die Jahrhunderte.


«Kunst und Erotik gehören zusammen», soll Picasso mal gesagt haben. Er dürfte nicht der einzige sein, der das so gesehen hat. Kaum war das Mittelalter mit seinen Madonnen- und Heiligenbildern vorüber, ergriffen die Meister der Renaissance die Gelegenheit und malten nackte Frauen, wo immer das möglich war. Meist versteckten sie sich hinter antiken Sujets, weil sie damit den moralischen Ansprüchen genügen konnten. Wer wollte schon protestieren, wenn man eine unbekleidete heidnische Venus abbildete – da konnte nicht einmal die Kirche etwas dagegen haben.

 

Beim Ausstellungstitel «Frauenbilder durch die Jahrhunderte» erwartet man natürlich solche Venus-Abbildungen. Oder Skandalbilder von Manet und Courbet, die für rote Köpfe gesorgt haben. Oder einen Modigliani, der nur seiner Frauenbilder wegen berühmt wurde. Oder eben Picasso mit seinen legendären Darstellungen von surrealen Frauenkörpern.

 

Aber natürlich ist das etwas gar viel verlangt, – es ist ja eine Ausstellung von Werken, die zum Fundus der Winterthurer Museen gehören. Dass hier die Modigliani und Picasso nicht gerade rumliegen, weiss man. Und so erfreut man sich dann an den Künsten von Schweizer Cracks wie Anton Graff – ein Winterthurer! – oder Félix Vallotton. Und an Toulouse-Lautrec und Aristide Maillol. Es sind qualitativ hochstehende Werke dabei.

 

 

vallotton

 

Félix Vallotton (1865-1925). Le repos des
modèles, 1905. Kunst Museum Winterthur.
Geschenk von Hedy Hahnloser-Bühler,
Lisa Jäggli-Hahnloser und Hans Hahnloser.

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Titel: Felix Vallotton (1865-1925). Femme nue
couchée dormant, 1913. Sammlung Arthur
und Hedy Hohnloser-Bühler.

 

 

 

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graff

 

1790: Anton Graff (1736-1813).

Anton Graff ist ein Winterthurer, der vor allem für seine Porträtmalerei berühmt wurde. Seine Spezialität war die Abbildung von deutschen Dichtern und Denkern in der Zeit der Aufklärung – Graff malte sie alle. Er schuf etwa 2000 Gemälde und Zeichnungen. Sein Nachlass wurde 1832 in einer Auktion in Dresden versteigert. Dort starb er auch. Das Gemälde zeigt Graffs Gattin mit Töchterchen Caroline, 1790.

 

robert

1822: Louis Léopold Robert (1794-1835).

Geboren in La Chaux-de-Fonds. In Paris war er Schüler von Jacques-Louis David. 1832 liess er sich in Venedig nieder. Dort verliebte er sich unglücklich in die Prinzession Charlotte Bonaparte (Tochter eines Bruders von Napoleon) und nahm sich das Leben. Bild: Porträt eines Mädchens aus Retuna.

 

waldmüller

 

1847: Ferdinand Waldmüller (1793-1865).

Der Wiener gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Maler der Biedermeierzeit. Er war besonders in der Landschafts- und Genre-Malerei erfolgreich. Seine Menschengruppen- und Kinderporträts in Alltagsszenen erinnern in der Ausführung stark an «unseren» Albert Anker. Das Gemälde zeigt Gräfin Anna Maria Kinsky, 1847.

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1896: Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901).

Der französische Superstar schuf sich seinen Namen durch Plakate für Etablissements wie das Moulin Rouge in Montmartre. Er entstammte einem alten Adelsgeschlecht und litt unter einer seltenen Erbkrankheit, die Kleinwüchsigkeit zur Folge hatte. Er wurde nur 1.52 m gross. Legendär ist er für sein Leben als Bohémien. Alkoholsüchtig wurde er 1899 von seiner Mutter in eine Entziehungskur geschickt. Er wurde nur 36 Jahre alt. Bild: Femme en corset, Conquête de passage, 1896.

 

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1908: Aristide Maillol (1861-1944).

Nach August Rodin war er der berühmteste Bildhauer Frankreichs. Geboren in den Pyrenäen, zog er als 20-jähriger nach Paris, wo er die Ecole des Beaux Arts besuchte. Seine Plastiken sind weltberühmt. Zu Winterthur hatte er eine intensive Beziehung: Der Sammler >Oskar Reinhart erkannte sein Talent schon sehr früh und erstand einige seiner Werke. Die kleine Skulptur hier, «La Nuit», 1908, ist ein Geschenk von Herbert und Charlotte Wolfer an das Kunst Museum Winterthur Reinhart.

 

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1910: Félix Vallotton (1865-1925).

Der Lausanner pflegte eine enge Bindung zu Winterthur, – genauer zur >Villa Flora, wo das Sammlerehepaar Hahnloser zur Hause war.
Arthur Hahnloser war ein Vorstandsmitglied des Kunstvereins Winterthur und massgeblich an der Gründung des Kunstmuseums beteiligt. Zudem war er ein Fan und Förderer von Vallotton, zu dem er eine enge Freundschaft aufbaute. Später wurde Vallotton sogar künstlerischer Berater beim Aufbau der Sammlung >Hahnloser.

 

Die Ausstellung zeigt eine ganze Reihe von starken Vallotton-Werken. Die Bilder links:

La liseuse torse nue, 1910.

Jeune fille au collier bleu, 1919.

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Porträtminiaturen – The Female Touch.

Die Ausstellung in der Ausstellung: Eine hübsche Sammlung von Miniaturen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Feinste Portraits von Prinzessinnen und Kaiserinnen. Dieses Medaillon hier zeigt die Comtesse de la Taille-Trétinville. Der Künstler war Charles Hénard (1757-1812).

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Fotos / Diashow

 

   
   

 

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