Kunsthistorisches Museum Wien.


Dieses Museum spielt in Europa in der obersten Klasse der Kunsthäuser mit. Im Jahr 2017 zählte man mehr als 1.4 Mio Besucher.

 

Kaiser >Franz Josef I erteilte den Bauauftrag etwa um 1860 herum. Er war allerdings kein ausgesprochener Kunstfan (das Jagen war ihm lieber). Doch als er 1857 entschieden hatte, die alte Stadtmauer abzureissen und an ihrer Stelle eine prachtvolle Strasse zu bauen – die berühmte Ringstrasse – mussten auch respektable Gebäude her. Kaiserliche Gebäude.

 

So gab der Kaiser den Auftrag, gleich zwei prächtige Kulturhäuser zu errichten: das Naturhistorische und das Kunsthistorische Museum. Allerdings wünschte er, dass die Museen nicht zu nah an «seiner» Hofburg zu stehen kämen, sondern auf die andere Seite der Ringstrasse. So wurde es dann ausgeführt. Der Maria-Theresienplatz, auf dem das grösste Denkmal Österreichs steht – >Maria Theresia, die berühmteste Habsburgerin – wird jetzt von zwei fast identischen Prachtsgebäuden eingesäumt.

 

 

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Der Maria-Theresien-Platz mit den zwei Museen:

Oben das Naturhistorische, unten das
Kunsthistorische Museum. Foto Google Earth.

 

 

Die beiden Architekten Carl von Hasenauer und Gottfried Semper erhielten 1870 den Auftrag für den Bau der beiden Gebäude im Stil der italienischen Renaissance. Es dauerte mehr als 20 Jahre bis zur Eröffnung. Erst 1891 konnte das Kunsthistorische Museum dem Publikum übergeben werden.

 

 

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Das Kunsthistorische Museum mit dem
Maria-Theresia-Denkmal.

 

 

 

 

 

 

Titelbild:

Portrait Kaiser Maximilian I, 1519.
Gemälde von Albrecht Dürer

(1478-1528).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

innen

 

treppe

Die wahre Pracht – aussen wie innen.

Schon die Empfangshalle ist der reine Prunk. Die beiden Architekten Gottfried Semper und Carl von Hasenauer waren es gewohnt, kaiserlich zu planen. Und das Wort «Kostenüberschreitung» kannten sie wohl noch nicht. Das Gebäude enthält nicht nur Kunst, es ist selber Kunst. Skulpturen, Statuen, Marmor, feinste Deckenfreskos. Über eine feudale Treppe gelangt man zum elegantesten Kaffeehaus, das je für ein Museum gebaut wurde. Man muss das selbst sehen, um es zu glauben. In der ersten Etage ist auch die Gemäldegalerie.

klimt-treppe

Gustav Klimt, Thema Ägypten.

Gustav Klimt im Stiegenhaus.

Für die Zwickelbilder im Treppenhaus wurde die «Künstler Compagnie» beauftragt, die aus >Gustav Klimt, seinem Bruder Ernst Klimt und Franz Matsch bestand. Wer hätte 1891 gedacht, dass diese ziemlich im Finsteren angebrachten Werke eines Tages zum Publikumsmagnet würden! 2018 findet die Sonderausstellung «Stairway to Klimt» statt. Die Besucher können von einer speziellen Brücke aus Klimts Werke Aug' in Auge betrachten. >mehr über Klimts Treppenhausbilder

 

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Eröffnung 1891 durch Kaiser Franz Josef I, Gemälde von Robert Raschka.

 

Eine Gemäldegalerie der Jahrhunderte.

Der Grundstock besteht aus den Sammlungen, die das Haus Habsburg über Jahrhunderte zusammengetragen hat. Und da die Habsburger in ganz Europa herrschten, sind die Werke breit gestreut. Venezianische Malerei aus dem 16. Jahrhundert (Tizian, Veronese, Tintoretto...), flämische und niederländische Künstler des 17. Jahrhunderts (Rubens, Rembrandt, Vermeer). Dazu Spanier und Franzosen, von Velazquez bis Poussin. Und altdeutsche Meister wie Dürer, Cranach und weitere. Eine Weltklassesammlung.

 

Gemäldegalerie Flandern, Niederlande, Deutschland

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Peter Paul Rubens (1577-1640).

«Das Pelzchen» ist eines der berühmtesten Bilder des flämischen Künstlers. Es zeigt seine zweite Ehefrau, Helena Fourment, die er als 16-jährige heiratete (er selbst war da schon 53). Auf dem Gemälde ist die Frau 22-24 Jahre alt. Rubens malt sie nicht ganz nackt, sondern in einer Form, wie sie in der Antike als «schamhafte Venus» bezeichnet wurde: mit verschränkten Armen. Die Idee mit dem Pelz hat sich Rubens vielleicht von Tizian abgeguckt, der das schon 100 Jahre früher als «Mädchen mit Pelz» gemalt hat, 1535.

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Pieter Brueghel d.Ä. (1525-1569).

Das Thema des Bildes ist die Ermordung der Neugeborenen von Bethlehem, die der römische Statthalter Herodes befohlen hat. Brueghel versetzt das Geschehen aber in ein verschneites flämisches Dorf. Die rotberockten Reiter gehören einer einheimischen Polizeitruppe an.

 

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Albrecht Dürer (1478-1528).

Portrait von Kaiser Maximilian I, 1519, eines von Dürers bekanntesten Bildern überhaupt. Es entstand erst nach dem Tod des Kaisers. Nach einer Kohlestiftzeichnung, die der Künstler 1518 in Augsburg angefertigt hatte. Die Inschrift des Gemäldes nennt die exakte Dauer von Maximilians Leben: 59 Jahre, 9 Monate und 25 Tage.

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Gemäldegalerie Italien, Frankreich, Spanien

tizian

Tizian (1488-1576).

Ob dieses Bild 100 Jahre später Rubens inspiriert hat, seine Frau Helena in Pelz zu hüllen? (Siehe oben). Es heisst «Mädchen im Pelz» und wurde 1535 gemalt. Wer für Tizian Modell stand, ist unbekannt. Er hat sie aber mehrfach gemalt. Der Auftraggeber war immer Francesco della Rovere, Herzog von Urbino. Nackte Haut und Pelz hat zweifellos eine erotische Ausstrahlung.

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Raffael (1483-1520).

Madonna im Grünen, 1505-06. Eine Ikone der Renaissancemalerei. Das Christuskind spielt mit Johannes dem Täufer, die bildschöne Mama behütet die beiden. Die Szene spielt sich nicht in Bethlehem ab, sondern in einer lieblichen italienischen Landschaft – Freiheit des Künstlers.

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Diego Velazquez (1599-1660).

Infantin Margarita Teresa, 1654. Sie war das erste Kind aus der Ehe von König Felipe IV und seiner zweiten Frau Maria Anna von Österreich. Grossvater Ferdinand III wünschte, dass der spanische Hof alle zwei Jahre Bildnisse der Kinder nach Wien schickte. Velazquez zeigt die Kleine im Alter von drei Jahren in würdevoller Pose.

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