Museum Ludwig Köln


Das Museum ist eine Wucht! Es beherbergt Spitzensammlungen des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter vor allem die berühmtesten deutschen Expressionisten, eine der grössten Picasso-Sammlungen Europas und dazu herausragende Werke der russischen Avantgarde.

 

 

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Museum Ludwig direkt beim >Kölner Dom

 

 

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Das Museum aus der Luft. Google Earth.

 

 

Das Haus hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Begonnen hat alles mit einer grosszügigen Schenkung von 350 Werken des Sammlerpaars Peter und Irene Ludwig im Jahr 1976 an die Stadt Köln – das war die Geburtsstunde des Museums Ludwig. Ein Dach über dem Kopf hatte die Sammlung noch nicht, aber der damals geschlossene Vertrag verpflichtete die Stadt, für die Kunstwerke ein eigenes Museum für moderne Kunst zu errichten.

 

Das Fundament hatte allerdings schon früher ein anderer Gönner gelegt: Direkt nach dem Krieg (1946) war es der Kölner Jurist und Kunstsammler Josef Haubrich (1889-1961). Dieser schenkte der Stadt Köln seine umfassende Kollektion von Werken der Expressionismus-Stars Kirchner, Heckel, Macke, Marc, Müller und dazu weitere Werke der modernen Kunst. Bereits 1946 konnte eine Auswahl von hundert Bildern in der alten Kölner Universität öffentlich ausgestellt werden.

 

1957 traten weitere Gönner auf den Plan: Von Georg und Lilly Schnitzler kamen Werke von Max Beckmann in den Bestand. 1958 konnte die Sammlung von Willy Strecker gekauft werden, die bedeutende Werke von Picasso, Matisse, Kokoschka und Klee enthielt.

 

 

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Das Kunstsammlerpaar Irene und Peter
Ludwig. Foto Museum Ludwig.

 

 

Kurz nach dem Vertragsabschluss mit Peter Ludwig (1925-1996) und seiner Gattin Irene Monheim (1927-2010) – die ihr Vermögen mit Schokolade gemacht hatten – begann die Stadt Köln 1976 mit der Planung des Museums. 1986 konnte das Museum Ludwig direkt neben dem Kölner Dom eröffnet werden. Seine Form erinnert eher an ein Lokomotiven-Depot denn an ein Kunstmuseum. In diesem Gebäude ist auch noch die Kölner Philharmonie untergebracht.

 

Es war zunächst ein «Doppelmuseum», denn in ihm war auch noch die Sammlung Wallraf-Richartz untergebracht. Als dann aber die Ludwigs 1994 dem Museum auch noch eine bedeutende Sammlung von Picasso-Werken übergaben, wurde der Platz knapp. Nun beschloss man, die Wallraf-Sammlung auszulagern und dieser – in Fussdistanz zum Ludwig-Museum – ein eigenes neues Gebäude zu errichten, das

>Museum Wallraf-Richartz.

 

Die Neueröffnung seines Museums im Jahr 2001 durfte der Namensgeber Ludwig nicht mehr erleben – er starb 1996. Seine Witwe Irene folgte ihm 2010, nicht aber ohne vorher dem Museum noch eine weitere grosszügige Schenkung gemacht zu haben: darunter hunderte von Picassos. Heute verfügt Köln über die drittgrösste Picasso-Sammlung Europas – nach Barcelona und Paris.

 

 

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Pablo Picasso (1881-1973). Mousquetaire
à l'épée, 1972. Museum Ludwig Köln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938). Weiblicher Akt mit Hut, 1911.

 

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August Macke (1887-1914). Dame in grüner Jacke, 1913.

 

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Heinrich Hoerle (1875-1935). Zwei Frauen, 1930.

 

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Hermann Scherer (1893-1927). Die Schlafenden, 1924.

 

Ein Eldorado für Expressionismus-Fans

 

Mit einer fantastischen Sammlung von Bildern des deutschen Expressionismus wurde bereits 1946 das Fundament für das Museum gelegt – zu einer Zeit, als der spätere Gönner und Namensgeber Ludwig noch gar nicht im Spiel war.

 

Es war der Kölner Jurist und Kunstsammler
Josef Haubrich (1889-1961), der den Anstoss machte und der Stadt Köln direkt nach dem Krieg 1946 seine eindrückliche Kollektion schenkte. Als wolle er mit diesen farbenfrohen Werken den Neustart in den Frieden und in eine bessere Welt verschönern.

 

Nun standen plötzlich Gemälde im Mittelpunkt, die während der Nazi-Zeit noch als «entartet» gebrandmarkt und wenige Jahre zuvor –1937– anlässlich der Münchner Ausstellung diffamiert worden waren. In einer ersten Ausstellung 1946 konnten sie jetzt dem Publikum unvoreingenommen präsentiert werden.

 

>mehr über «entartete» Kunst

 

In der Haubrich-Sammlung finden sich nicht nur die berühmten deutschen Expressionisten wie Ernst Ludwig >Kirchner, Erich Heckel, Otto Müller, August >Macke, Emil >Nolde oder Paula >Modersohn, sondern auch andere Moderne wie Marc >Chagall, Francis >Picabia oder Alexej von Jawlensky.

 

Weitere Glanzlichter der Haubrich-Sammlung sind die progressiven Werke von Heinrich Hoerle oder die faszinierenden Holzskulpturen von Hermann Scherer wie «Die Schlafenden» oder «Liebespaar» aus dem Jahr 1924.

 

Zu den ganz grossen deutschen Bildhauern gehören Wilhelm >Lehmbruck und Ernst >Barlach. Von ihnen sind mehrere Werke in Stein und Bronze zu sehen.

 

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Fotogalerie Expressionisten im Museum Ludwig

 

   

 

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Max Beckmann (1884-1950). Liebespaar, 1940-43.

 

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Lyonel Feininger (1871-1956). Brücke III, 1917..

 

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Kasimir Malewitsch
(1878-1935). Suprematistische Komposition, 1915.

 

Die Avantgarde des 20. Jahrhunderts

 

Max Beckmann gehört auch zu jenen Künstlern, die von den Nazis als «entartet» diffamiert wurden – woraufhin er sich aus Deutschland absetzte und via Amsterdam in die USA zog. Dort starb er 1950 an einem Herzinfarkt – mitten auf der Strasse in Manhattan.

 

>mehr über Max Beckmann

 

Die Sammlung des 20. Jahrhunderts zeigt zwar schwerpunktmässig deutsche Künstler, darunter bekannte Grössen wie Emil >Nolde, Hermann Scherer, Max Pechstein, Otto >Dix, Georg Grosz, Otto >Freundlich – aber zu sehen sind auch berühmte Internationale wie Marc >Chagall, Henri >Laurens, Piet >Mondrian, Lyonel Feininger, Man Ray, Joan >Mirò, Paul >Klee und viele weitere.

 

Und dann natürlich die sensationelle Kollektion der russischen Avantgarde mit klingenden Namen wie Natalia Gontscharowa, Michail Larionow, Alexander Rodschenko, Wassily >Kandinsky, Alexej von Jawlensky oder Kasimir >Malewitsch.

 

Der Grossteil der russischen Sammlung – sie soll über 600 Werke umfassen – stammt aus einer Schenkung des Kunstsammlerpaars Peter und Irene Ludwig.

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Fotogalerie Avantgarde 20. Jahrhundert

   

 

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Pablo Picasso (1881-1973). Arlequin, les mains croisés, 1923.

 

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Pablo Picasso (1881-1973). Femme couchée, 1960.

 

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Pablo Picasso (1881-1973).
Plat long à bord festonné Corrida, 1951.

 

Drittgrösse Picasso-Sammlung Europas

 

In drei Schenkungen des Kunstsammlerpaars
Peter und Irene Ludwig sind dem Museum aus der Kollektion hunderte von Picassos zugegangen, sodass heute Köln über die drittgrösste Picasso-Sammlung verfügt – hinter Barcelona und Paris.

 

Die Werke stammen aus mehreren Phasen des Jahrhundertkünstlers. Zum Beispiel der frühe Harlekin von 1923 oder das Spätwerk «Femme couchée» von 1960. Zum Fundus gehören auch seltene Keramiken und Skulpturen.

 

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Die gewaltige Picasso-Kollektion hatte bedeutende Auswirkungen auf die Entwicklung des Ludwig-Museums – und nicht nur auf dieses. Denn als 1994 die Ludwigs dem Museum eine weitere Tranche von Picassos schenkten, war das Haus plötzlich zu klein. Die Ludwigs verlangten, dass sie nun «ihr eigenes Haus» bekämen.

 

Das hatte zur Folge, dass die bisher im Ludwig-Museum untergebrachte Wallraf-Richartz-Sammlung ausgelagert werden musste. Das geschah dann auch und das neue >Wallraf-Museum bekam sein eigenes Gebäude, nicht weit vom Ludwig-Museum entfernt.

 

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Fotogalerie aus der Picasso-Sammlung

   

 

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Roy Lichtenstein (1923-1997). Hopeless, 1963.

 

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Mark Rothko (1903-1970). Earth and Green, 1955.

 

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Niki de Saint-Phalle (1930-2002). Black Nana, 1968-69.
 
 

 

Pop-Art und Gegenwartskunst

 

Das Kunstsammlerpaar Peter und Irene Ludwig begeisterte sich schon Mitte der 1960er Jahre für die amerikanische Pop Art, als diese in Deutschland noch kaum bekannt war und erst mit der «Documenta 4» in Kassel die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zog. Neben berühmten Werken von >Andy Warhol umfasst die heutige Sammlung auch Werke von Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg oder Jasper Johns und zählt zu den grössten ausserhalb der USA.

 

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Das Museum Ludwig zeigt auch Werke des abstrakten Expressionismus von >Mark Rothko und von amerikanischen Minimalart- und Konzept-Künstlern wie Donald Judd, Carl Andre, Frank Stella oder >Jackson Pollock.

 

Dazu Werke aus den 1950er- und 1960er-Jahren, auch von deutschen Künstlern wie Hans Hartung oder Wols (Alfred Otto Wolfgang Schulze, 1913-1951). Auch Einheimische aus dem Rheinland gehören dazu, wie Sigmar Polke oder der international gefeierte >Gerhard Richter.

 

Bereits in der Eingangshalle zum Museum begrüsst eine der berühmten «Nanas» (die Black Nana aus dem Jahr 1968) von Niki de Saint Phalle das Publikum. Mit ihrer fülligen Form dominiert sie den Bereich und verströmt gute Laune.

 

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Fotogalerie Gegenwartskunst und Pop-Art

 

   
   

 

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