Ausstellung «Stiftung Expressionismus».

Kunstmuseum Bern. 5.12.25 bis 5.7.2026.

 

 

Stiftung Expressionismus –
Von Gabriele Münter bis Sam Francis


Die Ausstellung zeigt die Sammlung der «Stiftung Expressionismus» zum ersten Mal in ihrer Gesamtheit. Sie besteht aus 25 Werken der Epoche ab 1906 und ist dem Stifter Hans Rudolf Tschumi (1928–2025) im Andenken und der Stifterin Silvia Tschumi gewidmet.

 

 

Ausstellungsplakat

 

 

 

Die Ausstellung gliedert sich in drei Schwerpunkte,
die für die Stiftungssammlung charakteristisch sind. Den Auftakt bilden Werke der deutschen Künstlergruppen

«Die Brücke» und «Der Blaue Reiter» aus dem frühen
20. Jahrhundert.

 

Im zweiten Teil finden sich Werke von Schweizer Expressionisten mit farbintensiven Landschaften und Porträts von Albert Müller und Hermann Scherer. Beide gehörten der Basler Künstlergruppe >Rot-Blau an. Ihre Werke spiegeln die eigenständige Entwicklung des Expressionismus in der Schweiz wider.

 

Bildnis Hermann Scherer, 1925.
Von Albert Müller (1897-1926).

Expressionismus-Stiftung KM Bern.

 

 

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Im dritten Teil sind expressive Positionen der internationalen Kunst nach 1945 ausgestellt. Werke von Karel Appel, Sam Francis und Teruko Yokoi zeigen, wie die expressive Tradition über die Grenzen Europas hinaus fortgeführt und neu interpretiert wurde.

 

 

Titelbild (Ausschnitt)

Hermann Scherer (1893-1927).
Mendrisiotto, 1925-26.

Expressionismus-Stiftung KM Bern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erich Heckel (1883-1970). Ziegelei (Gehöft am Niederrhein), 1914. Expressionismus-Stiftung KM Bern.

 

 

Emil Nolde (1867-1956). Doppel-bildnis, 1918. Expressionismus-Stiftung KM Bern.

 

 

Hermann Scherer (1893-1927). Villa Loverciana, 1925. Expressionismus-Stiftung KM Bern.

 

 

 

Gründung der Stiftung

 

Die Ausstellung ist dem kürzlich verstorbenen Stifter Hans Rudolf Tschumi (1928-2025) und seiner Gemahlin Silvia Tschumi gewidmet. Als Sohn des Berner Sammlerpaares Walter und Gertrud Hadorn-Tschumi stammte Hans Rudolf Tschumi aus einer kunstaffinen Familie, die bereits 1977 eine grosszügige Schenkung an das Kunstmuseum Bern getätigt hatte.

 

In den 1990er-Jahren begannen Hans Rudolf und Silvia Tschumi selbst Kunst zu sammeln. Beide begeisterten sich für expressive Malerei.

 

Sie legten ihren Schwerpunkt auf Werke des deutschen und des Schweizer Expressionismus und starteten mit dem Aufbau einer Sammlung, die schliesslich auf fünfundzwanzig Werke anwuchs –
mit klingenden Namen aus der Künstlergruppe >Brücke wie Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein, Emil Nolde und des >Blauen Reiters wie Gabriele Münter und Marianne Werefkin.

 

Später kamen auch noch Schweizer Expressionisten hinzu wie Albert Müller oder Hermann Scherer, die der Basler Gruppe >Rot-Blau angehörten. Und schliesslich Internationale wie Karel Appel, Sam Francis und Teruko Yokoi.

 

Die Gründung der Stiftung Expressionismus erfolgte im Jahr 2007 mit dem erklärten Ziel,
Lücken in den Beständen des Kunstmuseum Bern zu schliessen und gleichzeitig die Sammlung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Heute gehören die 25 Werke als Dauerleihgaben in die Sammlung des Kunstmuseums Bern.

 

 

Heinrich Campendonk (1889-1957). Reitender Knabe, 1918.

Marianne von Werefkin (1870-1938). En ville,
um 1924.

 

Gabriele Münter (1877-1962). Blumen vor Bildern, 1910.

 

 

 

Albert Müller
(1897-1926). Berglandschaft bei Davos, 1925. Expressionismus-Stiftung KM Bern.

 

Weitere Werke aus der Stiftungssammlung

 

Der «Reitende Knabe» entstand in Campendonks mittlerer Schaffensphase, in denen er eine märchenhaft entrückte Tier‑ und Figurenwelt mit leuchtend-transparenter Farbigkeit verband. Stilistisch steht es zwischen den frühen vom
>Blauen Reiter geprägten Arbeiten und den leuchtenden Bauern‑ und Tierbildern der späten 1910er Jahre. Öl auf Leinwand, ca. 64 x 40 cm.

 

«En ville» von Marianne von Werefkin gehört zu ihren späten Stadtbildern aus der Ascona‑Zeit. Die Stadt wird zur Bühne des anonymen Alltags, enge Gassen, Bedrängnis und Unbehagen. Es geht weniger um die Stadt als um einen Zustand. Der französische Titel («En ville») signalisiert zugleich den Anspruch, ein allgemein modernes, europäisches Stadtmilieu zu zeigen, nicht nur ein schweizerisches Umfeld. Das Bild widerspiegelt in gewisser Form auch die Lebenskrise der Künstlerin in jener Phase.

 

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«Blumen vor Bildern» von 1910 gehört in Münters frühe Murnau‑Zeit und verbindet Stillleben und Interieur zu einem Atelierbild. Das Gemälde zeigt deutlich den Übergang von ihrer impressionistischen Frühphase zu dem flächig‑vereinfachenden, konturierten Stil, der mit dem >Blauen Reiter verbunden ist. Zu dieser Gruppe hatte Münter ein gestörtes Verhältnis. Denn eigentlich war sie ein Gründungsmitglied und arbeitete am berühmten «Almanach» mit, wurde aber mit keinem Wort erwähnt. Weshalb bis heute nur die beiden männlichen Mitglieder Wassily Kandinsky und Franz Marc als «Blaue Reiter» relevant sind.

 

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Albert Müllers Berglandschaft bei Davos entstand während eines Sommeraufenthalts 1925 im Davoser Sertigtal, im «Lärchehüsli» in Frauenkirch. Mit den Massen von 81 x 91 cm gehört es zu den grösseren Werken der Stiftungssammlung. Albert Müller (1897–1926) stammte aus Basel wandte sich unter Kirchners Einfluss in Davos expressiven Landschaften mit kräftigen Farben zu. Müller war Mitbegründer der Basler Künstlergruppe >Rot-Blau und wurde damals als «Kirchner-Epigone» bezeichnet, was zu Zerwürfnissen mit Ernst Ludwig Kirchner führte. Dieser bezeichnete seine Kollgen als «Kopisten» seines Malstils.


 

 

 

Werke der Stiftung Expressionismus
Kunstmuseum Bern 2025

 

 

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