Ausstellung in der Fondation Beyeler, Riehen/Basel.

Vom 3. Februar bis 16. Juni 2019.

 

Der junge Picasso –
seine blaue und rosa Periode.


Seine blaue und rosa Periode dauerte von 1901 bis 1906. Für viele Picassofreunde sind die Werke dieser zwei Perioden die schönsten und eindrücklichsten aus seinem Schaffenswerk.

 

Die Ausstellung zeigt rund 80 Gemälde, die aus aller Herren Länder ausgeliehen wurden – von USA bis Russland, von Frankreich bis Japan. Sie stammen aus so berühmten Museen wie die Tate London, dem Metropolitan Museum of Art New York, dem Centre Pompidou Paris oder dem Moskauer Puschkin-Museum. Eine einmalige Picasso-Show, wie man sie nur höchst selten zu Gesicht bekommt.

 

Neben der blauen und der rosa Periode werden auch Schlüsselwerke bei der Entstehung des Kubismus vorgestellt: Es sind dies Studien zu seinem berühmten Werk «Les Demoiselles d'Avignon». Das fertige Werk ist allerdings in der Riehener Ausstellung nicht zu sehen. Es musste zuhause bleiben, im MoMA, im Museum of Modern Art in New York.

 

 

Pablo Picasso (1881-1973).
Nu se coiffant, 1906.
Kimbell Art Museum, Fort Worth, USA.

 

 

 

Natürlich erfordert eine solche Superschau einen gewaltigen organisatorischen und logistischen Aufwand. Die Versicherungssumme der gezeigten Werke soll sich auf 4 Milliarden Franken belaufen. Damit dürfte diese Ausstellung die teuerste je in der Schweiz gezeigte sein. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Musée National Picasso und dem Musée d'Orsay in Paris, wo sie kurz zuvor in ähnlicher Form zu sehen war.

 

 

 

 

Titelbild (Ausschnitt):
Pablo Picasso (1881-1973).
La buveuse assoupie, 1902.
Kunstmsueum Bern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

casagemas

La Mort de Casagemas, 1901. Musée National Picasso, Paris.

 

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Le Mort (La Mise au tombeau), 1901. Privatsammlung.

 

 

1901: Tod des Casagemas und die blaue Farbe.

Um die Jahrhundertwende fährt Picasso mit seinem Freund Carles Casagemas zum ersten Mal nach Paris. Dort nimmt sich Casagemas im Februar 1901 das Leben – aus Liebeskummer. Picasso malt seinen toten Freund, aufgebahrt im Sarg.

 

«Der Gedanke, dass Casagemas tot ist, brachte mich dazu, in Blau zu malen», sagt der Künstler. Und: «Die Blaue Periode war keine Frage des Lichts oder der Farbe, sondern eine innere Notwendigkeit, so zu malen».

 

In seinen frühen Werken der Blauen Periode werden aber auch Insassinnen des Pariser Frauengefängnisses Saint-Lazare zum Thema. Und Szenen von Menschen, die in Armut und im Elend leben. Melancholische Bilder von Ausgegrenzten am Rande der Gesellschaft.

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La buveuse assoupie, 1902. Kunstmsueum Bern.

1902: Die Absinth-Trinkerin.

Ein charakteristisches Bild für die blaue Periode, in der sich Picasso mit armseligen Bettlern und Trinkern, mit Alten und Kranken auseinandersetzt. Das Bild entsteht in Barcelona, nachdem er mehrmals das Pariser Frauengefängnis Saint-Lazare besucht hat. Die bekannte Kunstsammlerin Gertrude Stein – eine amerikanische Schriftstellerin – kauft ihm das Bild 1906 ab. Später kommt es in die Kunsthalle Hamburg. 1937 wird es von den Nazis als
>entartete Kunst
beschlagnahmt. Nach mehreren Stationen gelangt es 1979 als Stiftung ins Kustmuseum Bern.

 

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La Vie, 1903.
The Cleveland Museum of Art.

 

1903: La Vie.

Eines der eindrucksvollsten Gemälde der blauen Periode und das wahrscheinlich bedeutendste Werk der Ausstellung. Es wird auch als das «erste grosse Meisterwerk Picassos» bezeichnet, als Ikone der modernen Kunst. Normalerweise hängt es im Cleveland Museum of Art in Ohio – und auch dort ist es ein Publikumsmagnet. Deshalb wird es auch nur höchst selten ausgeliehen. 35 Jahre ist es her, seit es letztmals in der Schweiz zu sehen war. Gemalt hat es Picasso 1903 in Barcelona, da war er gerade mal 22 Jahre alt.

 

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Nu sur fond rouge 1906. Musée de l'Orangerie, Paris.

 

1906: Jeune femme nue à la chevelure.

«Chevelure» steht für offenes Haar. Ab 1905 geht Picasso von der melancholischen blauen Periode nach und nach zur lebensbejahenden rosa Periode über. Jetzt sind Spassmacher wie Harlekine und Gaukler am Zug – und junge nackte Frauen. «Kunst und Erotik gehören zusammen» lautet ja ein Leitspruch Picassos. Die «nu sur fond rouge» gelangte 1929 in die Sammlung des Pariser Kunsthändlers Paul Guillaume, Spezialist für moderne Kunst. Als er 1934 verstarb, vermachte er seine Sammlung dem Louvre. Sie wird heute im >Musée de l'Orangerie gezeigt.

 

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Buste de femme. 1907. Musée nat. Picasso, Paris.

 

demoiselles

Les Demoiselles d'Avignon, 1907. MoMA, New York.
>Source

1907: Studie zu «Les Demoiselles d'Avignon».

Die rosa Farbtöne herrschen zwar in den «Demoiselles» noch vor, aber schon kündigt sich eine neue Stilrichtung an: der Kubismus. Einige der Figuren der «Demoiselles» haben bereits keine natürlichen Formen mehr. Picasso macht den entscheidenen Schritt weg von der naturalistischen Malerei hin zur radikalen Vereinfachung und zur Zergliederung der Figur.

 

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An seinen «Demoiselles» arbeitet Picasso fast ein Jahr lang, von Herbst 1906 bis Sommer 1907. Er macht hunderte von Vorstudien (allein in seinem Nachlass finden sich über 800, von Skizzen bis zu ganzen Gemälden). In einem ersten Entwurf malt Picasso fünf nackte Frauen und zwei bekleidete Männer, die er im Bordell an der Carrer d'Avinyo in Barcelona zeigt. Im endgültigen Bild lässt er die Männer weg. Der Titel enthält aber noch immer die Anspielung an das Bordell in der Carrer d'Avinyo. Das berühmte Werk hängt im Museum of Modern Art in New York – in der Ausstellung in Riehen ist es nicht zu sehen. >mehr

 

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Werke der Ausstellung
chronologisch geordnet

 

 

 

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