Piet Mondrian (1872-1944).


Wer Mondrian sagt, denkt als erstes an Bilder wie dieses hier: Geometrische Kompositionen in den drei Grundfarben Rot, Gelb, Blau. Sie sind das Markenzeichen des Künstlers. Er ist einer der wichtigsten Vertreter der Konkreten Kunst und der abstrakten Malerei.

 

 

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Doch Mondrian hat nicht immer so gemalt. In seiner Frühzeit – nach der Ausbildung in der Amsterdamer Akademie der bildenden Künste – malte er Stills, Porträts und Landschaften in zahllosen Stilen von Impressionismus bis Kubismus.

 

 

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Piet Mondrian, Selbstporträt, 1900.

The Philips Collection, Washington.

WikiCommons.

 

 

Piet Mondrian kommt 1872 in Amersfort in der niederländischen Provinz Utrecht zur Welt. Bei seinem Onkel Frits Mondriaan erhält er Zeichenunterricht. Dann studiert er Kunst an der Rijksakademie in Amsterdam. Ab 1900 gehört er der Haager Schule an, die sich dem Impressionismus verschrieben hat. 1911 zieht er nach Paris und setzt sich unter dem Einfluss von Picasso und Braque auch mit dem Kubismus auseinander.

 

Erst nach dem Ersten Weltkrieg ab 1920 beginnt Mondrian mit seinen geometrischen Werken, die ihn berühmt gemacht haben – da ist er schon fast fünfzig. Sie sind bis heute sein Markenzeichen.

 

1921 veröffentlicht er seine kunsttheoretische Schrift «Le Neo-Plasticisme», die 1925 auch Eingang in die Buchreihe des >Bauhauses findet.

1936 werden seine Arbeiten dem New Yorker Publikum an der Ausstellung «Cubism and Abstract Art» im MoMA präsentiert. An der Münchner Ausstellung «Entartete Kunst» werden 1937 auch einige Mondrian-Werke gezeigt und diffamiert.

 

1938, bei den erste Anzeichen des Krieges, zieht er nach London, dann aber – nach einem Bombenangriff der Deutschen 1940 – weiter in die USA.

 

In New York erhält er 1942 seine erste Einzelausstellung in der Valentine Dudensing Gallery. 1943 wird er Jury-Mitglied in >Peggy Guggenheims Frühjahrssalon der Galerie «Art of this Century».

 

Im Januar 1944 erkrankt Piet Mondrian an einer Lungenentzündung und stirbt im Alter von 72 Jahren in New York.

 

 

 

 

Titelbild (Ausschnitt)

Piet Mondrian (1872-1944).

Tableau No 1, 1925. Kunsthaus Zürich.

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Piet Mondrian (1872-1944). Mühle im Sonnenlicht, 1908. Kunstmuseum Den Haag.

Haager Schule und Impressionismus.

Mit impressionistischen Landschaften beginnt Piet Mondrian sein Wirken als Maler. Dieses Gemälde einer holländischen Mühle aus dem Jahr 1908 ist auch noch vom >Fauvismus beeinflusst und von Vincent van Gogh. Ebenfalls fliessen Elemente aus dem Pointillismus mit ein.

 

Etwa zu gleicher Zeit malt er auch symbolistische und neoimpressionistische Bilder – er experimentiert also mit zahlreichen Stilen, bevor er zu seinen «mondrian-typischen» geometrischen Formen findet.

 

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Piet Mondrian (1872-1944).
Der graue Baum, 1911. Kunstmuseum Den Haag.

 

Kubismus: Der graue Baum.

Den Kubismus entdeckt er an Ausstellungen von Picasso und Braque. Von diesen beiden Vorbildern übernimmt er die Idee, seine Bilder in Grau, Braun und Schwarz zu halten.

 

Noch kurz vorher befasst er sich mit den Primärfarben Rot, Gelb und Blau. Diese gibt er nur kurz auf während seiner kubistischen Phase, danach kehrt er wieder in die farbige Welt zurück.

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De Stijl Manifest, 1918. Theo van Doesburg (1883-1931). WikiCommons.

1917: Gründungsmitglied bei De Stijl.

Zusammen mit Theo van Doesburg und einigen Architekten gründet er die Künstlervereinigung «De Stijl» in Leiden. Weitere Maler wie Georges Vantongerloo stossen dazu. Die Gruppe bekennt sich zu einer geometrisch-abstrakten Darstellungsform in Kunst und Architektur mit dem Schwerpunkt auf Funktionalität. So richtig harmoniert die Gruppe aber nicht, es gibt zu viele verschiedende Auffassungen über Raum und Form. Mondrian tritt 1925 wieder aus.

 

 

 

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Piet Mondrian (1872-1944). Komposition mit Rot, Blau und Gelb, 1930. Kunsthaus Zürich.

 

 

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Piet Mondrian (1872-1944). Tableau No I, 1921-25. Sammlung Beyeler.

 

 

Eine «ordentlich gestaltete Welt»...

 

...sieht Piet Mondrian hinter seinen geometrischen Werken, die ab 1920 entstehen – da ist er schon fast fünfzig. Er erkennt eine «natürliche Beziehung der Gleichgewichte von Horizontale und Vertikale». Und: Der rechte Winkel sei die «einzige konstante Verwandtschaft zur reinen Realität». Was immer er damit meint.

 

Seine schwarzen Raster mit den rechteckigen Flächen werden in der Folge zum Markenzeichen des Künstlers. Sie bestehen aus den Grundfarben (auch Primärfarben genannt) Rot, Gelb und Blau. Schwarz gilt als «Nicht-Farbe».

 

Die Horizontale stellt für Mondrian die Landschaft (oder die Erde) dar und die Vertikale verkörpert den aufrecht stehenden Menschen.

 

Die Werke zählen zur >Konkreten Kunst (auch «Konstruktive Kunst». Das Wesen dieser Kunstrichtung lässt sich so definieren:

 

Die konkrete Kunst ist eine ungegenständliche Kunst in Malerei, Plastik oder Installation, die nicht die sichtbare Welt abbilden will.

 

 

>mehr über Tableau Nr. 1, 1925

 

 

 

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Piet Mondrian (1872-1944). Broadway Boogie Woogie, 1942-43. Museum of Modern Art, New York.

 

1942: Spätwerke in New York.

In diesem Werk «Broadway Boogie Woogie» aus den Jahren 1942-43 weicht Mondrian von seinem bisherigen Muster mit dem schwarzem Raster ab.

 

Er bleibt zwar den Grundfarben Rot, Gelb und Blau treu, aber er lockert sie mosaikartig durch die gleichen drei Primärfarben auf. Damit will er Rhythmus und Bewegung anzeigen und steigern.

 

 

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Fotos / Diashow

 

   
   

 

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