Gustav Klimt
und seine Judith


Gustav Klimt (1862-1918) ist der berühmteste Vertreter des Wiener Jugendstils. Zu Lebzeiten war er höchst umstritten, heute ist er der Superstar der Wiener Sezession.

 

Man glaubt es zu wissen: Er ging mit allen seinen Modellen ins Bett. Mit allen? Es muss Ausnahmen gegeben haben. Eine davon heisst Judith. Sie hat er nie live zu Gesicht bekommen, denn sie lebte in biblischer Zeit – und in seiner Fantasie. Gustav Klimt muss fasziniert gewesen sein von dieser legendären Figur. Er malte sie gleich zweimal. Als Judith I und Judith II «Salome». Das war 1901.

 

Aber nicht nur Klimt stand in ihrem Bann. Alles was in der Malerei Rang und Namen hat, hat sich schon mit Judith befasst: Von Caravaggio bis Tizian, von Michelangelo bis Rubens.

Doch keiner malte sie so schön wie Gustav Klimt.

 

Die Künstler vor ihm haben die grausige Tat der Judith höher gewichtet als ihre sagenhafte Schönheit. Klimt dagegen – typisch für ihn – hat vor allem die Frau in ihr gesehen. Man dankt es ihm.

 

 

 

>mehr über Klimt: Goldene Adele

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Film (Youtube)

>Jugendstil/Art Deco

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Judith I hängt seit 20 Jahren in meinem Schlafzimmer (klar, das Original ;-)). Und nie hatte

ich mich gefragt, wer denn diese

Judith ist! Bis heute. Und den

geköpften Holofernes am

Bildrand habe ich gar nie

wahrgenommen...

 

judith2

 

Judith II «Salome».

Die weniger bekannte Variante

aus Klimts Schaffen. Hier kann

man den abgetrennten Kopf des

Holofernes deutlich besser

erkennen als bei Judith I.

(Foto: Wiki / by Josh)

 

...und wer ist
eigentlich Judith?


Sie enstammt dem Buch Judit aus dem Alten Testament. Dort heisst es: «Sie hatte eine schöne Gestalt und ein blühendes Aussehen».

 

Sie war aber auch gottesfürchtig und tat alles für ihr Volk der Israeliten, das gerade mal wieder von den Assyrern attackiert wurde. Deren General hiess Holofernes. Also schlich sich die schöne Judith in sein Heerlager, verführte ihn und schlug ihm (danach?) den Kopf ab, – mit seinem eigenen Schwert. Was für eine Frau!

 

Kein Wunder, haben sich während Jahrhunderten viele der grossen Künstler auf diese biblische Schönheit gestürzt. Sex and Crime zog schon immer. Hier ein paar Beispiele:

(Fotos: Wiki Commons)

 

 

boticelliBotticelli, 1497.

 

michelangeloMichelangelo, 1509.

 

cranachCranach, 1530.

 

tizianTizian, 1570.

 

caravaggioCaravaggio, 1598.

 

RubensRubens, 1616.

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