«Sonja Sekula, Max Ernst, Jackson Pollock & Friends».

Ausstellung im Kunstmuseum Luzern vom 11. Juni bis 25. September 2016.

 

Sonja Sekula (1918-1963)

 

Sonja who? Die Kuratoren dieser Ausstellung müssen wohl gewusst haben, dass kaum jemand den Namen Sekula kennt. Also haben sie das getan, was sie für nötig hielten, um die Leute nach Luzern zu locken: Sie haben die Affiche mit arrivierten Grössen wie Jackson Pollock & Co angereichert.

 

 

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Vom künstlerischen Standpunkt aus wäre das nicht nötig gewesen, denn die Werke von Sonja Sekula fallen keineswegs ab von den viel berühmteren Pollocks, Motherwells, Rothkos.

 

Warum nur kennt niemand Sonja Sekula? Sie ist doch mit 25 der aufgehende Stern in New York. Sie wird von Peggy Guggenheim gefördert, bekommt von der Galeristin Betty Parsons mehrere Einzelausstellungen, kann mit Jackson Pollock und Barnett Newman ausstellen. Aber der Erfolg will sich einfach nicht einstellen – sie kann nichts verkaufen.

 

War sie vielleicht zu vielseitig, zu variantenreich und deshalb ohne verkaufbaren eigenen Stil? Wer die Ausstellung besucht, kann durchaus auf diese Idee kommen. Aber auch zur Erkenntnis, dass in ihren Werken viel Qualität steckt.

 

Die Luzernerin stammt aus wohlhabendem Haus. Sie wird 1918 geboren und wandert 1936 mit ihrer Familie nach Amerika aus, studiert Kunst in der «Art Students League» in New York, zusammen mit ihren Kommilitonen Robert Barrell, Peter Busa, Jackson Pollock und Steve Wheeler.

 

1943 ist sie sogar eine jener 31 Frauen, die von Peggy Guggenheim in ihrer berühmten Ausstellung «31 women» in der Galerie «Art of this Century» gezeigt werden. 1946 hat Sekula ihre erste Einzelausstellung, ab 1948 stellt sie bei Betty Parsons aus, dann bei Leo Castellis legendärer «9th Street Exhibition». Klingt alles grossartig...

 

...aber der Erfolg bleibt aus, sie kann einfach keine Bilder verkaufen. Die Künstlerin wird depressiv, erleidet einen Nervenzusammenbruch, muss schliesslich zur Behandlung in die Schweiz zurück.

 

In Zürich arbeitet sie in ihrem kleinen Atelier, hat eine Einzelausstellung in der Galerie Palette. Aber auch hier wie gehabt – es ist ein Flop. Verzweiflung, Depressionen, sie weiss nicht mehr weiter, sie ist am Ende ihrer Kräfte. Am 23. April 1963 erhängt sie sich in ihrem Studio in Zürich.

 

 

 

 

 

 

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Sonja Sekula.

 

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Sonja Sekula (1918-1963)

 

Ihre Werke zeichnen sich durch eine grosse Vielfalt an Stilen aus. Ihr Variantenreichtum und das damit verbundene Fehlen einer eigenen Handschrift scheint aber auch ihr Schwachpunkt gewesen zu sein. Trotz beeindruckenden Arbeiten kann sie ihre Bilder einfach nicht verkaufen.

 

Dabei beginnt ihre Karriere verheissungsvoll. Auch >Peggy Guggenheim ist von ihrem Schaffen angetan, sie nimmt sie 1943 sogar in ihre berühmte Ausstellung «Art of this Century» auf, an der 31 Frauen teilnehmen. Alle erfolgreich, nur Sekula nicht.

 

Am Schluss ihres kurzen Lebens verkörpert sie die klassische erfolglose Künstlerin, die an sich verzweifelt und sich das Leben nimmt.

 

Bilder von oben:

African Moonsun, 1943.

Private Totem, 1947.

Ohne Titel (Stier), 1944.

 

 

 

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Peter Busa (1914-1985).

Peter Busa ist einer von Sekulas Kommilitonen in New York, wo sie zusammen die «Art Students League» besuchen. Gemeinsam mit Jackson Pollock,
Robert Barrell und anderen.

 

Peter Busa, Wild Beast roaming around the
World, 1945.

 

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Steve Wheeler (1914-1985)

Auch Steve Wheeler ist ein Mitschüler von Sonja

Sekula in der «Art Students League» um 1940/41.

 

Steve Wheeler, Untitled III, 1960.

 

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Jackson Pollock (1912-1956)

 

Mit Jackson Pollock und Barnett Newman bestreitet Sonja Sekula eine Gruppenausstellung, die aber nur für die anderen zum Erfolg wird.
Jackson Pollock, Stenographic Figure, 1942.

 

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Max Ernst (1891-1976)

 

Auf Empfehlung von Max Ernst und Marcel Duchamp nimmt Peggy Guggenheim die Schweizer Künstlerin in die Ausstellung «31 women» auf. Mit von der Partie sind auch Meret Oppenheim, Sophie Taeuber-Arp, Louise Bourgeois. Alles wohlklingende Namen – nur Sekula schaffte den Durchbruch nicht.

Max Ernst, L'Engadine, 1935.

 

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Mark Rothko (1903-1970)

 

Die Sonderausstellung «Sekula and Friends» zeigt natürlich auch einen typischen Rothko aus der Serie «Red over Black», daneben aber auch zwei Werke, denen man den Rothko nicht auf Anhieb ansieht. Dieses Bild hier aus den Jahren 1941-1942 heisst Composition.

 

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Fotos Ausstellung

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