Ausstellung Sammlung Merzbacher-Mayer

im Kunsthaus Zürich, bis 14. Mai 2006.

 

Merzbacher – Fest der Farbe.


Werner Merzbacher ist ein leidenschaftlicher Kunstsammler. Zusammen mit seiner Frau Gabrielle Mayer hat er seit den 60er-Jahren über hundert Werke zusammengetragen. Darunter sind Schlüsselwerke des Expressionismus, des Fauvismus und der abstrakten Kunst. Besonders Wassily Kandinsky und Ernst Ludwig Kirchner haben es ihm angetan – weil sie so wunderbar farbig sind.

 

Den Grundstock der Sammlung bilden die Gemälde von Gabrielles Grossvater, des Pelzkaufmanns Bernhard Mayer (1866-1946). Dieser sammelte auch Picasso, Matisse, van Gogh und weitere.

 

 

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Katalog der Ausstellung 2006
«Fest der Farbe» im Kunsthaus Zürich.

 



Werner Merzbacher, geboren 1928, kam 1939 mit
einer Gruppe jüdischer Flüchtlingskinder in die Schweiz. Seine Eltern starben 1943 im Holocaust im KZ Majdanek. In Zürich bekam er ein Stipendium für die Mittelschule und jobbte im Schauspielhaus als Statist und Stuhlaufsteller. Eigentlich wollte er Filmregisseur werden. 1949 emigrierte er in die USA. Dort lernte er seine Frau Gabrielle kennen, 1951 heirateten die zwei. In Alaska absolvierte er seinen US-Militärdienst und wurde danach im Pelzhandel tätig. 1964 zog das Paar mit ihren drei Kindern nach Zürich, wo Merzbacher zunächst Partner der Pelzfirma Mayer & Cie wurde und ab 1989 Alleininhaber der Gesellschaft.

 

Werner Merzbacher wirkte auch im Vorstand der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde. Zudem war er Mitglied der Sammlungskommission des
Kunsthauses Zürich.

 

 

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Gabrielle und Werner Merzbacher,
2019 im Vortragssaal des
Kunsthauses Zürich.

 

 

1999 zeigten Gabrielle und Werner Merzbacher ihre Bilder erstmals öffentlich, und zwar in Jerusalem anlässlich der 50-Jahr-Feier des Staates Israel. Die Ausstellung hiess «The joy of color».

 

Weitere Ausstellungen folgten 2001 in Japan, 2002 in London, 2006 im Kunsthaus Zürich («Fest der Farbe») und 2012 in der Westschweiz, in der Fondation Pierre Gianadda in Martigny.

 

 

>Interview mit Werner Merzbacher 2006

 

 

 

 

Titelbild (Ausschnitt)
Wassily Kandinsky (1866-1944).
Herbstlandschaft mit Booten, 1908.
Merzbacher Kunststiftung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Interview im Juli 2019 mit Werner Merzbacher, Kunsthaus Zürich.

 

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Christoph Becker und Werner Merzbacher im Gespräch.

 

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Vorfreude auf die Merzbacher-Sammlung.

 

Zur Eröffnung des Erweiterungsbaues des Kunsthauses Zürich – etwa Sommer 2021 – sollen fünfundsechzig Werke aus der Merzbacher Sammlung präsentiert werden. Diese werden dem Kunsthaus für zwanzig Jahre ausgeliehen.

 

Welche Werke das sind, ist einem Mann bereits bekannt: Kunsthaus-Direktor Christoph Becker. Der Vertrag mit Werner Merzbacher sei bereits unterschrieben, erklärte er am 2. Juli 2019 anlässlich eines Gesprächs mit dem Sammler im Vortragssaal des Kunsthauses Zürich. Man darf gespannt sein, welche Werke das sein werden.

 

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Werner Merzbacher mit Tochter Karin am 2. Juli 2019 im Vortragssaal des Kunsthauses Zürich.

Sammlung Werner und Gabrielle Merzbacher.

 

Sie umfasst mehr als hundert Werke von Stars wie Braque, Cézanne, Derain, Kandinsky, Kirchner, Klee, Matisse, Picasso, van Gogh und so fort. Werner Merzbacher in einem Interview von 2006:

 

«Nach Monet, Sisley, Toulouse-Lautrec bin ich sehr bald auf meine grosse Liebe gestossen: die Fauvisten und Expressionisten. Derain ist einer meiner Lieblingsmaler. Es kamen Matisse, nachher die deutschen Expressionisten Nolde, Kirchner. Und dann die nächste grosse Liebe: Jawlensky, Kandinsky …»

 

Das Interview erschien in BILANZ Lifestyle und wurde von Brigitte Ulmer am 28.2.2006 geführt.

 

>ganzes Interview

 

Ausstellung Sammlung Merzbacher im Kunsthaus Zürich 2006

 

kandinsky

Murnau –
Garten II, 1910.

 

 

Wassily Kandinsky (1866-1944).

Werner Merzbacher ist ein Kandinsky-Fan. Vor allem dessen farbintensive Werke faszinieren ihn. Die von ihm erworbenen Gemälde stammen denn auch aus dieser Zeit des Expressionismus: 1908-1911. Wie das bunte Werk hier: «Murnau, Garten II». In Murnau lebte Kandinsky mit seiner Lebensgefährtin Gabriele Münter von 1908 bis 1914.

 

>mehr über Münter und Kandinsky

 

kirchner

Zwei Akte auf dem blauem Sofa, 1910-20.

 

Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938).

Die «Zwei Akte auf dem blauen Sofa» stammen aus dem Nachlass des Künstlers und kamen via Stuttgart, Greenwich und Los Angeles in eine Auktion bei Christie's New York, wo Werner Merzbacher zugriff und das Werk 1989 ersteigerte.

 

>mehr über Kirchner

 

derain

London Bridge, 1905-06.

André Derain (1880-1954).

Nicht verwunderlich, dass der Sammler auch den Stil der >Fauvisten liebte, die ja mit Farbe klotzten. Dieses Werk hier muss ziemlich lange unverkäuflich gewesen sein. Es wurde erst ein halbes Jahrhundert nach seiner Entstehung erstmals ausgestellt: an der Biennale von Venedig 1950. In die Merzbacher Sammlung kam es 1981, erworben an einer Auktion bei Christie's in New York.

 

matisse

Intérieur in Collioure (Mittagsruhe), 1905.

Henri Matisse (1869-1954).

Matisse dürfte der bekannteste Künstler der «fauves» unter den «wilden Bestien» sein. Zusammen mit Derain und de Vlaminck verbrachte er den Sommer 1905 in einem kleinen Fischerdorf im Süden Frankreichs, in >Collioure. Dort entstand auch der Fauvismus.

 

>mehr über Matisse und die Fauves

 

 

renoir

Porträt einer jungen Frau
(Junge Frau in Weiss), 1901.

 

Pierre-Auguste Renoir (1841-1919).

Eine Dauerleihgabe der Sammlung Merzbacher an das Kunsthaus Zürich. Erste Besitzerin war die Pariser Galerie Durand-Ruel, die das Werk 1901 vom Künstler gekauft hatte. Es wechselte dann mehrmals den Standort, bevor es von Gabrielle Merzbacher-Mayers Grossvater, dem Pelzhändler Bernhard Mayer, im Juli 1925 erworben und in die Sammlung eingefügt wurde.

 

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picasso

Le couple, 1904.

Pablo Picasso (1881-1973).

«Le couple (Les misérables)» heisst das Werk, das 1909 erstmals in der Sammlung Thannhäuser in München ausgestellt wurde. In den folgenden Jahrzehnten reiste das Bild um die ganze Welt, von Paris bis Washington, von Barcelona bis Jerusalem, von London bis Japan, von einer Ausstellung zur nächsten. Erworben hat das Bild Gabrielle Merzbachers Grossvater, Bernhard Mayer.

 

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Werke aus der Sammlung Merzbacher

 

   
   

 

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