Ausstellung im Kunstmuseum Bern
vom 11.8.2017 bis 11.3.2018.

 

Die Sammlung Hahnloser
zu Gast in Bern.


Eine faszinierende Kollektion von französischen Modernen und Schweizer Avantgardisten, die das Sammlerpaar Arthur und Hedy Hahnloser da zusammen getragen hat. Möglich war das, weil sich die Hahnloser für Künstler engagierten, die noch kaum bekannt oder zumindest umstritten waren: Félix Vallotton, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler, Pierre Bonnard, Henri Matisse... Die Sammler pflegten nicht nur freundschaftliche Kontakte zu diesen Künstlern, sie kauften ihre Werke auch.

 

1995, ein halbes Jahrhundert nach dem Tod der beiden, wurde ihr ehemaliges Wohnhaus «Villa Flora» zum Museum. Dort konnte man die Sammlung bis 2014 bewundern. Doch dann strich die Winterthurer Regierung den Unterstützungsbeitrag aus dem Budget – das Museum musste geschlossen werden.

 

Wohin mit den prächtigen Bildern? Man schickte sie auf Tournee. Nach Hamburg, nach Paris, nach Stuttgart. Und zum Schluss ins Kunstmuseum Bern. Geplant war eine Dauerleihgabe an die Berner. Aber dann merkten die Winterthurer doch noch, was sie an dieser Sammlung hatten. Und bewilligten im Frühjahr 2017 die notwendigen Finanzen für eine Fortführung des Museums in der >Villa Flora – eine erfreuliche Wende. In ein paar Jahren dürften die Bilder wieder permanent in Winterthur zu sehen sein.

 

Die Ausstellung in Bern zeigt Gemälde und Skulpturen, die grösstenteils der 1980 gegründeten Hahnloser/ Jaeggli-Stiftung gehören. Neun Räume im Obergeschoss des Kunstmuseums Bern sind dafür reserviert. Präsentiert wird die Sammlung unter dem Titel «Van Gogh bis Cézanne, Bonnard bis Matisse».

 

 

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Ausstellungskatalog. Gemälde
von Félix Vallotton (1865-1925).

 

 

Der eigentliche Star der Ausstellung ist aber

FELIX VALLOTTON. Seinen Werken widmet man nicht nur den schönsten und grössten Saal – seine Bilder zieren auch den Cover des Ausstellungskatalogs und des Prospektes. Was den in Lausanne geborenen Künstler sicherlich freuen würde, wüsste er es – er verstarb 1925. Und gewiss hätte er Verständnis dafür, dass man aus Marketinggründen die Namen der ganz Grossen auf den Cover gesetzt hat. Vielleicht wäre er aber auch ein bisschen traurig, dass sein Name auf dem Titel nicht erscheint.

 

 

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Ausstellungsprospekt. Gemälde
von Félix Vallotton (1865-1925).

«La Blanche et la Noire», 1913.

(Ausschnitt). Hahnloser/Jaeggli-

Stiftung, Kunstmuseum Bern.

 

 

 

 

Bildquellennachweis: Pressebilder
der Ausstellung Sammlung Hahnloser
2017-18, Kunstmuseum Bern und
Ausstellungskatalog.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Henri Manguin, Villa Flora, 1912.

 

 

 

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Arthur Hahnloser.

 

 

 

Die Villa Flora in Winterthur.

Das Heim des Sammlerpaars Arthur und Hedy Hahnloser. Gesehen um 1912 mit den Augen von
Henri Manguin
(1874-1949). Manguin war einer der Künstler, mit denen das Sammlerpaar Hahnloser in persönlichem Kontakt stand und befreundet war.

 

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Arthur und Hedy Hahnloser, die Sammler.

Arthur Hahnloser (1870-1936) und seine Frau Hedy (1873-1952) sammelten Werke von Künstlern, die – damals – noch keine klingenden Namen hatten und zum Teil sogar umstritten waren.

 

Von ihnen kauften sie Werke mit Gespür und viel Kunstverstand. Arthur Hahnloser war auch Mitglied des Vorstandes des Kunstvereins und massgeblich an der Gründung des Kunstmuseums Winterthur beteiligt, das 1916 eröffnet werden konnte.

 

 

 

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Félix Vallotton (1865-1925).
La Blanche et la Noire, 1913.

 

 

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Manets Olympia

 

 

 

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Entführung der Europa, 1908.

 

Félix Vallotton, der Berater.

Vallotton war nicht nur der Favorit der Hahnloser – er war auch ihr künstlerischer Berater beim Aufbau der Sammlung. Daraus entwickelte sich eine private Freundschaft.

 

Das Gemälde «La Blanche et la Noire» ist eine Anlehnung an >Edouard Manets «Olympia» aus dem Jahr 1863. Im Skandalbild von damals zeigte Manet seine Olympia – Synonym für Prostituierte – mit ihrer schwarzen Dienerin (in der Ausstellung nicht zu sehen). In Vallottons Bild von 1913 ist dagegen aus der Dienerin eine selbstbewusste und Zigarette rauchende Frau geworden – eher eine Freundin (oder sogar eine Kollegin?) denn eine Bedienstete.


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«Die Entführung der Europa», 1908. Geschenk von Hans Robert Hahnloser ans Kunstmuseum Bern, 1946. Das Bild stellt Zeus dar, der zum Stier verwandelt die schöne Europa auf seinen Rücken nimmt und mit ihr nach Kreta schwimmt. Die Legende besagt, dass seither dieser Erdteil den Namen Europa trägt.

 

   

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Palais de Glace, 1896-98.

 

Pierre Bonnard (1867-1947).

Auch mit Bonnard war das Sammlerpaar Arthur und Hedy Hahnloser befreundet. Sie besassen sogar ein Ferienhaus in der Nähe des Künstlers, an der Côte-d'Azur bei Cannes. Das erklärt auch die grosse Zahl der ausgestellten Werke – es sind über 20. Hier «Palais de Glace, Les Patineurs», 1896-98. Man spürt die Tänzer förmlich über das Eis schweben.

 

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Van Gogh,
Le semeur, 1888.

Vincent van Gogh (1853-1890).

Von den ausgestellten Werken des Niederländers ist «Le semeur» von 1888 eines der Highlights. Aus der Nähe betrachtet erkennt man den typischen van Gogh Stil mit den grob gesetzten Pinselstrichen in teils kräftigen Farben, die sich dann aber als Ganzes zu einer Fläche verdichten.

 

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Edouard Manet, die Amazone.

Edouard Manet (1832-1883).

«Amazone», 1883. Wie kommt man als Sammler an so ein Meisterwerk? Indem man Freunde in der Künstlerszene pflegt. Henri Manguin, der in der Villa Flora ein und aus ging, fand diesen späten Manet in der Pariser Galerie Eugène Blot und vermittelte ihn an das Sammlerpaar Hahnloser.

 

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Henri Matisse, Odalisque.

Henri Matisse (1869-1954).

Auch die «Fauves», die Wilden, sind in der Sammlung Hahnloser vertreten. Verkörpert in der Figur von Henri Matisse, Mitbegründer dieser Bewegung (die gar keine sein wollte). Die Ausstellung zeigt ein halbes Dutzend seiner Werke. Dieses hier heisst «Odalisque debout», 1918-19.

 

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Fotos Ausstellung Hahnloser Bern 2017

 

saalplan

Saalplan und Ausstellungsführer (PDF)

 

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