Maurice de Vlaminck (1876-1958).


Er kommt in Paris zur Welt. Seine Eltern sind Musiker. Er aber möchte Radrennfahrer werden, was er nach der Schule auch anpeilt. Eine schwere Krankheit stoppt seine sportliche Laufbahn – und schliesslich bestreitet er seinen Lebensunterhalt doch noch mit Musik: Er lässt sich zum Kontrabassisten ausbilden und erteilt Musikunterricht.

 

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Maurice de Vlaminck.
Selbstporträt mit Pfeife.
Fair-use WikiArt.

 

 

Mit Malen beginnt er 1899. Ein Jahr später begegnet er André Derain und freundet sich mit diesem an. Die beiden mieten ein Atelier auf der Seine-Insel Chatou, ganz in der Nähe von Paris. Dort malt de Vlaminck nicht nur, sondern schreibt auch Romane.

 

Mit Henri Matisse und André Derain begründet er 1905 im kleinen Fischerdorf Collioure an Frankreichs Südküste den >Fauvismus. Danach versucht er sich auch im Impressionismus und – ganz kurz – im >Kubismus.

 

Der Erste Weltkrieg 1914-1918 unterbricht sein künstlerisches Schaffen – er wird zum Kriegsdienst eingezogen. Nach seiner Entlassung richtet er sich in Paris ein kleines Atelier ein. Die Ausstellung von 1919 in der Galerie Eugène Druet verschafft ihm den Durchbruch zum anerkannten Künstler. Noch im selben Jahr kauft er sich in Valmondois ein Haus. Hier, in der ländlichen Umgebung im Norden von Paris, kann er sich als Landschaftsmaler voll entfalten.

 

In der Zeit des Zweiten Weltkriegs ist seine Biographie nebulös. Bis heute ist nicht geklärt, wieso er sich 1941 an einer Reise französischer Künstler nach Berlin beteiligt – in einer Phase, in der Frankreich von den Nazis besetzt ist. Auch André Derain ist bei dieser Reise mit dabei und wird nach dem Krieg als >Kollaborateur der Deutschen geächtet. Auch de Vlamincks Ansehen ist nach dem Krieg angeschlagen. Es wird ziemlich ruhig um ihn.

 

Ab 1946 arbeitet er als Lithograph und fertigt Holzschnitte und Radierungen, illustriert mehrere Schriften und schreibt mehr als zwanzig Bücher.

1958 stirbt er in der Normandie.

 

 

 

Titelbild (Ausschnitt)
Maurice de Vlaminck (1876-1958).

Ruderboot bei Chatou, 1906.

Albertina-Batliner, Wien.

 

 

 

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At the Bar, 1900. Musée Calvet.

1900: Die expressionistische Phase.

Mit Malen beginnt Maurice de Vlaminck 1899. Dann lernt er >André Derain kennen, es entsteht eine Freundschaft, die beide künstlerisch beflügelt. Sie mieten sich eine alte Baracke auf der Seine-Insel Chatou, dort richten sie ihr gemeinsames Atelier ein. Es entstehen expressionistische Porträts und Landschaften. 1902 kommt >Henri Matisse ins Spiel. Dieser ermutigt de Vlaminck, im Pariser «Salon des Indépendents» auszustellen.

 

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Kartoffelernte, 1905-07. Merzbacher-Sammlung.

1905: Die fauvistische Phase.

Von 1905 an stellt er regelmäßig im «Salon des Indépendants» und im «Salon d'automne» aus. Den Sommer 1905 verbringt er mit Matisse und Derain in einem kleinen Fischerdorf am Mittelmeer, in >Collioure. Dort entwickeln die drei einen Stil, der als Fauvismus in die Kunstgeschichte eingeht.

 

>mehr über den Fauvismus

 

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Die Brücke von Chatou, 1907. Nationalgalerie Berlin.

1908: Die impressionistische Phase.

Als «Insel der Impressionisten» ist die Seine-Insel Chatou auch bekannt. Dort haben de Vlaminck und Derain ihr Atelier. Viele Impressionisten sind dorthin gezogen. Darunter >Claude Monet, Alfred Sisley, Berthe Morisot, Édouard Manet, Guy de Maupassant und >Auguste Renoir. Es heisst, die Künstler hätten sich vom dortigen Vergnügungslokal «Maison Fournaise» anziehen lassen...

 

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Suresnes, 1919. WikiArt. US_
Public Domain.

1910: Kurze kubistische Phase.

Von seinen Werken aus der kubistischen Phase, die nicht lange dauerte, sind nur wenige Werke in öffentlichen Museen zu sehen. Die noch existierenden Arbeiten sind fast alle in Privatbesitz.

 

Von 1914 bis 1918 leistet er Dienst im Ersten Weltkrieg. Sein künstlerisches Schaffen ruht in dieser Zeit.

 

1925 zieht er in die Normandie um. Dort befasst er sich mit Landschaftsmalerei. Seine Werke werden in den 1930er-Jahren an mehreren internationalen Ausstellungen gezeigt.

 

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The road, 1958. Fair-use WikiArt.

1955: An der ersten Documenta Kassel.

Die allererste Documenta Kassel findet im Herbst 1955 statt und gilt als erste umfassende Ausstellung von moderner Kunst in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Gezeigt werden vor allem Werke, die während der Nazizeit als >entartet gebrandmarkt worden sind. Unter den über 100 Künstlern sind auch André Derain und Maurice de Vlaminck vertreten.

 

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Fotos / Diashow

 

   
   

 

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