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Pinacoteca Musei Vaticani.


Der Vatikan besitzt seit Jahrhunderten die schönsten Kunstwerke von Giotto bis Caravaggio und von Raffael bis Tizian. Aber lange wusste man nicht so richtig, wo hin damit. Erst seit 1932 ist das klar: in die Pinakothek. Diese hat man nun in einem eigenen freistehenden Gebäude abseits des Papstpalastes untergebracht, im «Giardino Quadrato», siehe Luftaufnahme.

 

 

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Die Pinakothek im Garten des Vatikans.

Fotoquelle: Google Earth.

 

 

Die Idee zu einer Pinakothek ist schon älter. Sie kam auf, als der Vatikan nach dem Sturz Napoleons eine ganze Reihe Bilder zurück bekam, die der korsische Eroberer auf seinen Italienfeldzügen dem Kirchenstaat geklaut und «seinem» Louvre einverleibt hatte. Im Rahmen der Beschlüsse des Wiener Kongresses von 1817 kamen die meisten Werke wieder nach Rom zurück. Bis die Pinakothek dann aber stand, verging ein weiteres Jahrhundert. 1932 war es soweit.

 

Heute verfügt die Sammlung über knapp 500 Gemälde, die in 18 Sälen gezeigt werden. Klingt nach wenig – verglichen mit Louvre oder National Gallery London – aber die die Qualität ist überwältigend. Hier gibt es jede Menge von wirklich exklusiven Werken zu bewundern.

 

 

 

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Saal des Raffael in der Pinakothek.

 

 

 

 

 

Titelbild (Ausschnitt):

Raffael (1583-1620).

La Transfigurazione, 1518-20.

Pinacoteca Vaticana.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Stefaneschi-Triptychon, 1320-1325.

 

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Giotto di Bondone (1267-1337).

Das Stefaneschi-Triptychon gehört zu den Top-Highlights der Pinacoteca. Für Kardinal Jacobus Caetani Stefaneschi gab es nur einen Maler, der seinen Ansprüchen gerecht werden konnte: Es musste Giotto di Bondone sein. Jener Künstler, der als Erster mit den sterilen Ikonenfiguren der byzantinischen Kunst brach und menschliche Wesen mit Charakterzügen zu malen verstand.

 

Im mittleren Teil des Triptychons, das für den (alten) St. Peter bestimmt war, thront der heilige Petrus mit dem Schlüssel, zu seinen Füssen kniend Kardinal Stefaneschi himself und der heilig gesprochene Papst Coelestin I, der im 5. Jahrhundert lebte.

 

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bellini

Il compianto sul Cristo morto, 1471-74.

Giovanni Bellini (1432-1516).

Der venezianische Künstler malte das Bild 1471-74 für die Kirche San Francesco in Pesaro. Es heisst «Il Compianto sul Cristo morto», also «Beweinung des toten Christus». Aber wo sind die Weinenden? Auf diesem Bild jedenfalls nicht. Man geht deshalb davon aus, dass es sich eher um Vorbereitungen zum Begräbnis Christi handelt. Die Personen um den leblosen Jesus sind Nikodemus, Joseph von Arimathia und Magdalena.

 

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Angeli musicanti, cherubini e teste di apostoli, 1480.

Melozzo da Forlì (1438-1494).

Er war der offizielle Hofmaler von Papst Sixtus IV und bekannt für seine Deckenmalereien mit geschickten Verzürzungen, damit für das Auge die Perspektive stimmt. Die 20 musizierenden Engel gehörten zu einem Fresko in der Basilika Santi Apostoli in Rom, das Kardinal Giuliano della Rovere (ein Neffe von Papst >Sixtus IV) in Auftrag gab und Christi Himmelfahrt zum Thema hatte. Aber die Feuchtigkeit der Wände liess die Farben nicht haften. Schon gegen Ende des 16. Jahrhundert waren die Bilder kaum noch zu erkennen. Einzelne Fragmente konnten aber gerettet werden. Sie wurden aufgeteilt auf den Quirinalspalast, das Museo del Prado in Madrid und die Pinacoteca Vaticana. Hier kommen die reizenden Engel im Publikum besonders gut an.

 

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Der heilige Hieronymus, 1482.

 

Leonardo da Vinci (1452-1519).

Wenn ein Museum einen Leonardo zeigen kann, dann ist es egal, ob es ein fertiges oder unfertiges Werk ist. Dieses hier ist unfertig. Und in der Pinacoteca hängt sogar nur eine Kopie davon, weil das Original gerade an eine Ausstellung in New York ausgeliehen wurde. Ein Leonardo! Und schon stauen sich die Leute. Das Bild zeigt den Heiligen Hieronymus, der sich in die Wüste zurückgezogen hat, um dort für seine Sünden zu büssen. Seine Sünde: er hat heidnische Bücher gelesen. Nun sitzt er halb nackt da und martert sich mit einem Stein. Künftig will er Hebräisch studieren und nur noch die Bibel lesen.

 

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Transfigurazione,
1518-1520.

 

Raffael (1483-1520).

«Die Verklärung Christi (Transfiguration)». Es soll das letzte Bild sein, das Raffael gemalt hat. Er stellt die Transfiguration in einer extremen Form dar, mit einem schwebenden Heiland in göttlichem Gewand. In der Bibel heisst es: «Jesus nahm Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf den Berg Tabor. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt. Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiss wie das Licht». Nach dem Tod Raffaels kam sein Gemälde in den Privatbesitz des Medici-Papstes >Clemens VII.

 

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Deposizione,
1600-1604.

Caravaggio (1571-1610).

Sein Markenzeichen ist die «chiaro-scuro»-Malerei mit extremen Lichtern und Schatten. Anfänglich kam dieser Stil in der Kirche schlecht an. Man warf dem Künstler bei einem seiner Gemälde vor, er hätte als Modell für die heilige Jungfrau die Wasserleiche einer Prostituierten verwendet.

 

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Das Altarretabel der «Grablegung Christi» fand dagegen die volle Zustimmung der Kurie, und vor allem des Auftraggebers Girolamo Vittrici, der das Werk für die Kapelle seines Familiengrabes in der Chiesa Nuova bestellt hatte.

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Fotos / Diashow

 

   
   

 

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